Inhuman Condition – Rat°God

Einfach nur alte Schule

Artist: Inhuman Condition

Herkunft: USA

Album: Rat°God

Spiellänge: 32:42 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 04.06.2021

Label: Listenable Insanity Records

Link: https://inhumancondition.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang und Drums – Jeramie Kling
Gitarre – Taylor Nordberg
Bassgitarre – Terry Buttler

Tracklist:

  1. Euphoriphobia
  2. The Neck Step
  3. Planetary Paroxysm
  4. Killing Pace
  5. Gravebound
  6. Tyrantula
  7. Rat°God
  8. Crown Of Mediocrity
  9. Fait Accompli

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich ein Review zu dem neuen Album der Band The Absence angefertigt und festgestellt, dass in der Combo richtig fitte Musiker am Werke sind, unter anderen Jeramie Kling und Taylor Nordberg. Diese beiden sind auch bei Inhuman Condition am Start und als Dritter an Bord ist kein geringerer als Terry Buttler, eine laufende Death Metal Legende. Alle drei waren bei Massacre tätig, aber in verschiedenen Jahrzehnten. Terry ist der Band 1986 beigetreten, Jeramie und Taylor zockten dort 2019 und 2020. Irgendwie funktionierte es nicht mehr, und so machte sich man im Jahre 2020 auf, um den alten, guten Death Metal neues Leben einzuhauchen. Die Songs, die sie bereits fertig hatten, nahmen sie mit und gründeten eben Inhuman Condition. Inhuman Condition ist ein Song und eine EP aus dem Jahre 1992, natürlich von der Band Massacre und da schließt sich der Kreis.

Euphoriphobia klingt dann auch haargenau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Keine Frischzellenkur, sondern einfach nur Old School Death Metal, so wie ich ihn mag. Florida lässt grüßen. Wer hatte was anderes erwartet, denn das Material war ja ursprünglich für das neue Massacre Album geplant. Ein kleiner Basslaut, ein growliger Scream, ein Uftata-Part mit wildem Solo und dann wird im Midtempo gegroovt, um dann wieder schneller zu werden. Geiles Riffing. Es wird wieder gegroovt und das Tempo dann ganz herausgenommen, um in langsamen Gefilden zu arbeiten. Die Doublebass kommt hinzu, der Refrain erklingt und dann wird gestoppt. Geile Vorspieler sind am Start und es wird wieder schneller. Das wilde Solo wird auch noch einmal aus dem Hut gezaubert und im schnellen Midtempo endet man dann.

The Neck Step geht mit einem Obituary-Part los und wird mit einer schnellen Uftata kombiniert, um dann noch einmal das Tempo zu steigern. Und ab geht es wieder in den groovigen Obituary-Part, gefolgt von dem Uftata-Segment und dem härteren Tempo. Diese drei Elemente werden überwiegend kombiniert und natürlich darf auch hier ein Solo nicht fehlen. Das etwas schnellere Drumming erinnert mich dann an Master. Hier und da ein Break mit eingebaut und fertig. Alte Schule eben.

Auch Planetary Paroxysm geht groovig los, sehr druckvoll. Es erfolgen Ankündigungsvorspieler und dann ins old schoolige Uptempo, um dann wieder einen Groove folgen zu lassen. Und so geht es auch hier weiter und weiter und hier und da kullert einem schon ein Nostalgietränchen aus den Augen. Das Tempo wird dann ganz rausgenommen und langsam ernährt sich das Eichhörnchen. Ein Solo wurde natürlich platziert und danach fährt man wieder Attacke mit anschließendem Midtempo-Groove. Auch ein leckerer Song und am Ende noch einmal Gummi und aus.

Und im Grunde ist an dieser Stelle auch schon alles gesagt, denn wirklich Abwechslung bietet das Album nicht. Die Songs sind relativ gleich aufgebaut und liefern eben das, was man von einem old schooligen Death Metal erwartet, vor allem wenn Terry Buttler mit am Start ist. Der Song Tyrantula klingt vielleicht ein wenig anders, da dieser quasi vom Midtempo lebt und immer wieder durch Attacken unterbrochen wird. Interessant ist echt die Produktion, die wirklich auf alt getrimmt ist. Sehr gut gemastert. Man hört alles heraus, hat aber auch eben dieses Feeling.

 

Ich höre seit über 30 Jahren Death Metal und kann nicht genug von dieser Art von Mucke bekommen. Aber auch ich muss sagen, dass man hier natürlich wenig Abwechslung bekommt und was Neues schon einmal gar nicht, dafür aber sehr viel gutes Material. Einfach mal Crown Of Mediocrity reinziehen. Sehr geiler Song, welcher am Ende noch einmal so richtig genial wird. Sicherlich kann das Album mit den Klassikern nicht mithalten, aber wer auf die gute alte Schule abfährt, ist hier absolut richtig. Am Ende sei erwähnt, dass Rick Rozz (Death, Mantas, Massacre) und Paul Mazurkiewicz (Cannibal Corpse) als Gastmusiker fungieren.

Inhuman Condition – Rat°God
Fazit
Death Metal Victory! Das Trio bietet einfach nur Old School Death Metal an, ohne Firlefanz oder sonstige Experimente. Die Songs klingen relativ gleich und sind ähnlich aufgebaut, machen aber dafür richtig Laune. Geht gut ins Ohr. Anchecken!

Anspieltipps: Euphoriphobia und Crown Of Mediocrity
Michael E.
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