Artist: New World Depression
Herkunft: Emsdetten, Deutschland
Album: Abysmal Void
Spiellänge: 41:51 Minuten
Genre: Old School Death Metal
Release: 19.09.2025
Label: Testimony Records
Link: Facebook
Bandmitglieder:
Gesang – Sascha „Hütte“ Twardon
Gitarre – Julian Schulz
Gitarre – Ritchie Bellis
Bassgitarre – Sascha Müller
Schlagzeug – Stefan „Sig“ Plüth
Tracklist:
- The Vault
- Book Of Trophies
- Spoils Of War
- Blind Eyes
- Marching On Our Graves
- Burning Down
- Grenadier
- Expect No Mercy
- Carnage
- Moonbound Hunger
Pünktlich zum 20-jährigen Bestehen der Truppe aus Emsdetten, erscheint mit Abysmal Void Album Nummero sieben via Testimony Records. Nach den letzten beiden brillanten Platten ist die Erwartungshaltung entsprechend hoch und ich mache es kurz: keinesfalls unberechtigt.
Abysmal Void gehört zu diesen Alben, die einen ab der ersten Sekunde packen und nicht wieder loslassen. Nach Trilliarden gehörter Scheiben ist so etwas nicht mehr alltäglich. Spontan würde ich sagen, dass mir das zuletzt so mit Scriptures von Benediction ähnlich passiert ist. Auch NWD frönen dem old-schooligen Death Metal, wobei hier nicht in erster Linie diese Briten als größter Einfluss zu nennen sind, sondern eher Vertreter wie Asphyx, alte Morgoth oder Bolt Thrower. Es wird also doomig-dampfwalzig alles plattgemetzelt, was es wagt, sich in den Weg zu stellen. Weniger punktet man mit Tempo als mit Wucht und ist dabei gleichzeitig so catchy wie brutal. Die Riffs feuern die Salven präzise übers Schlachtfeld und liefern den Treibstoff für die Zermalmungsmaschine, die Rhythmussektion treibt gleichzeitig vorwärts, passt aber auf, nicht zu übertreiben, während Hüttes erbarmungsloses Grabesorgan, das wie eine Mischung aus Martin van Drunen, Jagger und John Tardy daherkommt, aus allen Rohren feuert.
Nach mehr als zehnjähriger Abwesenheit von Bolt Thrower füllen New World Depression genau eben jene Lücke aus, die bei vielen Old-School-Fans immer noch Sehnsuchtsgefühle erweckt. Besonders das bereits vorher als Single ausgekoppelte Marching On Our Graves und Carnage könnten aus der Feder der Briten stammen. Die Band schafft es aber gekonnt, kein bloßes Plagiat zu erstellen, sondern die Songs wie selbstverständliche Eigengewächse wirken zu lassen. Spannende, unterschwellige Melodiebögen wie in The Vault verleihen Tiefe und Eigenständigkeit. Die Songstrukturen sind überaus eingängig und fräsen sich tief ins Hirn, ohne auch nach dem zehnten Durchlauf langweilig zu werden.
Ich schätze, New World Depression ist genau das gelungen, was viele Bands vergeblich versuchen: genau das Album zu erschaffen, welches man sich im Vorfeld auch ausgemalt hat. Pflichtkauf!




