Motorjesus + Support am 19.10.2018 in der Bambi Galore in Hamburg

              “Thrashiger Power Metal mit Motorjesus, Ignition und Godsnake in der Bambi Galore sorgt für taube Ohren ”

Band: Motorjesus

Eventname: Race To Resurrection Tour 2018/2019

Vorbands: Godsnake, Ignition

Ort: Bambi Galore, Öjendorfer Weg 30, 22119 Hamburg

Datum: 19.10.2018

Kosten: 15 € VVK + Gebühren, 18 € AK

Genre: Heavy Rock, Power Metal, Thrash Metal, Heavy Metal

Besucher: 150 Besucher (ausverkauft)

Veranstalter: Dragon Productions GmbH

Links: https://www.facebook.com/events/259725451446039/, https://kulturpalast.live/veranstaltung/Revolt-364

Setlisten:

  1. Hellbound Ride
  2. Poison Thorn
  3. We Disagree
  4. Stone The Crow
  5. Sound Ot broken
  6. This Is The End

  1. Shelter
  2. In Glory Or The Sand
  3. Unstoppable
  4. Guides By The Waves
  5. Into The Fire
  6. Into The Battle
  7. Valhalla
  8. Reveal My Name
  9. A Whisper From The Dark
  10. We Are The Force

  1. Tales From The Wrecking Ball
  2. Motor Discipline
  3. Killing Collider
  4. Dead Army
  5. Fist Of The Dragon
  6. Fuel The Warmachine
  7. Re-Ignite
  8. Speedway Sanctuary
  9. King Of The Dead End Road
  10. Bach In The Action Car
  11. Destroyer
  12. The Damage
  13. The Howling
  14. Return Of The Demons
  15. A New War (Medley)

Encore:

  1. Motorjesus
  2. Motörhead -Iron Fist

Heute gibt´s endlich mal wieder ein interessantes Package in der Hamburger Bambi Galore. Der Kellerclub hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Geheimtipp gemausert und so finden hier regelmäßig coole Konzerte oder auch CD Release Shows statt. Am heutigen Abend gibt’s gleich drei Bands zu sehen. Als Erstes sind da Godsnake aus Hamburg, die hier heute einen Lokalmatador Status haben. Danach sind dann die Duisburger Ignition am Zuge und zu guter Letzt der Headliner Motorjesus aus Mönchengladbach. Der Einlass ist auf 20:00 Uhr beziffert. Wir sind heute recht früh dran, sodass wir noch bei einem naheliegenden Griechen ´ne ordentliche Portion bekommen. Danach wäre eigentlich Couch angesagt, aber wir stehen pünktlich am Eingang. Akkre hat geklappt, so sind wir kurz nach acht schon drin. Der Club liegt in einem unterirdischen Bunker, sodass auch kein Lärm nach draußen dringen kann. Drei Bands, die erste fängt gegen halb neun an. Das wird länger gehen heute.

So beginnen dann Godsnake ihr Set mit Hellbound Ride. Die fünf Hamburger um Sänger Torger spielen einen harten, rifflastigen Metal, der trotz der Lautstärke einige Hooklines zu bieten hat. Drummer Sidney wütet an seinem Kit und Carsten am Bass untermauert die kräftigen Beats mit seinem akzentuierten Spiel. Beide Gitarreros schenken sich nichts. Malte ist der etwas sololastigere, wobei auch Stefan seine Momente hat. Sie spielen fast alle die Songs ihrer 4 Track EP, die aber zum Entstehungsdatum noch vom Gitarristen eingesungen wurde. Wer sich das Teil mal antut, der wird eine verdammte Ähnlichkeit mit James Hettfield feststellen können. Beachtenswert ist auch, dass die Truppe bereits 2016 auf den Hamburger Metal Dayz aufgetreten ist. So wissen die sechs Tracks, davon drei neue, zu gefallen. Der Aufforderung, die Bambi Galore leerzusaufen, kommen einige sehr gern nach, wie sich später noch zeigen wird. Der Platz vor der Bühne ist noch luftig, und so beenden die göttlichen Schlangen nach 30 Minuten ihren Auftritt. Das war schon mal ein guter Anfang.

