Fortid – Völuspá Part III: The Fall Of The Ages

„Unerfahrener Matrose sucht Kapitän für die Umsegelung der Black Metal- See!“

Artist: Fortid

Album: Völuspá Part III: The Fall Of The Ages

Spiellänge: 44:42 Minuten

Genre: Extreme Pagan Metal / Black Metal / Roots / Visual Kei

Release: 26.03.2010

Label: Schwarzdorn Production

Link: www.myspace.com/fortidofficial

Band Mitglieder:

Gitarre, Gesang – E. Thorberg
Synthesizer – G. Refsnes
Schlagzeug – D. Theobald
Gitarre – Ø. Hansen
Bass – R. Jonsson

Tracklist:

  1. Ancient Halls
  2. Ragnarök Army From The East
  3. Fall Of The Ages
  4. Equilibrium Reclaimed
  5. New Dawn
  6. Heltekinn
  7. The Future1. Enigmatic Aeon

Es fängt schon bei der Genrebeschreibung an. Ich kann nicht sagen, was für Musik Fortid genau machen. Auf der Facebook- und Myspace-Seite der Band stehen widersprüchliche Aussagen. Auch wenn man im Internet weiter sucht, findet man nichts Halbes und nichts Ganzes. Ich hatte ursprünglich mit einer Viking Metal-Band gerechnet, um ehrlich zu sein. Dies scheint jedoch nicht wirklich oder wenn nur wenig zu zutreffen. Nun gut.

Was sich nicht widerspricht ist, wie die Band gegründet wurde. Ursprünglich handelt es sich hierbei um ein im Jahre 2002 gegründetes Soloprojekt des Sängers und Gitarristen Einar Thorberg (auch „Eldur“ genannt). Hauptziel war es, die Völuspa, die die 16 Götterlieder des Königsbuches Codex Regnius umfasst und die Welt- und Göttergeschichte aus spätgermanischer Sicht schildert, in eine „musikalische Form zu bringen“. Soweit klingt das doch auch schon ganz gut.

Wie man unschwer aus dem Albumnamen erkennen kann, handelt es sich bei Völuspá Part III: The Fall Of The Ages um den dritten und letzten Teil der Trilogie.

Zack, Player an und reingehört.

Ähm, ja, beginnt interessant. Ancient Halls klingt wie eine nicht enden wollende Mischung aus vorbeifahrendem Güterzug, ausklingendem Dudelsack und heulendem Wind. Oh! Jetzt kommt Ötzi hinzu, der durch den Schnee, dessen obere Schicht bereits vereist ist, watet. Schließlich findet er eine Höhle, in der er ein Feuer entzündet, um sich zu wärmen. Von den Höhlenwänden beginnt das Eis zu schmelzen und endlich, nach 216 Sekunden „Spektakel“, geht das Lied auch mal los. Naja. So fast zumindest. Ich denke an Ötzi zurück: es ist, als würde die Musik Ötzis Todesmarsch beschreiben. Schleppend und depressiv. Gar nicht mein Fall. Gesang gibt’s auch nicht, wieso auch? Wir sind zum Sterben hier und nicht zum Singen!

Viking Metal? Weit gefehlt. Ich würde sagen, bei dem nächsten Stück, Ragnarök Army From The East, handelt es sich eindeutig um Black Metal. Dazu sei jetzt direkt erwähnt, dass ich keinen Black Metal höre. Ich werde mein bestes bei der Bewertung versuchen, kann jedoch nichts versprechen.

Zurück zum Song, dieser beginnt sehr gewaltig. Ruhige Parts wechseln sich mit schnellen Riffs ab. In Punkto Abwechslungsreichtum ist dieses Lied echt gelungen, auch die Stimme des Sängers kann bei mir punkten!

Fall Of The Ages ist leider nicht so abwechslungsreich wie sein Vorgänger. Die Gitarren werden „geschrammelt“, die Riffs sind nicht sonderlich anspruchsvoll und auch melodietechnisch ist das Stück eher öde.

Der vierte Song, Equilibrium Reclaimed, beginnt in einem ruhigen, stimmigen Bild und wechselt während des Songs zwischen schnelleren, aggressiveren und auch lauteren Parts. Zwar haut mich der Song nicht um, aber er würde mir, würde er zwischendrin irgendwo laufen, nicht auffallen.

Bisher war es so, dass in anfangs ruhigen Stücken doch irgendwann noch lautere Parts vorkamen, New Dawn lässt da hoffen aber nichts passiert. Insgesamt ein sehr ruhiges Lied mit einer überraschend sanften Stimme des Sängers. Als ob der Zuhörer in den Schlaf gesungen werden soll.

Es kann nie positiv sein, wenn man zu Beginn eines Songs einen Tinitus bekommt. Das ist jetzt nichts gegen den nächsten Song, Heltekinn, ist mir aber soeben so passiert. Nun gut, wann hört man schon mal Musik, die man sonst eher meidet? Heltekinn startet wieder gewohnt laut und – so hört es sich zumindest für meine in der Black Metal-Richtung ungeschulten Ohren an – durcheinander. Letztendlich nimmt das alles doch recht schnell ein Ende und der Song wird gewohnt schleppend. Das mag ja für Black Metal abwechslungsreich sein, mir sagt es jedoch nicht zu.

Es ist irgendwie gemein, aber ich freue mich unheimlich auf den jetzt beginnenden letzten Song, The Future. Abwechslungsreich, ja. Besonders herausragend, nein. Für das Album ein guter Abschluss, auf jeden Fall. Um es kurz zu machen: das zehnminütige Stück ist ganz nett, mir zu ruhig und melancholisch aber im Endeffekt für das Album ein echt guter Song.

Fazit: Für jemanden, der sonst eher in anderen Regionen des Metal umherschippert ist es schwierig in die große, dunkle Black Metal- See zu stechen. Man kann zwar viele schwierige Fahrtgewässer umfahren, bleibt jedoch hoffnungslos in tiefen, schwarzen Strudeln hängen und ist endgültig verloren. So ungefähr ging es mir bei diesem Album. Alles in Allem ein ganz gutes Black Metal- Album und für Fans dieses Genres gewiss zu empfehlen, jedoch nicht mein Fall. Garstige subjektive Wahrnehmung! Anspieltipps: Ragnarök Army From The East und The Future
Petra D.
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