Imperia – The Last Horizon

Episch, bombastisch, ruhig - ein Symphonic-Metal-Album der Superlative

Artist: Imperia

Herkunft: Multinational

Album: The Last Horizon

Spiellänge: 68:31 Minuten

Genre: Symphonic / Gothic Metal

Release: 26.03.2021

Label: Massacre Records

Links: http://imperiaband.com

Bandmitglieder:

Gesang – Helena Iren Michaelsen
Gitarre – Jan „Örkki“ Yrlund
Bass – Gerry Verstreken (Belgien)
Schlagzeug – Merijn Mol (Niederlande)

Tracklist:

  1. Dream Away
  2. Starlight
  3. To Valhalla I Ride
  4. Flower And The Sea
  5. Blindfolded
  6. While I Am Still Here
  7. Only A Dream
  8. Where Are You Now
  9. I Still Remember
  10. Dancing
  11. My Other Half
  12. One Day
  13. I Send You My Love
  14. Let Down (Piano Version)

Die multinationale Truppe um die norwegische Angel-Sängerin Helena Iren Michaelsen kommt mit ihrem sechsten Album auf den Markt. 14 epische Songs, 74 Minuten Spielzeit – wer bietet das heute noch? Ich war, das sei vorhergesagt, erstaunt, wie viele verschiedene Stilrichtungen sich in diesem einen Album vereinen lassen. Von Gothic Rock zum Metal, von gefühlvollen Balladen zu folkigen Songs, vom dramaturgischen Sopran bis zum Gegrowle. Die Band bezeichnet ihren Stil selbst als Atmospheric Metal, ich bleibe dann doch lieber unter der ungefährlichen Dachmarke des Symphonic- und Gothic Metal.

Photo Credit: Jan Yrlund, Quelle: Massacre Records

Neues Album, neues Personal – dies ist bei dieser multinationalen Truppe schon fast die Regel. Die Norwegerin Helena Iren Michaelsen hat neben den alten Bandmitgliedern Jan „Örkki“ Yrlund (Gitarre/Finnland) und Gerry Verstreken (Bass/Belgien) jetzt den Niederländer Merijn Mol an den Drums dabei. Ein weiterer Niederländer ist John Stam. Der Studiomusiker ist verantwortlich für das Gitarrensolo bei Only A Dream. Von 2004 bis 2007 war er für die Bands Imperia und Angel bereits schon mehrfach im Einsatz. Auch ein zweiter Finne verstärkte die Truppe im Studio. Henrik Perelló vom Orchester der finnischen Nationaloper spielte die Violine bei Starlight und Where Are You Now. Nicht genug der internationalen Zusammenarbeit. Produziert hat Jan Yrlund dieses Album zusammen mit Oliver Philipps in Deutschland. Wie immer kümmerte er sich um die Orchestrierungen. Gemischt und gemastert wurde es dann letztendlich von Jacob Hansen. Der Grammy-nominierte Produzent und Toningenieur hat sein Studio bei Ribe in Dänemark. Der „Master of Art“ Jan „Örkki“ Yrlund zeichnet auch zusammen mit seiner finnischen Firma Darkgrove Design für das Coverartwork verantwortlich.

Das Imperia ihrem Stil treu bleiben, hört man bereits beim ersten Song. Epische Passagen gepaart mit bombastischen Metalriffs und eine Stimmgewalt, die ihresgleichen sucht. Dazu eine Orchestrierung, die punktgenau zum Einsatz kommt. Dream Away ist hier mit dem Eingangsintro perfekt, um auf die restliche Platte einzustimmen. Ich bin ja sonst nicht so für das Soprangeschmetter, aber wenn die Stimme von Helena Michaelsen erklingt, wird man sofort in ihren Bann gezogen. Starlight nimmt dann etwas Tempo heraus, wirkt mit einer eingängigen Melodie. Ist das noch Metal oder ist das schon Pop? Klänge, die einem vom Mittelalterrock bekannt vorkommen, mischen sich unter den Bombastrock. Vom Mittelalter geht es dann noch weiter zurück. To Valhalla I Ride beginnt mit einer Kinderliedmelodie und taucht dann in die schwarze Gothic Nacht hinab. Mein Gehirn fängt an zu arbeiten. Krieger am Strand und im Schiff auf dem Meer. Ich muss am Wochenende mal wieder nach Haithabu, um mich in die fernen Zeiten versetzen zu lassen… Die nächsten Songs Flower And Sea und Blindfolded passen sich dem vorherigen Thema an, setzen aber auf mehr Tempo. Helena packt wieder alle Stimmlagen aus, dominiert die Stücke. Mit 7:43 Minuten das längste Stück auf dem Album ist While I Am Still Here. Ein wunderschönes, ruhiges Stück, das wie die Quotenballade wirkt, davon aber noch weit entfernt ist. Only A Dream beginnt dann auch wieder mit einer langsameren Klavierpassage und ist der Opener der zweiten CD. Das Stück nimmt nach ein paar Sekunden gemäßigte Fahrt auf, um dann in Where Are You Now doch wieder in eine langsame Ballade zu verfallen. Die Geige von Henrik Perelló zum Beginn lässt noch hoffen, Helenas Einsatz macht dann aber den Wunsch auf schnelle Passagen zunichte… Anfänglich noch immer langsam, lebt I Still Remember dann aber von einigen Stimm- und Tempowechseln. Der Song Dancing erinnert mich irgendwie an Candice Night und passt so gar nicht zum Rest des Albums. Orientalische Klänge zur Mystic? Sehr viele klassische Elemente wie fast 20 Sekunden Geigensolo begleiten einen dann bei My Other Half, bevor es erst in der Liedmitte mal wieder schneller und härter wird. Das Highlight des Albums findet sich dann mit One Day. Tempo- und Stimmwechsel, eine Melodie, die eine gewisse Spannung aufbaut. Dazu eine Orchestrierung auf den Punkt. Der Titel könnte auch als Soundtrack Verwendung finden. Den Abschluss des Albums empfinde ich mit I Send You My Love. Eine langsame Mitsummhymne, die dann in Let Down mündet. Dies ist dann eine Pianoversion, die zum Rest des Albums hervorragend passt. Wer noch Zweifel an Helenas Stimmkunst hatte, muss spätestens jetzt einlenken.

Erhältlich wird das neue Album als 2-CD Digipak sowie als Download & Stream sein. Mit einer Veröffentlichung auf Vinyl ist aufgrund der Spiellänge derzeit nicht zu hoffen.

Imperia – The Last Horizon
Fazit
Ein “Must Have”-Album für alle Fans dieses Genres. Die Band versteht es, Symphonic Metal mit Soprangesang sanft und hart zusammen mit leichten Gothic Elementen erklingen zu lassen. Ein wirklich sehr facettenreiches Album, das viele Fans ansprechen wird.

Anspieltipps: Dream Away, To Valhalla I Ride und One Day
Norbert C.
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