Entombed A.D. – Bowels Of The Earth

Mit der Ikone L-G Petrov zum nächsten Gnadenstoß

Artist: Entombed A.D.

Herkunft: Stockholm, Schweden

Album: Bowels Of The Earth

Spiellänge: 33:55 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 30.08.2019

Label: Century Media Records

Link: https://www.facebook.com/pg/EntombedAD/about/?ref=page_internal

Bandmitglieder:

Gesang – L-G Petrov
Gitarre – Guilherme Miranda
Gitarre – Nico Elgstrand
Schlagzeug – Olle Dahlstedt

Tracklist:

  1. Torment Remains
  2. Elimination
  3. Hell Is My Home
  4. Bowels Of Earth
  5. Bourbon Nightmare
  6. Fit For A King
  7. Worlds Apart
  8. Through The Eyes Of The Gods
  9. I’ll Never get Out Of This World Alive
  10. To Eternal Night

Entombed A.D. um L-G Petrov haben dieser Tage ihr neues Langeisen aus den glühenden Kohlen der Schmiede gehoben. Petrov ist förmlich mit Century Media Records verheiratet, auch sein Projekt Firespawn läuft über dieses Label. Den kauzigen Schweden als Freak zu bezeichnen, darf nicht als Beleidigung bezeichnet werden, eher als Huldigung seines Schaffens, denn solche extremen Künstler wie ihn gibt es im Death Metal nur wenig. Er lebt jedes einzelne Riff und gibt Live immer 110%. Ein Vollblutkrachmacher, den man aus der Szene nicht wegdenken möchte bzw. kann. Etwas länger als eine halbe Stunde schiebt sich das neue Material von Bowels Of The Earth tief in den feurigen Schlund des Ofens.

Kurz und schmerzlos, Torment Remains trifft die berühmte skandinavische Todesbleiader. Stampfend, mit geschickten Hassverlagerungen, kann man schon von einem typischen Entombed A.D.-Sound sprechen. In zwei Minuten geht das Intermezzo in einen flinken Dialog und über braucht nicht lange, um zu beweisen, dass man die eingefleischte Kunst auf einem neu dekorierten Tisch frisch serviert bekommt. An Ecken und Kanten mangelt es dem Geschoss nicht. Mittendrin immer dieser verrückte L-G Petrov, den man bildlich vor Augen wie von der Tarantel gestochen durchs Studio springen sieht. Ruhig sitzen kann der Mann wohl nur im Auto, wenn der Gurt ihn weich in den Sitz drückt. Bestimmt zu jeder Zeit präsent, die beiden Jungs an den Gitarren. Guilherme Miranda und Nico Elgstrand zeigen, dass Death Metal nicht an Melodien geizen muss und trotzdem nicht ins Subgenre von In Flames, Dark Tranquility und co. rutschen muss. Hell Is My Home kann man sinnbildlich mit einem geübten Faustschlag der Klitschko-Brüder vergleichen. Einmal getroffen, beginnt man zu taumeln, bis die Nase tief im Staub des Bodens versinkt. Ausgeknockt und aufgestachelt macht der Mittelpart des kurzen Longplayers richtig Laune. Dazu gehört der Titeltrack der an Position Nummer vier, der eure Muskeln im Nackenbereich auflockern möchte. Das Headbanging-Potenzial bleibt hoch, schöne Geschwindigkeitspassagen mit einem satten Groove lassen Platz für körperliche Tätigkeiten. An Spirit haben die Skandinavier nichts eingebüßt, natürlich bleiben Überraschungen aus, dafür kann man am Weg nicht mehr viel rütteln. Ein Cover ihrer selbst bekommt man jedoch ebenfalls nicht auf die Ohren gedrückt.

Entombed A.D. – Bowels Of The Earth
Fazit
Ich mag L-G Petrov. Er ist nicht nur ein Urgestein, er verkörpert irgendwie selbst den Death Metal in einer lockeren liebevollen und trotzdem ernsten Art und Weise, die man ihm stets abnimmt. Diese authentische Handschrift schafft er noch immer, in seine Stücke hinein zu transportieren. Wer jetzt unkt und behauptet Entombed A.D. machen quasi nichts Neues und spielen weiter ihren Stiefel, der hat recht, nur mit der Tatsache, dass sie ihn auf höchstem Niveau durch den sumpfigen Untergrund stampfen. Old School Deather kommen diesen Sommer, bzw. Frühherbst nicht an Bowels Of The Earth vorbei, der als kleinen negativen Einwand noch ein bis zwei Tracks mehr auf der Playliste haben könnte.

Anspieltipps: Hell Is My Home und Bowels Of Earth
Rene W.
8
Leserwertung1 Bewertung
9.9
Pro
Contra
8
Punkte
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