Artist: KHNVM
Herkunft: Bangladesch und Deutschland
Album: Cosmocrator
Spiellänge: 36:52 Minuten
Genre: Death Metal
Release: 29.08.2025
Label: Testimony Records
Link: https://www.facebook.com/KHNVM666/
Bandmitglieder:
Gesang und Gitarren – Obliterator
Bassgitarre – Chasmis
Schlagzeug – Autokrator
Tracklist:
1. Purgatorial Pyre
2. Fetid Eden
3. Mercurial Remnants
4. Fathomless Misery
5. Cosmocrator
6. Venom Spawn
7. Haunting Blight
Die internationale Formation (Bangladesch und Deutschland) KHNVM (ausgesprochen Khaa-noom) rund um Mastermind Showmik bzw. Obliterator knattert jetzt bereits seit einigen Jahren herum und wird von Jahr zu Jahr und von Album zu Album bekannter und auch intensiver. Bis dato haben sie seit 2019 drei Alben draußen, schön im Zwei-Jahres-Rhythmus, und natürlich bleibt man sich treu und haut 2025 das vierte Album heraus, nun auch wieder bei Testimony Records.
Purgatorial Pyre kommt dann auch schon zu Beginn so geheimnisvoll um die Ecke, wie man es von ihnen gewohnt ist. Der Wind bläst und instrumentale Klänge werden erzeugt. Dieses baut sich immer weiter auf. Eine sirenenhafte Frauenstimme gesellt sich dazu, und so wird eine Atmosphäre erzeugt, die düster, anmutig und romantisch zugleich ist. Nach zwei Minuten setzen dann die normalen Instrumente ein und der tiefe Gesang erklingt. Langsam schreitet man nun voran und umgibt sich weiterhin mit Dunkelheit. So schreitet man wie üblich mit gutem Riffing vorwärts und pulverisiert seine Art des Death Metals. Im Midtempo erschallt dann der Refrainpart Purgatorial Pyre und man ist sofort mit an Bord. Das Riffing klingt danach wieder ein wenig mystisch und man reitet weiter Richtung Sonnenuntergang. Man schleppt sich ein wenig dahin und holt nicht zum Geprügel aus, erzeugt aber eine sehr geile Dynamik. Vor allem erzeugt man eben dieses Gefühl der Dunkelheit. Der kongeniale Refrainpart wird wiederholt und ein verspieltes, aber höchst interessantes Solo wird angehängt. Das sitzt, ist düster, und dann lässt man es ein wenig ausklingen. Ein würdiger und gelungener Start ins Album.
Fetid Eden war der erste Song, den man vom neuen Album gehört hat, und der hat es absolut in sich. Diese treibenden Riffs sind absolut fett und ziehen einen in den Abgrund. Der Track versetzt die Zuhörer in die brutalen Nachwehen des Krieges, wo zerbrochene Träume wie Trümmer über verwüstete Landschaften verstreut lagen und das Echo des Verlusts durch die Stille hallt. Zu jeder Sekunde ein Kampf gegen die Verzweiflung und die Selbstzerstörung und diese wird hier deutlich hörbar, ja sogar spürbar. In den Menschen herrscht ein Gefühl der Dunkelheit und diese Thematik wird hier von KHNVM musikalisch in Szene gesetzt. Neunzig Sekunden lang drückt man erst einmal treibend ohne Ende und wechselt dann in einen groovigen Midtempopart, bleibt dabei aber immer aggressiv. Das dunkle, melodienbehaftete Gitarrenspiel macht dem Death-Metal-Fan einfach nur Spaß und der nachfolgende schnelle Part ebenfalls. Hier werden Erinnerungen an Morbid Angel wach und zwar ganz gute. Klingt alles sehr stark, aber das reicht dem Trio noch nicht. Es muss noch ein langsamer, schmerzvoller Moment geschaffen werden, der den Zuhörer noch einmal die dunkle Seite der menschlichen Existenz aufzeigt. Das Tempo wird herausgenommen und man geht in die Tiefe. Dieses langsame und vernichtende Riff zerstört so einiges und zieht dich komplett runter. Wow, spätestens jetzt haben sie mich abgeholt. So schleppt man sich weiter und Finsternis wird herrschen im Hause KHNVM immerdar. Krasser Moment, den man unbedingt genießen sollte. Ein Moment, der beweist, warum diese Musik mich mitnimmt und aufzeigt, wie vielfältig der Death Metal sein kann. Am Ende drückt man noch einmal und zaubert noch ein Solo aus dem Hut. Respekt!!
Technisches Vermögen mit einem Gefühl für gutes Songwriting machen die Spielweise dieses Trios aus und dabei bewegt man sich immer zwischen purer Aggression und dunkler Atmosphäre. Ein Weg, der schwierig sein kann und an den man sich manchmal erst ein wenig gewöhnen muss, wie zum Beispiel bei dem Song Mercurial Remnants – aber gibt man sich erst den Klängen dieser Mischung hin, fruchtet das alles ungemein und macht Laune. Hier klingt man ein wenig verwirrend und sehr verspielt, aber hat man verstanden oder meint verstanden zu haben, was sie möchten, haut das unheimlich rein.
Und diese düsteren Cleangitarren-Momente, wie bei Fathomless Enigma, sind einfach genial. Ein gelungenes Zwischenintro. Karl Sanders von Nile hat doch auch einmal ein Album mit nur ägyptischen Klängen gemacht. Vielleicht sollte Showmik so etwas auch einmal in Angriff nehmen.
Kaum ist das letzte cleane Geräusch verklungen, ertönt auch schon der nächste brutale Klang. Der Song Cosmocrator fängt derbe heftig an und geht ins Ohr. Auch hier muss man das Riffing besonders erwähnen, obwohl alles top ist. Gesang, Bass und Drums stehen sich in Nichts nach und eben das schon angesprochene Songwriting. Herrlich. Und über allem herrschen eben diese Dunkelheit und Finsternis. Geiler Song, der absolut Laune macht.
Venom Spawn hat zu Beginn wieder diese geilen cleanen Momente und geht mir mit fast acht Minuten ein wenig zu lang, ist aber ein geiler Song. Und auch Haunting Blight hat wieder ein Intro vorweg und setzt die Marschrichtung von KHNVM gnadenlos fort. Ein gelungener Abschluss eines gelungenen Albums.
Man beschäftigt sich mit den Themen Psychologie, Philosophie und Spiritualität. Diese Themen werden musikalisch eindrucksvoll umgesetzt. Hinzu kommt dieser drückende, düstere Sound, der aber trotzdem klar ist.
Der Albumtitel Cosmocrator hat eine doppelte Bedeutung. Er symbolisiert den Herrscher der Welt und steht im religiösen Wortschatz auch für Satan. Die Death-Metal-Weltherrschaft werden sie hiermit natürlich nicht übernehmen, aber sie können damit eine gute Rolle in der Szene spielen.




