”Top-Konzert trotz Fußball”

Hauptband: b.o.s.c.h (Facebook & Homepage)

Vorbands: Passfader (Facebook) & DoNotDream (Facebook)

Location: Kulturzentrum Pumpwerk, Wilhelmshaven

Homepage: http://pumpwerk.de

Datum: 25.05.2013

Einlass: 20:00 Uhr / Konzertbeginn: 21:30 Uhr

Kosten: VVK: 10 €; AK: 12 €

Besucher: ca. 300

Setlists:

Passfader
DoNotDream
  1. Fear
  2. Take My Scars
  3. American Massacre
  4. Mirror
  5. Lunatic Asylum
  6. Abortion
  7. Schizophrenic
  8. From Hell
  9. End Of Days
  10. Ropeless
  1. Winternacht
  2. Ikarus
  3. 1000 Wünsche
  4. Leb Deinen Traum
  5. Phoenix
  6. Königskinder
  7. For You
  8. Schlaflied (Party)
  9. Eiskönigin
  10. Narben
  11. Jahr Für Jahr
  12. Drunken Sailor

 

b.o.s.c.h.
  1. apparat
  2. der erste stein
  3. engel
  4. schwarzer mann
  5. spiegel
  6. mehr
  7. gier
  8. schwarze sonne
  9. eiszeit
  10. der sturm
  11. die laesterzungen
  12. kaelte
  13. zeit
  14. meine welt
  15. ein augenblick
  16. sklaven des nichts
  17. amok
  18. eine frage der zeit

 

Wo bleibt eigentlich der Sommer und warum ist das Wetter immer dann, wenn man auf Tour will, besonders mies? Fragen über Fragen, die mich jedoch an diesem verregneten Samstagabend nicht weiter beschäftigen sollen, denn es steht Wichtigeres auf dem Zettel: b.o.s.c.h.. Denn die Wilhelmshavener Industrial Rocker geben am heutigen Tag ihr Releasekonzert zum neuen Album apparat im Kulturzentrum Pumpwerk in Wilhelmshaven. Außerdem warten auf den gespannten Konzertbesucher noch die Bands Passfader und DoNotDream.

Recht früh mache ich mich auf den Weg, um unterwegs noch kurz eine Freundin aufzusammeln und etwas zu futtern. Anschließend geht es direkt zu Fuß über die Deichbrücke Richtung Pumpwerk. Wie immer ist das Haus an sich bunt erleuchtet, die Parkplatzsituation hat sich keineswegs verschlechtert und es gibt auch bei unserem Eintreffen um 20:15 Uhr noch mehr als genügend freie Parkplätze für die Weitangereisten, Faulen oder die, die es sich einfach leisten können. Auch die ÖPNV Anbindung ist, Dank der Bushaltestelle in der Nähe, relativ gut und die zwei Minuten Fußweg zum Veranstaltungsort sind durchaus zu verkraften. Zum Hauptbahnhof Wilhelmshaven sind es ebenfalls gerademal fünf Minuten, wenn man gemütlich läuft.

Leider gibt es am heutigen Tag jedoch ein kleines Problem, denn das Champions League Finale 2013 zwischen Borussia Dortmund und Bayern München, oder wie andere es nennen: Deutschland gegen Bayern, fällt ausgerechnet auf den heutigen Abend. Doch daran wurde natürlich gedacht und so wird das Fußballspiel kurzerhand im Pumpwerk Club direkt neben der Konzerthalle übertragen. Viel wichtiger ist jedoch: Es gibt genug Bier für alle und das zum Preis von 2,50 € pro frisch gezapftem Jever.

Ich persönlich kann mit Fußball zum Glück nicht allzu viel anfangen und kann mich so ausnahmslos den drei Bands widmen. Leider gilt dies für viele andere Leute jedoch nicht und so spielen Passfader fast pünktlich zum Konzertbeginn vor einem noch relativ leeren Pumpwerk. Im Gegensatz zum Sound, der zum Teil durchaus besser hätte eingestellt sein könnten, ist Frontmann Sascha jedoch in der Form seines Lebens und lässt sich auch von einem kaputten Fuß und Fußball nicht ablenken: Scheiß auf Fußball heißt es und so wird auf und vor der Bühne fleißig Gas gegeben. Das Fußballspiel wird von den Bayern gewonnen und die Fans verlassen das Stadion, im Pumpwerk hingegen geht die Party fleißig weiter. Nach einiger Zeit endet der erste Teil der Show und Passfader gehen gut gelaunt und auch ein wenig erleichtert von der Bühne.

