Es gibt so Fügungen des Schicksals, da muss man einfach mitmachen, ohne groß zu überlegen. So war es bei mir, als Long Distance Calling nach Hamburg ins Zeise-Kino zu einer Filmvorführung eingeladen haben.
Die einzige Info, die ich vorher hatte? Es wird ein neues Album im April geben. Das war es.
Also ab nach Hamburg und Richtung Zeise-Komplex. Vom Stil her ist der Komplex sehr im „altindustriellen Charme“ und erinnert an eine alte Halle, in der jetzt mehrere kleinere Geschäfte und Kreativräume sind. Und natürlich das Zeise-Kino.
Im Vorfeld kann ich noch ein bisschen mit Redakteurs-Kollegen und -Kolleginnen schwatzen, bis wir dann nach der Akkreditierung ins Kino, in dem die Band schon auf uns wartet, geleitet werden. Auch hier kann ich schon kurz mit den Jungs ein bisschen quatschen über die Auswahl des Kinos (die vier kommen ja eigentlich aus Münster) und natürlich Franzbrötchen!
Mit leicht Wasser im Mund (ja, der Gedanke an Franzbrötchen hat mich vielleicht etwas abgelenkt) suche ich mir einen Platz im Kino und dann gibt es auch ein paar einleitende Worte vom Label: Es gibt einen knapp 30 Minuten langen Kurzfilm, in dem die ersten drei Stücke (plus Intro) von der neuen Platte The Phantom Void vorgestellt werden. Also Licht aus und Film ab.
Die vier Stücke greifen dabei alle ineinander und erzählen sowohl musikalisch als auch filmisch eine Geschichte. Ja, wieder einmal kann ich sagen: Das ist auf ganzer Linie Kunst, die von allen Beteiligten hier fabriziert wird, und sie lädt zum Interpretieren ein. Ich kann nur sagen: Wenn ihr auf Prog- Post-Metal steht, zieht euch das rein! Wieder einmal wird hier was für die Ohren und die Augen veröffentlicht, und ich kann sagen, dass ich Fan bin. Es fällt definitiv auf, dass auch Long Distance Calling sich mal wieder weiterentwickelt haben. Es handelt sich hierbei um ein sehr persönliches Album, mit Höhen und Tiefen, die dieses Mal eher psychologisch als politisch sind.
Besonders die Momente, die musikalisch im krassen Kontrast stehen (stark reduzierte, gezupfte Gitarrenmelodien, die dann ohne Ankündigung wieder in brachiale Ausbrüche gehen), hauen mich besonders um. Dazu kann ich nur sagen: Freut euch auf die zweite Single. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.
Um schon mal einen Eindruck zu erhalten, könnt ihr euch die erste Single hier anhören:
Im Anschluss schwatze ich wieder mit der Band und dem Regisseur, um das Erlebte noch mal zu verarbeiten und meine kleinen Interpretationen durchzusprechen. Gerade die filmischen Motive finde ich spannend und genieße es, mich mit den Kreativ-Schaffenden auszutauschen.
Doch leider geht auch dieser Abend ein bisschen zu schnell vorbei und die Heimreise wird angetreten.
Ich kann wirklich nur jedem empfehlen, sich die Singles mit den Videos anzuhören, und ich bin schon angefixt auf die neue Platte! An dieser Stelle möchte ich mich noch bei Long Distance Calling für die sympathischen Gespräche und diese Erfahrung bedanken!


