Einherjer – North Star

Dieser Viking Metal funkelt und überstrahlt zu Beginn die Konkurrenz, verglüht dann aber etwas

Artist: Einherjer

Herkunft: Norwegen

Album: North Star

Genre: Viking Metal

Release: 26.02.2021

Label: Napalm Records

Links: http://einherjer.com/
https://www.facebook.com/einherjermusic

Produktion: Frode Glesnes, Borealisvon Studio

Bandmitglieder:

Schlagzeug, Keyboards – Gerhard Storesund
Gesang, Gitarre, Bass – Frode Glesnes
Lead-Gitarre – Ole Sønstabø
Gitarre, Backgroundgesang – Tom Enges

Tracklist:

1. The Blood And The Iron
2. Stars
3. West Coast Grove
4. Ascension
5. Higher Fire
6. Echoes In Blood
7. Listen To The Graves
8. Chasing The Serpent

Bei den Norwegern, die als Mitbegründer des Viking Metal gelten, hat es ein paar Veränderungen gegeben: Gitarrist Aksel Herløe, der einst sein Debüt auf Norwegian Native Art gab, ist weg, dafür bedient Ole Sønstabø die Lead-Gitarre wie schon bei den Re-Recordings von Dragons Of The North und dem 2018 erschienenen Norrøne Spor. Unterstützt wird er dabei von Tom Enge. Die Einflüsse aus dem Black Metal wurden im Vergleich zu früheren Werken weiter zurückgefahren. Es wird mehr gerockt, weniger in teuflisch-kalten Sphären gehämmert. Eine große Abkehr vom bisherigen Schaffen ist North Star freilich aber nicht. Die knorrig-krächzenden Vocals, diesmal ohne norwegische Texte, sind noch immer ein von anderen Bands abhebendes Merkmal. Auch können die Norweger immer mal wieder mit tollen Melodien glänzen, die einen tollen Kontrast zu den black-metallischen Einflüssen darstellen.

Höhepunkte sind die drei vorab veröffentlichten Songs. The Blood And The Iron ist ein Prachtstück und zeigt, zu was die Herren noch immer fähig sind. Treibender Double-Bass und ein Chorus, der durch einen Hammer-auf-Amboss-Schlag-Soundeffekt veredelt wird – nette Idee, die super zum Sound der Band passt. Auch Stars weiß zu begeistern. Starke Gitarrenarbeit, eine dichte Atmosphäre durch eine schleppende, reduzierte Instrumentalisierung, starkes, melodiöses Solo und eine ohrwurmige Gesangsharmonie. Perfekte Melange aus Folk Metal und Black Metal mit einem Schuss Classic Rock. West Coast Groove punktet ebenfalls mächtig: eingängiger geht’s kaum!

Danach kann dieses sehr hohe Level allerdings nicht mehr gehalten werden, zumindest springen einen die restlichen Songs nicht mehr so sehr an wie noch der Dreier zuvor. Auch wenn es immer mal wieder starke Momente gibt. So auch bei Ascension, das sich für einen Einsatz als Soundtrack für einen martialischen Wikinger-Film aufdrängt. Higher Fire hat einen cool-groovigen Refrain, recht rockig der Track, auch durch das Solo. Auffällig ist auch der durchaus eigensinnige Drum-Rhythmus und das sich immer wieder klar in den Vordergrund schnalzende Bass-Spiel. Der Midtempo-Stampfer Echoes In Blood hat einen ganz netten Refrain, viel mehr aber auch nicht. Listen To The Graves und Chasing The Serpent sind nicht schlecht, aber eigentlich freut man sich beim Hören dieser beiden Stücke eher darauf, dass gleich wieder die ersten drei Top-Songs abgespielt werden können. Und mit fast sieben Minuten sowie etwas über sechs Minuten sind die beiden Tracks auch etwas zu lang geraten. Wie gesagt, schlecht sind sie nicht, der Refrain von Listen To The Graves ist schon okay mit seiner epischen Atmo und auch Chasing The Serpent hat was durch seine an WASP oder an Type O Negative erinnernde Harmonien. Wirklich packend ist das aber nicht.

Einherjer – North Star
Fazit
Fans von Einherjer werden zufrieden sein mit dem achten Album. North Star funkelt vor allem zu Beginn prächtig und überstrahlt beeindruckend die Konkurrenz. Hier zeigen sich die großen Stärken der Norweger. Das ist Viking Metal at it's best! Sehr eingängig, tolle Melodien und eine ganz eigene, besondere Atmosphäre durch die Verquickung von Folk Metal, Black Metal und Classic Rock. Leider kann dieses sehr hohe Niveau nicht gehalten werden. Schlecht ist der Rest nicht, nur eben nicht packend genug. Somit wird dieses Album auf lange Sicht drei Songs zum bereits dicken Bandkatalog für künftige Liveauftritte beitragen und auf den Bühnen dieser Welt mächtig abgefeiert.

Anspieltipps: The Blood And The Iron, Stars und West Coast Grove
Tobias K.
7.8
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7.8
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