Afterbirth – Four Dimensional Flesh

Alte Amerikaner im zweiten Frühling

Artist: Afterbirth

Herkunft: USA

Album: Four Dimensional Flesh

Spiellänge: 35:27 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 13.03.2020

Label: Unique Leader Records

Link: https://afterbirthnydeathmetal.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Will Smith
Gitarre – Cody Drasser
Bassgitarre – David Case
Schlagzeug – Keith Harris

Tracklist:

  1. Beheading The Buddha
  2. Spiritually Transmitted Disease
  3. Girl In Landscape
  4. Everything In Its Path
  5. Never Ending Teeth
  6. Minimum Safe Distance
  7. Rooms To Nowhere
  8. Swallowing Spiders
  9. Dreaming Astral Body
  10. Black Hole Kaleidoscope
  11. Four Dimensional Flesh

Afterbirth aus Long Island, New York sind auch so eine Band bestehend aus Kumpels, die in der Jugend (1993) Bock hatten, etwas zu musizieren und es dann irgendwie nicht hinbekommen haben, die Band aufrecht zu erhalten. 1993 und 1994 brachte man je ein Demo raus und dann wurde es ruhig um die Band. 2013 gab es eine Compilation, 2014 ein neues Demo und dann, im Jahre 2017, kam es endlich zum Debüt namens The Time Traveller’s Dilemma. Und nun schon Album Nummer zwei. Immerhin sind 3/4 der Gründungsmember noch oder wieder am Start und somit die ganze Instrumentenfraktion. Nur 2016 wechselte man den Sänger und Men In Black Will Smith ist mit von der Party. Okay, wird wohl nur der Namensvetter sein, aber immerhin, für einen Minikalauer reicht es. Kümmern wir uns aber um das Wesentliche, kümmern wir uns um die Musik.

Die Band hat einen Deal mit Unique Leader Records und dieses bedeutet meistens technischen Death Metal. Playtaste und los geht’s mit Beheading The Buddha. Basssolo, Gitarrengezocke, dann Gegurgelgesang und ab in den Groove. Das hätte ich nun nicht erwartet. Nach 50 Sekunden ändert sich der Spaß aber und man geht in einen technischen Ballerpart. Passt schon. Break, Vorspieler und wieder Blastattacke mit anschließendem Uftatapart. Ja, macht durchaus Laune. Dann hackt man aber wieder ab und geht in den Groove, der schon old school rüberkommt (so à la Pyrexia), wechselt dann aber noch einmal und gibt am Ende noch einmal Zunder, gepaart mit Gegurgel. Ja, ich war ein wenig überrascht, aber eher positiv.

Auch das nachfolgende Spiritually Transmitted Disease bietet diese Mischung. Ballerparts, technisches Gitarrenspiel, Tempo- und Rhythmuswechsel und Gurgelgesang. Blastbeats und Old School Uftatadrumming gefallen mir immer. Genau mein Ding. So richtig fett finde ich es aber eigentlich, wenn sie ein lang gezogenes Riff rausholen und darüber old schoolig grooven. Danach wechseln sie in einen anderen groovigen Part, holen einen Vorspieler heraus und werden ein wenig spacig. Klingt für mich ein wenig entfremdend, zu technisch, zu progressiv. Das Drumming auf diesen Parts ist aber wieder einmal geil. Man wechselt anschließend wieder in einen groovigen Part und klingt dann schon fast wie Goregrind. Ausgefädelte Gitarrengeräusche und dann ist Ende.

Das Instrumentalstück Girl In Landscape klingt spacig und erhaben zugleich und schockt und ich bin froh, dass sie daraus keinen richtigen Song gemacht haben. Hätte gut als Intro dienen können, aber so etwas kann ja jeder, hehe.

Everything In Its Path legt im langsamen und schleppenden Tempo los und wechselt dann in einen bedrohlichen und zerstörenden Vernichtungsballerpart. Sehr fett. Wieder einmal klingt man ein wenig spacig, besonders im anschließenden Groovepart. Die progressiven Einflüsse werden hier erhöht. Der Gesang auf dem langsamen und technischen Gitarrenspiel kommt schon gut und die verschiedenen Wechsel auch. Ein wenig verwirrend. Bis zum Vorspieler. Dann wieder Gesang im Solo obendrauf, längere Drumbetonung und ab in einen Blastbeatpart, der aber am Ende diabolisch niedergeschrien wird.

Nachdem Never Ending Teeth einem auch ordentlich die Gehörgänge durchgepustet hat, aber irgendwie an mir vorbeigesaust ist, folgt wieder ein Instrumentalstück. Insgesamt haben sie vier Instrumentalstücke am Start. Mögen sie anscheinend, warum auch nicht.

Ja, und irgendwie ist es bemerkenswert, denn das Jahr 2020 scheint keine richtig schlechten Alben hervorzubringen, und auch dieses ist weit davon entfernt. Okay, habe ich bei einen Unique Leader Records Album auch nicht erwartet. Es ist immer wieder schön zu hören, dass Bands versuchen, old schoolig zu grooven, aber nicht in 08/15 Slam Gedudel abdriften, sondern technisch und versiert zu Werke gehen und trotzdem drückend und tanzbar. So auch bei Afterbirth. Außerdem darf der Bass sich ordentlich austoben und spielt nicht nur eine untergeordnete Rolle. Basser Dave Case zockt seit 2010 auch bei Helmet. Der weiß, wie es geht. Wieder einmal wurde ich überrascht, auch wenn mich persönlich einiges überfordert. Kein Album für zwischendurch, aber auch keins, welches man nur als Frickelfreak hören kann.

Afterbirth – Four Dimensional Flesh
Fazit
Die Amerikaner von Afterbirth hauen auf ihrem zweiten Album eine gelungene Mischung aus frickeligem Death Metal und old schooligem Groove heraus. Die Instrumentenfraktion ist gleichberechtigt und die Vocals werden eher gegurgelt. Der Sound ist recht steril, passt aber zur Musik. Eine gewisse Portion Progressivität wird ans Tageslicht gefördert, aber durch das technische Vermögen der Musiker unterstützt diese die Brutalität und die Aggressivität. Gutes Album!

Anspieltipps: Beheading The Buddha und Everything In Its Path
Michael E.
7.8
Leser Bewertung0 Bewertungen
0
7.8
Punkte
Podcast
Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast

Where To Listen: