Heathen Rock Festival 2016 am 20.02.2016 im Rieckhof in Hamburg

„Heathen Rock Festival 2016 am 20.02.2016 im Rieckhof in Hamburg“

Eventname: Heathen Rock Festival 2016

Headliner: Motorjesus

Vorbands: Kryptonite, Wolves Den, Whiskey Hell, Ctulu, Rabenwolf, Spitfire, Fjoergyn, Picture, Wolfchant

Ort: Hamburg, Rieckhof

Datum: 20.02.2016

Kosten: 26 Euro

Genre: Rock und Metal

Besucher: 666

Heathen Rock Poster Januar 2016

Bereits zum siebten Mal findet heute das Heathen Rock Festival in Hamburg–Harburg statt. An einem einzigen Tag zehn Bands hintereinander weg, eine Mischung aus Heavy Metal und Pagan/Black Metal und das Ganze zu einem sehr günstigen Eintrittspreis. So kann man also auch einen trüben Februarsamstag im Norden verbringen.

kryptonite 2 Heathen Rock 2016 Time For Metal

Es ist erst mal gerade 12:00 Uhr als die junge Band Kryptonite auf die Bühne kommt und das Heathen Rock Festival 2016 eröffnet. Die Truppe spielt eine erfrischende Mischung aus altem Hard Rock und etwas neueren Stoner Elementen. Auch wenn die Kommunikation mit dem Publikum noch nicht so ausgeprägt ist, macht der Auftritt doch Laune für diese noch frühe Zeit. Das Publikum ist zwar noch etwas müde, aber das erste Bier schmeckt bereits und die Musik von Kryptonite tut ihr Übriges, dass man den Start sehr wohl als gelungen bezeichnen kann.

wolfes den 1 Heathen Rock 2016 Time For Metal

Weiter geht es mit Black Metal aus München. Wolves Den nennt sich das Trio, das sich mal mit Schwermut und mal mit Aggressivität durch ihr Programm prügelt. Allerdings verringert sich mein Interesse im Laufe des Auftritts doch stetig. Es fehlt mir einfach ein gewisser Punch, den Wolves Den nicht im Programm haben. Zu vorhersehbar sind die Songs, als dass man am Ende eines Tracks noch mal so richtig überrascht wird. Dass die Jungs ihre Instrumente beherrschen, steht völlig außer Frage, aber mich bekommen sie heute nicht zu packen. Ein großer Teil des Publikums sieht das aber anders und spendet viel Applaus. Von daher alles richtig gemacht im Hause Wolves Den.

whiskey hell 1 Heathen Rock 2016 Time For Metal

Kontrastprogramm pur, als im Anschluss Whiskey Hell auf die Bühne kommen. Der Southern Rock mit viel Gefühl und Attitüde trifft auf viel Wohlwollen bei den Anwesenden. Warum man allerdings noch zwei Aufsteller mit fast nackten Frauen auf die Bühne stellen muss, entzieht sich meiner Kenntnis. Fast könnte man meinen, die Mucke der drei Herren sei nicht gut genug, um zu überzeugen, also müssen noch ein paar nackte Frauen ran. Dem ist aber nicht so, die Songs treten amtlich in den Hintern und gehen gut in die Beine. Schade, aber anscheinend können einige Menschen nicht anders.

ctulu 5 - Heathen Rock 2016 Time For Metal

Mit Ctulu geht es wieder in die düsteren Abgründe der Metal Musik. Black/Death Metal aus Bremen/Kiel wird von dem Trio zelebriert – und das recht zünftig und gut. Hier machen die optischen Spielereien durchaus Sinn, da sie zum Gesamtbild gehören und meiner Meinung nach keine niederen Instinkte ansprechen sollen. So gibt es einen kleinen Altar, ein paar „Opferpuppen“ sowie Rorschach Masken auf der Bühne bzw. auf den Gesichtern der Musiker. Ctulu nutzen ihren Auftritt und sorgen für gute Stimmung und den ersten Moshpit im Rund des Rieckhofs.

