Live Undead 50 am 28.03.2026 im JZ Stricker in Bielefeld

Jubiläumsfinale für die Live Undead Reihe

Eventname: Live Undead 50

Bands: Fleshworks, New World Depression, Teutonic Slaughter, Final Error,  Evoked, Infestation, Human Paranoid, Geist

Ort: JZ Stricker, Bielefeld

Datum: 28.03.2026

Kosten: 30,00 € VVK (Ausverkauft)

Genre: Thrash Metal, Death Metal, Black Metal , Metal

Besucher: ca. 180 Besucher

Link: https://www.jz-stricker-live.de/

Bereits um 13 Uhr wird es für die Crew ernst, die sich für die letzte Auflage des Live Undead zusammenfindet, um im JZ Stricker in Bielefeld alles für einen langen Abend mit acht Bands vorzubereiten. Das Line-Up hat Carsten einmal mehr und mit einer Kontinuität von mehr als einem Jahrzehnt liebevoll zusammengestellt. Früh ist die letzte Runde ausverkauft, die zudem das 50. Jubiläum bildet. Ausarten soll es heute in Bielefeld, zumindest auf der Bühne, und so öffnen sich die Tore bereits um 16 Uhr, damit bei Teutonic Slaughter eine halbe Stunde später die ersten Headbanger vor der Bühne stehen.

Musikalische Feuerwerke und viel gekühlter Gerstensaft

Kaum verwunderlich, dass beim Opener Teutonic Slaughter der Konzertsaal im JZ Stricker bereits sehr gut gefüllt ist. Seit Wochen gibt es keine Karten mehr und in diversen Gruppen suchten Metalheads ohne Fahrschein noch auf Ausfälle unter den Partywütenden. Mit Thrash-Metal-Salven geht es in über sieben Stunden musikalischer Ekstase. Die Männer aus Gladbeck haben keine Probleme, die ostwestfälische Extreme-Metal-Szene zu erreichen. Der Hebel wird umgelegt und die Sause beginnt. Mit im Gepäck hat der Opener das aktuelle Werk Cheap Food, welches für die ersten Interaktionen im Publikum sorgt. Nach dem erfolgreichen Startschuss geht es im Verlauf Schlag auf Schlag weiter.

Evoked – Live Undead 50 – Bielefeld

Evoked können den starken Sound ihrer Vorgänger aufrechterhalten und ballern nach Herzenslust ihre Death-Metal-Salven aus der Anlage. Die Bielefelder haben Bock auf die Jungs und schieben sich Richtung Bühne. Rotes Licht und helle Spots untermauern die bedrohliche Stimmung. Starke Vocals werden durch mitreißende Backvocals noch verstärkt. Von der aktuellen EP Immoral Arts lassen sie den Titeltrack wie den berühmten Knüppel aus dem Sack. Wild kreisend drischt er auf alles ein, was sich ihm in den Weg stellt. Die gut 30 Minuten Stagetime nutzen Evoked geschickt und können mit dem Set den einen oder anderen neuen Anhänger gewinnen.

New Wolrd Depression – Live Undead 50 – Bielefeld

Die Entwicklung der nächsten Band New World Depression ist unglaublich. Immer wieder kreuzen sich unsere Wege. Die Truppe aus Emsdetten steht für einen Death Metal, der mit Death ’n‘ Roll Elementen vereint wird, ohne an Intensität einzubüßen. Seit dem Burning Q Festival 2024 haben New World Depression sich noch mal weiterentwickeln können und bilden heute einen der Höhepunkte. Abysmal Void, das glorreiche Werk vom letzten Jahr, bildet dabei ein zentrales Fundament der Show. Die Besucher quittieren dies mit einer ordentlichen Menge Bewegung vor der Stage. The Vault bringt die Protagonisten direkt ins Schwitzen. Das JZ Stricker ist aufgeheizt und bietet trotz der frühen Stunde eine würdige Kulisse, um New World Depression angemessen zu feiern. Es folgen Tracks wie Burning Down oder Carnage, bis es auch hier viel zu schnell zum letzten Titel kommt. Sascha „Hütte“ Twardon stimmt Working With Flesh an, um im Anschluss die Meute in die frische Abendluft zu jagen.

Final Error – Live Undead 50 – Bielefeld

Diverse Biersorten und andere Getränke versüßen den Abend. Für die Jubiläumsauflage wurde sogar ein Foodstand errichtet, in dem es für einen guten Kurs Hotdogs und Pommes gibt. Der Party steht somit auch für die nächsten fünf Stunden nichts im Weg. Die Lippstädter Final Error sorgen für die nächste Thrash-Metal-Dusche und mixen in den Cocktain Death-Metal-Hooks. Das schlichte Backdrop lässt kaum erahnen, dass die aktuelle Granate Daemonium In Nobis mit viel Durchschlagskraft um die Ecke kommt. Die Bühne wird dunkel eingehüllt und es knistert bei Dead Man Walking in der Luft. So intensiv wie bei den Vorgängern geht das Publikum bei Final Error nicht mit, dennoch blickt man in zufriedene Gesichter, die in dichten Reihen zu New World Order oder dem abschließenden Desolated Gorefest den Kopf nicken. Die Band braucht sich nichts vorzuwerfen und liefert eine gute Show, während die Headbanger nach New World Depression eine kleine Pause brauchen.

