Artist: Castrator
Herkunft: USA
Album: Coronation Of The Grotesque
Spiellänge: 37:13 Minuten
Genre: Death Metal
Release: 15.08.2025
Label: Dark Descent Records
Link: https://www.facebook.com/CastratorBand
Bandmitglieder:
Gesang – Clarissa
Gitarre – Sara Loerlein
Bassgitarre – R.M.
Schlagzeug – C.Perez
Tracklist:
1. Fragments Of Defiance
2. I Am Eunuch
3. Covenant Of Deceit
4. Mortem Opeterie
5. Remnants Of Chaos
6. Deviant Miscreant
7. Psalm Of The Beguiled
8. Blood Bind’s Curse
9. Discordant Rumination
10.Metal Command (Exodus Cover)
Ein internationales Projekt mit Sitz in New York City mit Mitgliedern aus Mexiko, Norwegen, Schweden, Kolumbien und den USA. So legte die Band Castrator 2013 los, und so ist es in Teilen immer noch. Mittlerweile hat sich einiges getan und an der Gitarre und an den Drums hat es ein paar Veränderungen in den Jahren gegeben. Nach einem Demo 2014 und einer EP im Jahre 2015 erschien 2022 das Debütalbum namens Defiled In Oblivion. Man muss es zwar erwähnen, spielt aber keine Rolle. Es handelt sich hier um eine rein weibliche Band. Eine reine Information, wie ich finde. In neuer Konstellation hat man jetzt ein zweites Album aufgenommen und das Label Dark Descent Records ist wieder an ihrer Seite.
Mit Fragments Of Defiance legt man los wie die Feuerwehr. Gleich ziemlich geile Riffs, kraftvolle Vocals und ordentliches Geknatter. So kann man mal starten. Ohne Vorwarnung gleich ein Schlag ins Gesicht. Wütend und präzise. Die Gitarren heulen auf und es erfolgt eine Art Solo, bevor man dann das Gaspedal loslässt und einen ziemlich fetten und bösartigen Groove aus dem Hut zaubert. Der hat es echt in sich, denn er ist sehr weit davon entfernt, stumpf zu klingen. Geht irgendwie ein wenig in Richtung Immolation. Es folgt wieder ein verspieltes Solo. Kurz und imposant. Dann Gitarrenvorspieler mit Betonungen und wieder ab dafür. Fettes Riffing und Geballer machen das Ganze sehr abwechslungsreich, auch der langsame nachfolgende Part im Stakkato-Stil und screamigem und growligem Gesang hat es in sich. Noch ein Solo und dann schleppt man sich langsam, aber sicher ins Ziel. Ja, guter Einstieg.
Der Song Covenant Of Deceit haut mich am meisten um. Kleines Intro mit einer Sprachnachricht und dann startet man sinnig und gechillt, um dann die Hölle ausbrechen zu lassen. Das ist Death Metal der alten Schule, schön brutal und vor allem präzise. Tempo raus, Gitarrenquietscher rein. Darüber die fetten Growls, kombiniert mit den fiesen Screams. Hier wechselt man innerhalb des Parts zwischen Uptempo und Midtempo hin und her, verlangsamt dann wieder alles, wiederholt den vorherigen Part und kommt dann zu einem melodischen Solo, welches es in sich hat und Laune macht. Hier kann man viel erleben, ohne die Songs zu überladen, denn alles ist im Fluss und nachvollziehbar. Beim Tempo ist man sehr variabel und das steht ihnen echt gut zu Gesicht. Ziemlich geil ist der teilweise doppelte Gesang. Da das ganze Album auch ziemlich fett produziert ist, kommt diese Doppeldeutigkeit auch gut zur Geltung. Textlich geht man in diesem Song gegen religiöse Manipulation und gegen Machtmissbrauch vor. Dazu passt die Art des Musizierens hervorragend.
Das Album geht wieder in Richtung alte amerikanische Death Metal Schule und hat Einflüsse von Bands wie Death, Suffoction, Deicide, Immolation, Cannibal Corpse und auch Morbid Angel inne. Im Vergleich zum Vorgängeralbum zeigt man sich aber im Punkt Songwriting wesentlich verbessert. Ob das an der neuen Gitarristin Sara liegt, weiß ich nicht, aber es ist absolut hörbar.
Der Anfang von Mortem Opeterie hat es absolut in sich. Die Vorspieler und dann die Ankündigung des Untergangs. Herrlich. Der Song selber verliert sich in meinen Ohren ein wenig, aber macht trotzdem Laune.
Deviant Miscreant fängt so ähnlich an und ist absolut explosiv und aggressiv. Schön schnell mit geilem Riffing und doppeltem Gesang, und dann holt man Dying-Fetus-lastige Hardcore-Momente hinzu. Ja, das funktioniert einwandfrei. Fetter Song, der sehr gut ins Ohr geht und auch da hängenbleibt. Sehr abwechslungsreich. Gerade diese Dying-Fetus-Momente schocken. Dann präsentiert man noch einen melodischen Part, baut diesen ein wenig aus und groovt wieder. Klingt doch ein wenig anders, überzeugt mich aber, da am Ende auch wieder ordentlich geballert wird.
Es ist nicht alles Gold, was glänzt, denn an der einen oder anderen Stelle klingen sie mir ein wenig zu vertrackt, aber ansonsten macht das Album absolut gute Laune. Der Wechsel der Geschwindigkeiten passt überwiegend und erhöht den Spannungsbogen. Eine absolut geile Rhythmusfraktion, die definitiv keine Gefangenen macht. Und sie bleiben interessant, denn man weiß nicht so wirklich, was als Nächstes kommt.
Songs wie Psalm Of The Beguiled oder Discordant Rumination sind absolut brutal.
Am Ende covert man noch Metal Command von Exodus. Passt nicht ganz ins Gesamtbild, wie ich finde, aber wird live sicherlich gut funktionieren. Auf dem Album finde ich es eher unpassend.




