Headshrinker – Callous Indifference

Wir alle kämpfen und nur der Tod ist real

Artist: Headshrinker

Herkunft: USA

Album: Callous Indifference

Spiellänge: 38:00 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 27.08.2021

Label: Eigenproduktion

Link: http://headshrinker.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre und Synthesizer – Young Werther
Gitarre – Scott Skopec
Bassgitarre – Frank Lato
Schlagzeug – Pete Webber

Tracklist:

  1. The Burn Of Indifference
  2. Cadaver’s Mind
  3. Immolated Witches
  4. Wretched Soul
  5. Lost To This Insomnia
  6. Haunted By Your Reflection
  7. Suffocating Tomb
  8. No Lineage Shall Follow

Headshrinker ist eine Band aus Denver, Colorado, USA. Als Symbol für die psychischen Probleme, mit denen wir alle zu kämpfen haben, sind Headshrinker inspiriert vom Durchhalten in dunklen Zeiten und dem Willen und der Kraft, sich durchzukämpfen, wenn die Aussichten am düstersten sind. Die Band umarmt den Schmerz und findet den Ausdruck, der aus den rohen Emotionen geboren wird. Seit 2017 sind sie nun dabei, aber die Musiker selber sind schon länger im Geschäft, u.a. sind sie noch bei Havoc, Closed Casket und Polyptech aktiv.

The Burn Of Indifference fängt mit old schooligem Riffing und feinem Uptempo an und zieht diese Vorgehensweise erst einmal durch. Nach einem Break groovt man ein wenig und baut dann das Tempo wieder auf, klingt dabei aber recht technisch und wird wieder langsamer. Man bewegt sich schon fast im Doom-Bereich. Die Gitarre klingt schmerzvoll und so spürt man das Leiden der Menschheit in diesen Klängen. Klingt anders, klingt unkonventionell, aber interessant. Hätte ich nach diesem Beginn aber nicht erwartet. Wieder ein Break und dann bricht das Chaos aus. Das Tempo wird wieder hochgefahren, dass Riffing klingt immer noch abgedreht, aber absolut nachvollziehbar und dann ist auch schon Feierabend. Interessant, interessant.

Cadaver’s Mind kommt quasi aus den Boxen gekrochen. Langsam und qualvoll verbreitet sich das langsame Riff und wird mit technischen Spielereien kombiniert. Der Drummer gibt den Rhythmus vor und dieser ist eben schleppend. Die Geschwindigkeit ändert sich ein wenig, aber markant ist das progressive Gitarrenspiel, welches sich von dem normalen Death Metal Gezocke ein wenig distanziert. Aber der ganze Spaß stellt noch Death Metal dar, ist klar, nur halt sehr verwirrend. Ein bisschen neuere Death hier und ein wenig Akercocke da und fertig. Zum Ende hin klingen sie dann für ihre Verhältnisse sogar relativ eingängig.

Auch Immolated Witches schlägt diese Richtung ein. Es wird geschleppt und gescheppert, bis auf einmal ein blackiger Blastbeatpart aus dem Hut gezaubert wird und anschließend eine sehr geile Melodie zum Vorschein kommt. Der Black Metal Part wird weiter vorgetragen und macht den ganzen Song wild und schnell. Der Sänger dreht auch gut durch. Es wird sowohl gescreamt als auch gegrowlt. Nach dem Ballerpart groovt man gut im Midtempo, um dann wieder sehr komplex und verspielt zu Werke gehen. Geradlinig ist definitiv etwas anderes, hehe. Passt aber irgendwie gut zusammen, zumindest bei diesem Song.

Ich mag es eigentlich nicht, wenn man sich bei der Musik so konzentrieren muss. Geht mir immer ein wenig die Energie verloren. Bei Haunted By Your Reflection ist es auch der Fall. Cleane Klänge, sicker Sologesang, kurzer Einstieg und dann Wiederholung, um dann langsam vorwärtszukommen. Die Gitarre wird hochgezogen und dann dachte man, nun geht es los, wird aber eines Besseren belehrt. Das Tempo ist maximal als Midtempo zu bezeichnen, der Part aber druckvoll und man wechselt in einen fetten Bangpart rüber. Schön eingängig, dieser wird aber wieder zerstört, kommt aber noch einmal hinterher. Davon gerne mehr. Man verliert irgendwie den Faden als Zuhörer bei dem Song. Dieser geht ja auch fast sieben Minuten. Starker Tobak.

Die Schmerzen der Menschheit, welche sie besingen, können sie teilweise echt mit ihrer Musik untermauern. Kein Album, welches man so nebenbei hören kann. Auch nach mehreren Durchläufen findet man immer wieder kleine neue Nuancen. Ich finde sie aber am stärksten, wenn sie auf ihrer eigenen Art am Knüppeln sind, so wie bei Suffocated Tomb. Teilweise ist mir das dann doch zu viel und zu anstrengend. Wir alle kämpfen und nur der Tod ist real. Die vier haben als Kinder oder Jugendliche anscheinen alle Denver Clan gucken müssen, dieses würde das schmerzhafte Empfinden u.a. erklären.

Headshrinker – Callous Indifference
Fazit
Der Vierer aus Colorado beschäftigt sich thematisch mit dem Weltschmerz, umarmt diesen und setzt ihn musikalisch um. Die Musikrichtung Death Metal wurde ausgewählt, allerdings interpretieren sie diesen ein wenig anders. Sehr progressiv und melancholisch. Hinzu kommen Ausflüge in den Black Metal Kosmos. Mir ist das an einigen Stellen zu viel, an anderen Stellen reißen sie einen förmlich mit in den Abgrund.

Anspieltipps: Suffocating Tomb und No Lineage Shall Follow
Michael E.
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