rabenwolf 2 Heathen Rock 2016 Time For Metal

Im Anschluss betreten die Lokalmatadoren von Rabenwolf die Bühne. Der Pagan Metal kommt richtig gut an und die anwesenden Zuschauer gehen komplett steil. Nicht das erste Mal am heutigen Tag, dass ich mir einen Fotograben wünsche (aber dazu später mehr). Aber dies lässt die Location aus Platzgründen einfach nicht zu. Rabenwolf nutzen die Gunst der Stunde und zelebrieren ihren Auftritt und feuern das Publikum immer wieder an. Gerade bei dem sehr differenzierten Sound der Band fällt auf, wie gut der Mann am Mischpult sein Handwerk beherrscht. Gitarren, Bass und Schlagzeug klangen vorher auch schon gut, nun kommen aber noch ein Keyboard und eine Flöte dazu, und alle Instrumente sind deutlich herauszuhören. Chapeau! Am Ende des Sets haben nicht nur die Zuschauer Schweiß im Gesicht, auch Rabenwolf geben alles und man kann ihnen zu einem starken Auftritt gratulieren.

spitfire 1 Heathen Rock 2016 Time For Metal

Spitfire aus München nutzen die Gunst der Stunde oder besser gesagt, die gute Laune im Publikum und präsentieren ihre an Volbeat und Mustasch erinnernden Songs den norddeutschen Metalheads. Diese kommen sehr gut an und das Trio bringt den Saal zum Kochen. Viel mehr bleibt nicht zu sagen, die Lieder gehen gut in die Beine und in die Mitte des Körpers und so gibt es allerlei Bewegung direkt vor der Bühne.

fjoergyn 2 Heathen Rock 2016 Time For Metal

Im Zuge der Abwechslung wird es nun wieder düsterer. Fjoergyn aus Thüringen sind am Start und zelebrieren ihren Black Metal mit zwei Sängern. Im muss zugeben, dass mich die Musik vom ersten Moment überhaupt nicht packt und das Ganze kommt sehr gewollt böse von der Bühne. Dazu zwei menschliche Herzen auf der Bühne, die an Fäden in einem silbernen Dreieck hängen. Nun ja, jeder wie er mag. Die deutschen Texte beziehungsweise die Fragmente, die man von den Texten verstehen kann (einer der Sänger grunzt, der andere spricht eher als das er singt), hauen mich auch nicht vom Hocker. Freunde von Kapellen wie Dornenreich und Co. haben sicherlich ihre Freude an Fjoergyn, mich hingegen lassen Musik und Show sehr kalt.

picture 4 Heathen Rock 2016 Time For Metal

Picture aus den Niederlanden überraschen mich dann doch sehr. Nein, der recht bodenständige Hard Rock des Quintetts ist nicht wirklich originell oder höchst innovativ, aber er verbreitet gute Stimmung und bietet eine gute Abwechslung zu der Weltuntergangsstimmung, die die vorangegangene Band hinterlassen hat. Vielmehr ist es so, dass es sich bei Picture um eine Riege von durchaus schon älteren Herren handelt, die aber immer noch verstehen zu rocken, und das empfinde ich als höchst respektabel. Die Band selbst bezeichnet sich als erste niederländische Hard Rock-Band mit einem Plattendeal in der Tasche. Man stand schon mit Bands wie AC/DC, Saxon oder auch Rose Tattoo auf der Bühne und selbst Hammerfall haben schon einmal einen Song von Picture gecovert (Eternal Dark). Sänger Pete Lovell ist Jahrgang 1956, und wenn ich mit 60 Jahren noch eine solche Matte habe und immer noch gerne Metal höre, dann ist es erstrebenswert, dieses Alter so zu erreichen. Picture spielen ein tolles Set und das Publikum dankt es der Band mit viel Applaus.

Leider endet meine Berichterstattung hier. Beim Fotografieren von Picture bekomme ich einen Schubser von jemanden, der hinter mir steht. Höchstwahrscheinlich ohne Absicht, der fehlende Fotograben (siehe oben) macht es möglich. Alles halb so wild, bin ja auch kein zartes Reh, aber ich bin gerade am Fotografieren und mein offenes Auge prallt durch den Schubs voll auf die Augenmuschel an meiner Kamera. Das Auge schmerzt und tränt und nach einer Weile, in der ich versuche, das Ganze zu beruhigen, muss ich leider doch die Segel streichen und vorzeitig den Heimweg antreten. Es tut mir sehr leid, dass ich damit Wolfchant und Motorjesus verpasse, aber an Fotografieren ist nicht mehr zu denken und die Gesundheit geht dann doch leider vor. Zeugenaussagen berichten mir später, dass beide Bands einen guten Job gemacht haben und speziell Motorjesus ihrem Headliner-Status voll gerecht wurden. Im Großen und Ganzen ist das Heathen Rock Festival ein tolles Erlebnis für einen wirklich günstigen Preis, so dass man sich schon auf das nächste Jahr freuen kann.

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