Soulburn – Earthless Pagan Spirit

„Aus den Fängen von Asphyx entschwunden”

Artist: Soulburn

Herkunft: Twente / Niederlande

Album: Earthless Pagan Spirit

Genre: Black Metal, Doom Metal

Spiellänge: 57:12 Minuten

Release: 18.11.2016

Label: Century Media Records

Link: http://www.centurymedia.com/artist.aspx?IdArtist=795

Bandmitglieder:

Vocals / Bass – Twan Van Geel
Guitar – Remco Kreft
Guitar – Eric Daniels
Drums – Bob Baghus

Tracklist:

01. Where Splendid Corpses Are Towering Towards The Sun
02. The Blood Ascendant
03. Howling At The Heart Of Death
04. As Cold As Heavens Slain
05. Withering Nights
06. The Torch
07. Spirited Asunder
08. Diary Of A Reaper
09. The Last Monument Of God (Bonus Track)

Heute habe ich eine Platte zur Rezension erhalten, die zwar schon etwas älter, aber überhaupt nicht angestaubt ist. Dabei handelt es sich um die niederländische Blackened Doom Band Soulburn. Diese haben bereits im November 2016 ihr drittes Werk bei Century Media herausgebracht.

Wie bei Century Media üblich, gibt es von dem Werk, welches sich Earthless Pagan Spirit nennt, verschiedene Editionen, die das Sammlerherz höher schlagen lassen. So ist Earthless Pagan Spirit als Special Edition CD in O-Card erhält. Zusätzlich für den Vinylliebhaber in drei verschiedenen Editionen. Gatefold black, Gatefold clear (200 Stück) und Gatefold gold (100 Stück) Vinyl.

Der ehemalige Asphyx Ableger Soulburn (Eric Daniels und Bob Baghus waren Gründungsmitglieder von Asphyx) legt nach seiner Reunion in 2013 mit Earthless Pagan Spirit den zweiten Longplayer mit dem neuen Frontmann Twan Van Geel (Ex Legion Of The Damned) bei Century Media hin.

Soulburn haben sich mit diesem Album sehr von ihrem Ursprung Asphyx weg entfernt. Ganz nach dem Motto: Asphyx war gestern, Soulburn ist heute. Geboten wird eine mehr als ordentliche Prise an Blackened Doom Metal. Wobei aus meiner Sicht der Black Metal gegenüber Doom Metal doch erheblich in der Übermacht steht.

Der Opener Where Splendid Corpses Are Towards The Sun beginnt recht brutal, ist dabei richtig schnell und es wird drauflos gehämmert, was das Zeug hält. Noch verbirgt sich das auf mehreren Songs immer deutlicher wahrzunehmende Gerüst des Doom hinter dem Black Metal.

Dieser Doom ist dann in anderen Songs mehr als deutlich wahrzunehmen. Das zeigt sich bereits beim zweiten Song des Albums. The Blood Ascendant kommt mit deutlich verminderter Geschwindigkeit daher. In solchen Songs konzentrieren sich Soulburn am ehesten auf Doom, ohne jedoch ihre Blackened Herkunft zu verleugnen. The Blood Ascendant überzeugt mit langsamen tiefen Voices. Ein anderes gutes Beispiel für die Übermacht des Dooms in einem Song ist Howling At The Heart Of Death. Dieser Song beginnt sensationell gewaltig mit toller Gitarrenarbeit, nimmt im Mittelteil mit Aufnahme der tiefen Voices etwas an Geschwindigkeit auf, bevor er wieder, ähnlich wie er begonnen hat, endet. Über dem Ganzen schwebt ein schwerer Doom.

Andere Songs, wie zum Beispiel Withering Nights verbleiben fast ausschließlich im Black Metal. Die Grundstimmung des Doom hält sich in solchen Songs recht stark zurück. Withering Nights bildet durch das Vorhandensein von weiblichen cleanen Voices zusätzlich noch eine Ausnahme. Diese bilden aus meiner Sicht einen tollen Kontrapunkt zu den abgrundtiefen höllischen männlichen Harshvocals von Twan Van Geel, da sie in ihrer Klarheit engelsgleich daher kommen. Also himmlische Töne im Black Metal. Das hat doch mal was.

Insgesamt stellt Soulburns Earthless Pagan Spirit für mich eine Black Metal Platte dar, die gerade von ihren doomlastigen Einflüssen in einzelnen Songs lebt. Für mich als bekennenden Doom Metal Fan natürlich ein Leckerbissen. So verwundert es sicherlich nicht, dass die stark doomlastigen Songs wie The Blood Ascendant und Howling At The Heart Of Death zu meinen Favoriten zählen.

Das Outro Diary Of The Reaper kommt progressiv sphärisch daher. Irgendwie spannend für mich. Im Gesamtkontext des Albums jedoch recht unpassend, da dieser Song im Grunde nichts vom Songaufbau mit den anderen Songs zu tun hat. Wenn es auf dem Album ein ähnliches Intro geben würde, dann hätte dieser Song gewiss seine Daseinsberechtigung und ich hätte dem Ganzen ein Stück Genialität zugestanden. So allein muss er aber nicht sein.

Earthless Pagan Spirit ist für Doom Metal und Black Metal Fans gleichermaßen interessant. Den Puristen beider Genres könnte das Album jedoch auch ein Dorn im Auge sein. Immer für neue Ideen und Genreüberschreitungen offen, finde ich mich durch dieses Soulburn Album sehr angesprochen.

Fazit: Sauberer und interessanter Genremix im Blackened Bereich. Soulburn schaffen es mit Earthless Pagan Spirit ein Album vorzulegen, welches sowohl dem Black Metal, als auch dem Doom Metal zugeneigt ist. Insgesamt bleibt der Black Metal auf dem Album jedoch die treibende Kraft. Zugleich bedeutet dieses Werk für die ehemaligen Asphyx Bandmitglieder die fortschreitende Abkehr ihrer Herkunft.

Anspieltipps: The Blood Ascendant, Howling At The Heart Of Death, Spirited Asunder
Juergen S.8.3
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