Infestation – Live Undead 50 – Bielefeld

Diese nehmen sich viele bei Infestation. Die Musiker aus dem Raum Schaumburg sind auf der Bühne zwar agil, nur will der berühmte Funke nicht überspringen. Da hilft auch die neue Single Silence Is Consent nicht weiter. Nach den intensiven Auftritten im Vorfeld scheint die Kraft langsam zu weichen oder es muss einfach neue Energie getankt werden. Dennoch bemüht, lassen sich Infestation nicht aus dem Takt bringen und ziehen ihre Show erbarmungslos durch. Die Anwesenden haben ihren Spaß, nur hätten die 40 Minuten der lokalen Künstler besser frequentiert sein können.

Human Paranoid – Live Undead 50 – Bielefeld

Bei Human Paranoid dreht sich das Blatt. Die Herforder haben sich in den letzten Jahren rar gemacht, und so kommt es zum Geburtstagsgipfel auf dem Live Undead 50. Mit dabei: das aktuelle Album Shut The Fuck Up!, welches bereits 14 Jahre auf dem Buckel hat. Wer sich an den Longplayer nicht mehr erinnern kann, darf gerne das Review lesen, welches tief im Archiv unseres Magazins zu finden ist (HIER!). Thrash-Metal-Attitüde durchflutet 30 Minuten lang den Raum. Vom letzten Silberling schafft es nur The Undertaker‘s Lullaby ins Set. Wer Old School will, bekommt es auch. Human Paranoid lassen heute lieber Breed Of Cain oder New Frontiers für sich sprechen. Richtig krachen soll das Kreator-Cover von Flag Of Hate zum Abschluss. Eine kurzweilige wie unterhaltsame halbe Stunde, die das Ende des Tages langsam einläutet. 

Fleshworks – Live Undead 50 – Bielefeld

Ganz so weit ist es noch nicht. Mit Fleshworks geht es fix weiter und die Black-Metal-Gestalten von Geist warten noch auf ihr finales Feuerwerk. Die Osnabrücker sind live eine Macht. Auf Studioalben haben sie jedoch eher weniger Lust. Gerade einmal drei Platten haben die Niedersachsen in den 18 Jahren fertiggestellt. Diabolus Ex Machina (HIER!) stammt aus dem Jahr 2023 und ist noch recht frisch auf dem Markt. Da darf dieser Titel im Aufgebot nicht fehlen. Diabolus Ex Machina lässt die Köpfe kreisen. Frontmann Dirk Frenking ist eine Maschine und richtiger Fleischwerker. Passend dafür hat er sich in Schale geschmissen und beackert als Butcher die Bretter. Die Vocals schneiden die Luft. Einmal in Fahrt, bekommt man Fleshworks nicht gestoppt. Wie ein Presslufthammer pflügen sie durch ihre 45 Minuten Spielzeit. Da bleiben keine Wünsche offen, außer vielleicht der, nach einem neuen Album.

Geist – Live Undead 50 – Bielefeld

Viel Zeit bleibt nicht, um die grandiosen Minuten mit Fleshworks zu verdauen. Die Exoten Geist treten ein letztes Mal zum letzten Mal in der Originalbesetzung von 2009 auf. Aus Geist wurde Eis – ein denkwürdiger Abend soll noch ein i-Tüpfelchen serviert bekommen. Das letzte und fünfzigste Live-Undead-Konzert endet mit einer Geist-Best-of-Show, in der den ersten drei Alben gehuldigt wird. Eine Stunde lange Dreifache Einsamkeit, Afterlife und A Story For A Broken Soul. Die doomigen Black-Metal-Atmosphären verbreiten sich im JZ Stricker in Bielefeld und lassen schwarze Metalkunst aufziehen. Das Beste kommt doch zum Schluss! Einen besseren Ausklang hätte man Carsten für seine Live-Undead-Reihe nicht wünschen können. Bedrohlich schießen Geist eine epische Salve nach der anderen ab. Für Fans eine einmalige Gelegenheit, die schwermütigen und durchdringenden Kompositionen zu feiern. Langsam gleiten die Besucher in die durchaus frostige Nacht. Die Erinnerungen an diesen Abend werden noch lange nachklingen. Wer nicht mit am Start war, hat definitiv was verpasst.