Damnation Defaced – Invader From Beyond

“Eintauchen in eine andere Welt“

Artist: Damnation Defaced

Herkunft: Celle, Deutschland

Album: Invader From Beyond

Spiellänge: 42:26 Minuten

Genre: Melodic Death Metal, Death Metal

Release: 06.10.2017

Label: Apostasy Records

Link: http://damnationdefaced.com/

Produktion: Aufgenommen von Hannes Huke im Institut für Wohlklangforschung, Mix und Mastering von Dan Swanö, Synths wurden von David Hambach übernommen

Bandmitglieder:

Gesang – Philipp Bischoff
Gitarre – Lutz Gudehaus
Gitarre – Lutz Neemann
Bassgitarre – Kim-Patrick Friedrichs
Schlagzeug – Lucas Katzmann

Tracklist:

  1. NIOM: 004D004F0049004E
  2. Goddess Of Machines
  3. Invader From Beyond
  4. Mark Of Chain
  5. The Observer
  6. The Key To Your Voice
  7. Rendezvous With Destiny
  8. All Comes To It’s End
  9. Back From Apathy
  10. Creator’s Fall
  11. Embraced By Infinity

Ich habe so das Gefühl, dass Deutschland im Bereich Death Metal eigentlich sehr gut aufgestellt ist. Und da gehören selbstverständlich auch Damnation Defaced zu, die sich nach etlichen Shows zusammen mit namenhaften Künstlern, wie z.B. Sodom oder Misery Index immer mehr in der Szene etablieren konnten. Auf ihrem neusten Werk, das auf den Namen Invader From Beyond hört, beschäftigt sich die Truppe aus Celle mit dem Planeten Niom, welcher für dessen Bewohner (Darnoc) aufgrund chemischer Angriffe nicht mehr bewohnbar ist und diese deshalb nach einer neuen Bleibe suchen müssen. Doch nicht nur der textliche Aspekt lässt den Hörer sich in das SCFI-Spektakel hineinversetzen, sondern auch musikalisch wird einem eine sehr interessante Atmosphäre geboten, die durch den Einsatz von Synthesizer und elektronischen Parts erzeugt wird.

Den Einstieg in die Welt von Niom macht das gleichnamige Intro. Man wird erst einmal durch ruhige Synth-Töne auf den Planeten katapultiert und bekommt anschließend mit Goddess Of Machines mächtig in den Arsch getreten. Den Einsatz der Synthesizer im Titeltrack Invader From Beyond finde ich so überraschend passend, dass ich es selbst gar nicht glauben kann – dezent und doch wieder auffallend. Paradox aber wahr. Damnation Defaced machen das Ganze wirklich gut, denn trotz der vielen musikalischen Effekte sind die Songs keineswegs überlastet. Auch bei Mark Of Chain und The Observer setzt die Truppe auf einen modernen Sound, wo die melodischen Gitarrenlines inmitten der tiefen Growls von Sänger Bischoff sehr gut zur Geltung kommen.

The Key To Your Voice erinnert mich zu Beginn etwas an Mercenary, nur eben ohne Klargesang. Die immer wieder aufkommenden Pick Squeals zeigen vollen Wiedererkennungswert und haben mich im Zusammenhang mit dem sonst so groovig, düsteren Stück dazu gebracht, es direkt im Anschluss erneut abzuspielen. Genau solche kleinen Details brauchen Songs eben und genau das ist es, was Damnation Defaced von vielen Genrekollegen abhebt – hier wirkt alles gekonnt in Szene gesetzt, von keiner Eigenschaft ist zu viel da und bei jedem Durchgang lernt man andere Details kennen. Ich muss gestehen, ich bin echt froh dieses Review schreiben zu dürfen, sonst hätte ich die Jungs wahrscheinlich nicht kennengelernt.

Als mit All Comes To It’s End langsam alles zum Ende kommt, bietet mir das Quintett eines meiner Highlights, denn mit der sehr melodischen Gitarrenline, dem wirklich tollen Refrain und dem hier und da etwas experimentellen Gesang, zeigt der Song echte Stärken. Back From Apathy überzeugt von Beginn an mit einem sehr coolen Riff und stellt sich durch die sehr melodische Gesangslinie im Refrain als wirklicher Ohrwurm da. Die Jungs machen einfach alles richtig und haben sicherlich mit ihrem neusten Silberling einen Platz weiter oben verdient. Creator’s Fall und Embraced By Infinity lassen das Werk ehrenvoll ausklingen – sogar Klar- bzw. Sprechgesang finden im elften und somit letzten Stück noch einmal ihren Platz. Also wer auf Melodic Death steht, gute Storys mag und sich gerne auf etwas Experimentelles einlässt, kann hier einfach nichts falsch machen.

Wenn ich mir meinen eigentlich letzten Satz so durchlese, kommt es vielleicht so rüber, als ob auf dem Planeten Niom mit etwas zu viel des Guten um sich geschossen wurde, aber genau das ist eben nicht der Fall – alles hält sich im Rahmen und wirkt durch die Atmosphäre sehr spannend. Also keine Angst 😉

Fazit
Fazit: Damnation Defaced haben alles richtiggemacht. Wie ich wahrscheinlich in meinem Review bereits zu genüge beschrieben habe, ist in jedem Song alles am richtigen Platz und durch die Atmosphäre, die sich durch das gesamte Album zieht, hat man das Gefühl mittendrin zu stehen. Es wird nicht langweilig und es macht Spaß das Album von vorne bis hinten durchzuhören. Am besten sogar mit Kopfhörern, denn so wirkt das Gesamtbild am besten auf einen. Ich hoffe, die Jungs heben sich mit Invader From Beyond ab vom Underground … Verdient hätten sie es auf jeden Fall!

Anspieltipps: The Observer, The Key To Your Voice und All Comes To It’s End
Julian N.
9.5
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9.5
Punkte
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