Bloodbeat – Process Of Extinction

Ein Neunziger Sound liegt in der Berliner Luft und bringt das ORWOhaus zum Einstürzen

Artist: Bloodbeat

Herkunft: Deutschland

Album: Process Of Extinction

Spiellänge: 37:16 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 18.06.2021

Label: Inverse Records

Link: https://bloodbeat.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Jason
Gitarre – Daniel Dokic
Bassgitarre – Fux
Schlagzeug – Paul

Tracklist:

  1. Creative Murder
  2. Beyond The Skeletons
  3. Pulse
  4. No Control
  5. Permanent Shadows
  6. Intention To Kill
  7. Rigor Mortis
  8. Slow Decompose

Kleider machen Leute. Das war im Mittelalter so und das ist auch noch heute so, vor allem bei Metalfans. Man guckt doch gerne auf das T-Shirt der anderen, um Gleichgesinnte ausfindig zu machen. Dieses kam mir sofort in den Sinn, als ich das Bandbild von Bloodbeat betrachtete. Ein Misery Index Shirt und vor allem ein Dehuman Reign Longsleeve. Letzteres macht sehr viel Sinn, da die Band ja aus Berlin stammt. Die Burschen von Dehuman Reign habe ich zuletzt mit meiner Freundin im ORWOhaus (Suffocation-Tour) in Berlin getroffen. Dort haben Bloodbeat ein Musikvideo zu dem Song Process Of Extinction gedreht und nun schließt sich quasi der Kreis. Gegründet wurde die Band im Jahre 2014. Nach einem Demo im Jahre 2015 ließ man 2016 das Debütalbum namens Murderous Art folgen. Basser Aiko und Annexation (geiler Berliner Thrash Krams) Drummer kamen im Jahre 2017 neu in die Mannschaft. Aufgrund von gesundheitlichen Gründen verließ Brian die Band und Daniel Dokic, genannt Molly, ergänzte die Band. Das Ergebnis der Zusammenarbeit liegt mir nun in Form des zweiten Albums vor.

Gemischt & Aufgenommen wurde das Album von Marc Wüstenhagen bei Dailyhero Recordings in Berlin. Das Mastering wurde von Gunnar Refardt übernommen. Das Cover Artwork wurde von Alex Tartsus (Art Studios) erstellt.
Und los geht es mit Creative Murder. Mit fettem Druming und groovigem Midtempo startet man und wechselt in einen amerikanischen Death Metal Part, der mich an Skeletal Remains erinnert. Man bangt sich gerade warm und zack, wird man von einem Blastbeatüberraschungspart, kombiniert mit einem langen Scream überrollt, bevor man dann in einen schnellen Part wechselt. Druckvoll im Midtempo geht es weiter, kombiniert mit groovigen Elementen. In der Mitte lässt man es ein wenig technisch werden und bietet dann einen Napalm Death Groove-Part an, um wieder ordentlich Gummi zu geben. Screams erfolgen und anschließend wird mit einem schnellen Uftata der Spaß beendet. Die Screams erfolgen noch einmal und dann ist Schluss mit dem Mörder.
Beyond The Skeletons kommt zu Beginn auch groovig aus den Boxen. Das Tempo wird erhöht und man knattert sich druckvoll durch das Gebälk. Gutes Riffing, welches bei der sehr geilen Produktion auch sehr gut zur Geltung kommt. Ebenso wie die Vocals. Die Tempowechsel kommen sehr gut, aber irgendwie reißt mich der Song nicht so mit, trotz gutem Riffing, welches teilweise thrashig daherkommt, und Solo. Ist mir ein wenig zu vertrackt und mit fast 5:30 Minuten auch zu lang. Schlecht ist aber was anderes.
Pulse überzeugt mich von der ersten Sekunde an. Thrashiges Riffing zu Beginn und ab in einen fetten Groovepart. Der Song ist ein Freudenfest für Headbanger. Auch hier verschaffte die Produktion dem Material sehr viel Druck. Das Ding ist am Treiben wie Sau.
No Control erinnert dann wieder an Napalm Death. Jetzt nicht wegen der alten Blastbeatattacken, sondern eher aufgrund des typischen Grooves. Vor allem der Drummer schlägt diese Richtung ein und die kraftvollen Vocals passen wie die Faust aufs Auge.
Permanent Shadows fädet so langsam ein, dann geht man wieder intensiv ins Midtempo und zwingt einen förmlich dazu, den Kopf zu bewegen. Vorspieler und ab dafür. Tempoaufnahme bitte. Gerne geschehen. Das Teil treibt und killt ohne Ende. Macht nur Laune. Die Wechsel bringen es hier. Schocken. Die unterschwelligen Vernichtungsattacken des Drummers sind schon geil. Dann gibt es noch einmal diese Vorspieler mit anschließender Zerstörung und wildem Soloritt. Und noch einmal Tempoverschärfung mit fettem Riffing. Ja, der Song knallt ohne Ende und geht auch ein wenig in Richtung Skeletal Remains.
Intention To Kill drückt und zwickt an allen Ecken und Kanten, vor allem das Riffing zu Beginn ist echt lecker. Der typische Groove, den Bloodbeat innehaben, kommt hier wieder zur Geltung! Das Tempo wird auch hier verschärft und ein melodisches Solo wird verbraten.
Über Rigor Mortis sagt die Band Folgendes: „Bei dem Song Rigor Mortis handelt es sich nicht nur explizit um die sogenannte Leichenstarre. Unter anderem spielt die Szenerie in der Welt zwischen Leben und dem Jenseits. Es geht um einen Psychopathen, der in seinem jämmerlichen Leben schon sämtliche Gräueltaten begangen hat. Bloß die schlimmen Taten begann er nicht allein. Sein Körper wird von einem Dämon kontrolliert. Er versucht den Dämon aus sich herauszujagen, indem er sich selbst massakriert. Das Böse in ihm versucht dabei, ihn weiterhin zu verführen und an sich zu reißen. Sein Ziel ist es, ihn auf irgendeiner Weise loszuwerden. Nur sein Tod kann ihn besiegen und irgendwann hat das große Leiden auch ein bitteres Ende. “
Musikalisch nimmt man von der ersten Sekunde an totale Fahrt auf. Scream und ordentliches Geballer. Und wieder so einen geiler Groove. Das Tempo wird wieder verschärft, kurze Soloeinsätze inklusive. Sehr abwechslungsreich, sehr intensiv. Schockt. Am Ende baut man noch ein bedrohliches Szenario auf, ein Scream und ein Blast erfolgen und dann ist Ende im Gelände.
Mit Slow Decompose beendet man den Spaß. Thrashiges Riffing und deathiges Drumming bringen das ORWOhaus zum Einstürzen und mich dazu, mit einem freudigen Gesicht die Repeattaste zu drücken.
Bloodbeat – Process Of Extinction
Fazit
Bloodbeat aus Berlin zocken eine geile Mischung aus Death- und Thrash Metal, die tief in den Neunzigern verwurzelt ist. Mit kräftigen Growls, einer druckvoller Produktion, fetten Riffs und walzenden Parts erzählen sie Geschichten über die Gräueltaten der Menschheit. Fans von Napalm Death, Slayer, Terrorizer, Death und Cannibal Corpse sollten zuschlagen.

Anspieltipps: Permanent Shadows und Rigor Mortis
Michael E.
8.3
Leser Bewertung3 Bewertungen
8.2
8.3
Punkte
Podcast
Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast

Where To Listen: