DeWolff – Live & Outta Sight II

Lebendige Spielfreude!

Artist: DeWolff

Herkunft: Geleen, Niederlande

Album: Live & Outta Sight II

Spiellänge: 74:36 Minuten

Genre: Psychedelic Bluesrock

Release: 14.06.2019

Label: Mascot Records

Link: https://www.dewolff.nu/#/home

Bandmitglieder:

Gitarre und Gesang – Pablo van de Poel
Keyboard, Hammond-Orgel und Gesang – Robin Piso
Schlagzeug und Gesang – Luka van de Poel

Tracklist:

1. Big Talk
2. Sugar Moon
3. Medicin
4. Tombstone Child
5. California Burning
6. Deceit & Woo
7. Share The Ride
8. Tired Of Loving You
9. Outta Step & Ill At Ease
10. Double Crossing Man
11. Love Dimension

2007 als Teenager-Band gegründet, haben DeWolff seither eine steile Karriere hingelegt. So hat die Band mit Pablo nicht nur den besten Gitarristen der Niederlande in ihren Reihen, sondern hat seit ihrem Sieg bei einem Talentwettbewerb 2008 mehr als 1000 Konzerte auf verschiedenen Kontinenten bestritten und konnte auch ein breiteres Publikum auf diversen Festivals begeistern. Damit sind die Niederländer auch hierzulande bei weitem keine Unbekannten mehr. Mit Live & Outta Sight II veröffentlicht das Trio nun die Fortsetzung des 2015er ersten Livealbums.

Natürlich muss man hier die Frage nach der Berechtigung einer erneuten Livescheibe stellen, zumal der Silberling ausschließlich Bekanntes enthält und seit 2015 mit Roux-Ga-Roux und Thrust gerade einmal zwei weitere Studio-Veröffentlichungen zu Buche stehen. Ferner wurden die Songs auf Live & Outta Sight II während der Thrust-Tour 2018/19 mitgeschnitten, sodass der Fokus der Songauswahl klar auf dem zugehörigen Studioalbum liegt. Also: Braucht es diese Live-Veröffentlichung? Ja, unbedingt!

Die Jungs aus Geleen zelebrieren auf diesem Album ihren speziellen Stil des Psychedelic Southern Rock, der den Hörer erstaunt in die späten 1960er zurückversetzt. Dabei ist es gelungen, die Live-Attitüde einzufangen. Und das, obwohl das Publikum stets dezent im Hintergrund bleibt. Vielmehr entfaltet nahezu jeder der dargebotenen Songs sein eigenes Charisma – auch unabhängig von der zugrunde liegenden Studioversion. So ufern manche Stücke – beispielsweise Deceit & Woo oder Tired Of Loving You – in wahre Jam-Sessions aus, welche die Spielfreude des Trios beweisen. Selbst die hier dargebotene Version des Songs Medicine, welcher ursprünglich auf dem Debütalbum Strange Fruits And Undiscovered Plants herauskam und bereits auf der ersten Live-Platte veröffentlicht wurde, erscheint hier in neuem Gewand und versprüht ein eigenes Flair. Chapeau!

DeWolff – Live & Outta Sight II
Fazit
Auch wenn auf Live & Outta Sight II keine neuen Songs dargeboten oder (bis auf eine Ausnahme) alte Perlen aufgefrischt und live präsentiert werden, hat das Album eine ganz klare Daseinsberechtigung. DeWolff beweisen hier eindrucksvoll, dass Musik stets lebendig ist. Die Niederländer nutzen ihre Studioversionen lediglich als Fundament und kreieren daraus – scheinbar je nach Tagesform und entsprechendem Gemütszustand – eine eigenständige Variante. Hier darf man sich gewiss auf die Tour zum kommenden Album im Frühjahr 2020 freuen.

Anspieltipps: Medicine, Tombstone Child und Tired Of Loving You
Christian G.
8.5
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8.5
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