Nach kurzer Umbaupause geht es weiter mit DoNotDream, die die eigentlich geplante Band Regicide, welche gesundheitsbedingt leider ausfällt, ersetzen. Die Band aus Oldenburg hat sich dem Dark und Melodic Metal verschrieben und genau dies gibt’s auch fleißig auf die Ohren. Winternacht, Leb Deinen Traum und Narben sind nur drei der Songs, die im Regelfall wohl für ordentlich fette Stimmung sorgen sollten. Leider steht das Publikum größtenteils stocksteif in der Gegend rum. Ob man von Passfader noch zu geschafft oder traurig wegen dem Fußballspiel ist, sei mal dahingestellt. Bei den meisten Gästen dürfte das Problem wohl sein, dass DoNotDream in Wilhelmshaven nicht bekannt sind und viele scheinbar der Meinung sind, dass man sich zu unbekannten Tönen nicht bewegen darf. Fakt ist jedoch, dass die Band eine grundsolide Show auf die Bühne bringt, die vom Musikalischen her, wie so vieles, einfach nur Geschmackssache ist. Ich für meinen Teil habe mich nach zwei Songs doch an die Konstellation aus gutturalem Gesang und glasklaren Vocals gewöhnt und bin durchaus zufrieden mit der gebotenen Show. Lediglich das Cover vom weltbekannten Song Drunken Sailor wirkte zum Schluss des Auftritts doch ein wenig aufgesetzt und überzogen.

Als schließlich auch die letzten Fußballfans das Ergebnis verdaut haben und vom Pumpwerk Club in den Konzertsaal drängen, betreten auch b.o.s.c.h. endlich die Bühne und beginnen um ca. 24:00 Uhr mit dem Titeltrack ihres heute vorgestellten Albums apparat die Show. Dass die Jungs nach wie vor einen Mordsspaß an dem haben, was sie tun, lässt sich von der ersten bis zur letzten Sekunde nicht leugnen.

Neben Songs des neuen Albums werden auch bekannte Klassiker wie spiegel oder natürlich mehr zum Besten gegeben. Ja, b.o.s.c.h.-Songs werden in der Tat kleingeschrieben. Nach gut der Hälfte der Songs gibt es von Sänger Max die Ansage, dass man sich mal an ein etwas anderes Musikstück gewagt hatte. Kennern des neuen Albums ist natürlich sofort bewusst, dass sich nun etwas Fettes zusammenbraut, denn es folgt der sturm. Wie auch auf dem Album wird der Song samt Gastsängerin Britta H. zum Besten gegeben und weicht, wie man es sich wünscht und man es von b.o.s.c.h. eben gewohnt ist, qualitativ kein Stück von der Albumversion ab.

Nach 18 Songs findet das Konzert mit eine frage der zeit – einem Cover von Depeche Mode’s A Question Of Time – ein würdiges und gleichzeitig fetziges Ende.

Fazit: Passfader, DoNotDream und b.o.s.c.h. haben ein richtig fettes Event auf die Beine gestellt. Diese Meinung bestätigen mir nicht nur diverse Gäste nach dem Konzert, sondern auch meine nicht unerheblichen Nackenschmerzen am Tag danach. Leider gab es beim Auftritt von b.o.s.c.h. ein paar volltrunkene Gäste, die meinten die Bühne zu erklimmen und dort den Hampelmann markieren zu müssen. Hier hätte man seitens des Pumpwerks definitiv für Security-Personal, welches den ganzen Abend lang nicht zu sehen war, sorgen müssen. Auch der Sound hätte an einigen Stellen durchaus etwas besser sein können. Betrachtet man jedoch den Abend als solchen, können die Bands und Gäste diesen wohl als durchaus gelungen und ein endlich mal wieder richtig geiles Musikerlebnis in der – scheinbar doch nicht ganz verschlafenen – Stadt an der Nordsee, Wilhelmshaven, abhaken. Gerne wieder.

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