Despising Age – Belligerent

Katastrophen, Mord, psychologisch dominante Ereignisse und der Hang zum Florida Death Metal

Artist: Despising Age

Herkunft: Schweiz

Album: Belligerent

Spiellänge: 39:22 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 05.06.2021

Label: Planet K Records

Link: https://www.facebook.com/despising.age

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Russel Knobel
Gitarre – David Pizzuti
Bassgitarre – Paride Casu
Schlagzeug – Alessandro Caruso

Tracklist:

  1. Redemption Though Enucleation
  2. Deterioration
  3. In Agony’s Clutches
  4. Where Repulsion Takes Form
  5.  (Once Was A) Dormant Catastrophe
  6. An Overgrowth Of Terror
  7. Suicidal Pandemia
  8. Endangered
  9. Tomorrow Comes Bleeding
  10. MLD

Despising Age wurden im Februar 2012 in Cadenazzo, Südschweiz, aus der Asche der Death Metal Band Telesma von Gitarrist David Pizzuti und Schlagzeuger Matteo Martini geboren. Nach ein paar Monaten stieß Davids langjähriger Freund Russell Knobel als Gitarrist zur Zufriedenheit aller zur Band. Im September 2013 nahm die Band in dieser Besetzung das erste Demo namens DEMOnstration Of Hatred auf. Im März 2014 vervollständigte Basser Riccardo Catinella das Line-Up. Nun als Quartett unterwegs, ballerte man im Jahre 2014 eine EP raus. Im März 2016 präsentiert die Band erneut ein neues Line-Up. Sie rekrutierte ihren langjährigen Freund Paride Casu an der Bassgitarre und den donnernden Schlagzeuger Alessandro Caruso und ließ 2017 eine weitere EP folgen. Diese EP wurde live zwischen Italien und der Schweiz promotet, unter anderem als Vorband von Suffocation. Anno 2021 ist es nun so weit. Er erscheint das Debüt der Schweizer via Planet K Records.

Textlich handelt es sich überwiegend um ein Konzept und es geht um Katastrophen, Mord oder psychologisch dominante Ereignisse. Es gibt aber auch Songs, die beziehen sich stattdessen auf das Thema der Gleichgültigkeit gegenüber einer sterbenden Welt.

Belligerent wurde von Jack Demon in Brainscan Studio aufgenommen. Gemischt und gemastert wurde es  von Stefano Morabito (16th Cellar Studio). Das Artwork ist von Mauro Mazzara (M2 Illustration). So viel zu den Infos vorweg.

Dann wollen wir mal sehen, was die musikalischen Ergüsse uns zu bieten haben.

Los geht es mit Redemption Though Enucleation. Stakkatoriffing mit entsprechenden Variationen zur Einleitung lassen schon einmal die Vermutung nahe liegen, dass es sich um ein Death Metal Album handeln wird. Danach geht man in old schooliger Manier ins Uptempo. Blastbeat und ab dafür. Ja, sehr schön. Und ab in die Florida-Schule. Feiner, druckvoller Death Metal Groove. Die Vocals sind schön tief, es wird aber auch gescreamt. Man nimmt wieder mit schnellen Uftata Fahrt auf und bietet ein schönes Uptempoinferno. Ein verspieltes, teilweise melodisches Riff folgt, welches von der Doublebass eindrucksvoll in Szene gesetzt wird. Und natürlich muss auch ein Solo her, welches aber mit verspielten und verzwickten Riffs kombiniert wird und von den Drums ebenfalls technisch begleitet wird. Am Ende erfolgt ein Vorspieler und es wird wiederum verspielt Gummi gegeben. Kommt ganz gut am Ende hin für meinen Geschmack.

Kurze Schläge auf die Tom und dann ab dafür. Kurze Vorspieler und ein Uftatapart folgt. Der Anfang von Deterioration ist gemacht. Danach lassen sie einen deaththrashigen Part folgen, welcher an Malevolent Creation erinnert. Kurze Basseinlage, gefolgt von einem verspielten Solo. Druckvoll agiert man danach im Midtempo und lässt die Doublebass sprechen, bevor man dann in einen feinen Blastbeatpart wechselt. Und dann Tempo raus und grooven. Gute Idee. Der Sänger screamt sich böse die Seele aus dem Leib und wieder folgt ein Solo. Man zieht den Part ein wenig, klingt ein wenig vertrackt, lässt ausklingen und bietet danach thrashige Vorspieler, bevor man dann mit einem schnellen Uftatapart den Song beendet.

Der Beginn von In Agony’s Clutches ist herrlich. Der Sänger kotzt sich einen und dann kommt ein geiles Riff, welches ausgenutzt wird und mit mehreren Geschwindigkeitsvariationen versehen wurde. Ein kurzer Vorspieler und wieder Tempo. Es folgt ein cooler Groovepart und wieder diese Vorspieler. Ich mag es, wenn der Drummer diese mit einigen Schlägen begleitet. Das klingt immer nach Ankündigung eines kommenden Ballerparts und so ist es auch. Es folgt dieser typischen Groovepart, den man von Suffocation kennt. Die Frank-Mullen-Gedächtnis-Hand in die Luft und ab dafür. Das Drumming ist auch fein danach. Es folgt ein Solo, kombiniert mit schnellen Uftata-Momenten und kurzen Blasteinsätzen. So kennen wir es wiederum von Suffocation und so lieben wir es. Später folgt noch langsames Riffing. Das groovt ordentlich, aber am besten dabei finde ich den Doublebassteppich, welcher darunter gelegt wird. Herrlich.

Where Repulsion Takes Form arbeitet nach dem gleichen Schema, kommt mir aber ein wenig zu hektisch und unkontrolliert herüber. Ist ja nichts Schlimmes oder Dramatisches, aber irgendwie klingt es sehr unstrukturiert. Ist wahrscheinlich so gewollt. Ein langes, wildes Solo am Ende und dann ist auch schon Schluss.

Mit atmosphärischen Cleangitarrenklängen und leisen Stimmen im Hintergrund agiert das Zwischenintro (Once Was A) Dormant Catastrophe.

Die Mischung aus Death und Thrash Metal zu Beginn von An Overgrowth Of Terror erinnert mich dann wieder an Malevolent Creation. Man wechselt in einen schnellen Uftatapart und lässt es dann ordentlich krachen. Geht gut ins Ohr. Ein basslastiger Groovepart erklingt, gefolgt von einem wilden Soloritt. Dieses ist wieder recht lang und dann groovt man wieder im Midtempo. Ja, da wackelt der Kopf. Der Trommler spielt ein kleines Solo und die Gitarren begleiten dieses mit einigen Gitarrenanschlägen. Es erfolgen wieder die bekannten Vorspieler und am Ende wird noch einmal Vollgas gegeben.

Despising Age haben immer noch den Florida Death Metal im Blut, verbinden diesen aber nun mit Blastbeats und Thrash Metal Attacken. Das Zuhören macht überwiegend wirklich Spaß. Am Ende hin verlieren sie meines Erachtens ein wenig an Power, obwohl mit Endangered noch ein geiler und brutaler Song am Start ist.

Despising Age – Belligerent
Fazit
Death Metal der alten Schule. Florida schickt Grüße in die Schweiz. Diese haben Despising Age gerne angenommen. Dazu kommen noch einige Blastbeats und Thrash Metal Parts. Nicht alles hat mich mitgenommen, aber überwiegend schockt diese Art des Death Metals.

Anspieltipps: Deterioration und Endangered
Michael E.
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