Fleshgod Apocalypse – Veleno

Die bisher giftigste Platte von Fleshgod Apocalypse

Artist: Fleshgod Apocalypse

Herkunft: Rom / Mona Lisa

Album: Veleno

Genre: Technical Death Metal, Symphonic Death Metal

Spiellänge: 51:39 Minuten

Release: 24.05.2019

Label: Nuclear Blast Records

Link: https://www.nuclearblast.de/de/shop/artikel/gruppen/51000.1.nuclearblast.html?article_group_sort_type_handle=rank&custom_keywords=fleshgod+apocalypse+veleno&sli=20425415#page-1

Bandmitglieder:

Bass, Clean Vocals – Paolo Rossi
Schlagzeug, Vocals, Guitars – Francesco Paoli
Piano, Orchestration – Francesco Ferrini

Tracklist:

  1. Fury
  2. Carnivorous Lamb
  3. Sugar
  4. The Praying Manti’s Strategy
  5. Monnalisa
  6. Worship And Forget
  7. Absinthe
  8. Pissing On The Score
  9. The Day We’ll Be Gone
  10. Embrace The Oblivion
  11. Veleno

Neues von den Italienern Fleshgod Apocalypse. Nuclear Blast bringt das neue Werk Veleno auf CD, CD+BluRay (enthält das Konzert Fleshgod Apocalyse – An Evening In Perugia) und auf Vinyl heraus. Die Vinylversionen sind in schwarz und in grau (limitiert auf 300 Stück) jeweils als Doppel LP erhältlich.

Das ehemalige Quintett ist mittlerweile auf ein Trio geschrumpft. Mastermind Francesco Paoli übernimmt auf dem aktuellen Longplayer die Drums, harsh Vocals und die Gitarren. Als Gastsängerin ist erneut Veronica Bordacchini dabei, die wie gewohnt den Sopran übernimmt. Das macht sie bereits seit dem dritten Album Labyrinth (2013).

Die für Fleshgod Apocalpyse einzigartige Mischung aus Technical Death Metal und Symphonic Death Metal setzt auf diesem Album praktisch dem vorletzten Album King die Krone auf.

Der orchestrale / symphonische Bombast der Vorgängeralben wird auf Veleno etwas zurückgefahren, ohne darauf komplett zu verzichten. Natürlich hören wir auch wieder Geigen. Das Piano ist dafür stärker in den meisten Songs eingebunden.

Die Struktur der Songs bleibt in der Regel düster und brutal. Die symphonischen (Klavier-)Einlagen sind sehr tragend. Brutal gegen die Wand gespielter Technical Death Metal in Kombination mit klassischen Elementen gibt den Songs eine ganz besondere Atmosphäre.

Das Album eröffnet wie eine Furie mit Fury. Genialer schneller Technical Death Metal, bei dem das Piano eine besondere Stellung besitzt. Klassischer (Chor-)Gesang stellt ein kleines Break dar, ohne den Song wirklich zu verändern. Er bleibt düster und schnell. 

Powermetalartig eröffnet Carnivorous Lamb. Im Hintergrund erhebt sich jedoch schon eine Gewitterfront. Das Gewitter bricht dann augenblicklich aus. Ein Wechsel zwischen harsh und clean Voices und wir sind wieder mitten drin im Technical Death Metal mit, zugegebener Maßen, einigen Gitarrenexperimenten. Immer wieder entlädt sich der Song extrem brutal.  

Sugar ist betörend, wie in einem Rausch. Wahnsinnige Läufe der Instrumente. Litaneien von Heerscharen aus der Hölle im Hintergrund. Zu diesem Song gibt es ein Video, welches sich dem Opiummissbrauch widmet. 

The Praying Manti’s Strategy ist im eigentlichen Sinne kein eigenständiger Song, sondern stellt nur das Intro zum folgenden Monnalisa dar. Monnalisa kommt theatralisch und episch daher, mit großartigem Chorgesang. Ein Piano, welches dem Song eine sonderbare Atmosphäre gibt, ohne dass es zu stark zu vernehmen wäre.

Nach so viel epischem Material gibt es mit Worship And Forget brachialen Technical Death Metal, ohne die klassische Attitüde ganz außer Acht zu lassen. Dafür sorgen alleine schon wieder ein paar Pianoläufe. 

Richtig dramatisch wird es mit Absinthe. Erneut Klargesang, der den harsh Voices entgegengesetzt wird.

Pissing On The Score ist für mich ein Song, der wahrscheinlich aus der Feder von Mozart stammen würde, würde er heute noch leben. Ein Nackenbrecher mit klassischem Background.  

The Day That We’ll Be Gone, mit dem flehenden Gesang von Sopranistin Veronica Bordacchini, ist für mich Death Metal Oper pur. Sopran trifft Harsh Voices. Der Song ist so etwas von getragen. Hier von einer Ballade zu sprechen, würde die Ausmaße dieses Songs nicht annähernd beschreiben. Duett, Chöre im Hintergrund und ein Schlagzeug, welches sich zu den Klängen regelrecht überschlägt. Und klar, Pianoparts sind natürlich auch da und geben erneut einen ganz besonderen Akzent. Ein Song wie eine Oper voller Dramatik und Schwermut.
Wahrscheinlich noch ganz geflasht vom vorherigen Song, trifft der nun folgende Embrace The Oblivion auf die Ohren des Hörers. Dieser Song ist so etwas wie eine Fusion zwischen Death Metal und Klassik. Das Stück schleudert hin und her und kann sich nicht entscheiden, was es ist. Orchestral bestückt mit wechselndem Gesang, hält es den Grundtenor der Platte aufrecht und endet melancholisch mit…? Ja klar, mit einem doch eher morbiden Pianosolo.

Jetzt hat man schon alle Giftpfeile verschossen. Das Titelstück Veleno (ins Deutsche übersetzt: Gift) ist dann noch nicht einmal so giftig, wie man meinen sollte. Es kommt klassisch, langsam und bedächtig wie ein Kammerstück herüber. Es scheint so etwas wie ein Outro der Platte zu sein.

Ich habe die Italiener vorletztes Jahr live auf dem Metal Frenzy Festival gesehen. Das war schon eine mächtig beeindruckende Show, die Fleshgod Apocalypse da mit der Sopranistin Veronica Bordacchini abgezogen haben. Nach diesem Album bin ich wirklich gespannt, wie hier die Liveumsetzung sein wird, dann natürlich mit zusätzlichen Livemusikern.

Fazit
Die Italiener haben mit ihrem neuen Werk Veleno die Krone geschaffen, die dem Vorgängeralbum King vielleicht noch fehlte. Veleno ist eine giftige Symbiose zwischen (Technical) Death Metal und Symphonic Death Metal geworden. Das Werk wird all denen gefallen, die nicht allzu sehr in Genrebeschreibungen verhaftet sind. Technical Death und Symphonic Death (im wirklich klassischen Sinne) ergänzen sich hier vorzüglich. Irgendwie könnte Veleno auch eine Platte sein, die Mozart in der Neuzeit herausbringen würde.

Anspieltipps: Fury, Sugar und The Day That We'll Be Gone
Juergen S.9.2
Leser Bewertung1 Bewertung5.2
9.2
Punkte

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