Der Umbau geht rasch vonstatten, da alle mithelfen. Der noch anstehende Soundcheck geht direkt in den Beginn von Ignitions Auftritt über. Kurz vor 21:30 Uhr fangen die mit Shelter an. Sie spielen einen Power Metal ähnlichen Stil, der aber zunächst nicht wirklich gut rüber kommt. Der Gesang von Dennis Marschallik scheint nicht optimal zu passen. Ab Song drei, namens Unstoppable, wird das aber besser. Nach fast jedem Song stellt Dennis fest, dass es total geil aussieht, wenn er über die inzwischen zahlreicheren Zuschauer blickt. Trotzdem ist noch einiges an Platz, denn die meisten dürften nur wegen Motorjesus da sein. So reihen sich Songs des Debüts Guides By The Waves aneinander. Auch hier zwei Gitarristen, die sich ergänzen. Christian Bruchschen und Tim Rockschool Zeewaert geben sich nichts und liefern gute Riffs. Die Power Metal ähnliche Strukturen, die aber durch die Lautstärke nicht immer differenzierbar sind, lassen gute Songs erahnen und sollen für Stimmung sorgen, damit Motorjesus eine aufgewärmte, vorbereitete Meute vor sich haben. Die Temperaturen sind schon so recht hoch, aber beim letzten Track We Are The Force steigert sich das noch und außerdem wird noch das Mitsingpotenzial der Anwesenden getestet. Das ist bei der Lautstärke nicht so einfach, aber klappt dann im Refrain ganz gut. Durch den etwas späteren Slot dürfen Ignition etwa 45 Minuten spielen und nutzen die Zeit auch gut aus. Zugaben gibt es dann auch nicht.

Auch der zweite Umbau klappt ordentlich, da jetzt ja von drei Bands die helfenden Hände dabei sind. Instrumente runter, Schlagzeug Umbau, neue Setlisten, all das geht rasch vonstatten und dann stehen Motorjesus auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Das sieht vor der Bühne gleich ganz anders aus. Alle drängen nach vorn, um dicht bei den Akteuren zu sein. Die ausverkaufte Galore wird mit Tales From The Wrecking Ball als Opener bombardiert. Die drei Musiker, die auch das letzte Album Race To Resurrection in dieser Formation eingespielt haben, werden durch Patrick Wassenberg und Dominik Kwassny verstärkt. Damit stehen auch hier fünf Mann auf der Bühne und zelebrieren eine Mischung aus Classic Rock, rotzigem Metal und klassischem Heavy Metal. Live ist das alles eine geballte Faust in die Magengrube und lässt nichts mehr anbrennen. Ich muss gestehen, dass ich mit der Musik von Motorjesus nicht so bewandert bin, aber es geht sofort ins Ohr und ins Bein. Die Zuschauer sind da wesentlich text- und songsicherer und rasten regelrecht aus. Stücke wie Motor Discipline, Dead Army und Fist Of The Dragon hämmern, vielfach reflektiert durch die nicht allzu hohen Decken, durch die Bambi Galore. Ein paar Irre versuchen sich am Pogo und ernten dafür heftige Reaktionen. Auch ein paar Mädels bekommen das zu spüren und einige noch Jüngere gehen vorsorglich von den Eltern beschützt an den Rand. Dafür ist der knappe Raum eigentlich auch nicht ausgelegt, aber die Truppe um Sänger Chris „Howling“ Birx ist gnadenlos. Oliver Beck weiß, was er an den Drums tut und peitscht die anderen nach vorn. Da hilft auch kein technischer Defekt, der das eine oder andere Mal für eine leichte Verzögerung sorgt. Andy Peters mit schwarzer Löwenmähne liefert fette Riffs. Dann sind da noch die beiden Gastmusiker, die den insgesamt guten Sound verstärken. Wenn hier von Oktanzahlen gesprochen wird, müsste es wie bei Ethylbenzol sein. Keine Gnade wird walten gelassen und so knallen die Songs in die dankbare Meute. Sänger Birx bedankt sich dann auch artig und stellt fest, dass alle so anders aussehen als beim letzten Mal. Habt ihr die Haare anders, was für einige Erheiterung sorgt. Schlagfertig antwortet er auf die lauten Zwischenrufe und kennt scheinbar auch den ein oder anderen. Egal. Und weiter geht’s. In den Zwangspausen wird dann auch mal gefragt, wer die neueste CD gekauft hat. Da zu wenig mit ja antworten, gibt’s einen Hinweis auf den Merch Stand. Bei der Frage, wer die CD schon mal gestreamt hat, kommt dann auch gleich die ironische Antwort: Danke für den Support.

Immer wieder kommen Ansagen zu den einzelnen Liedern, was für eine aufgelockerte Stimmung sorgt. Dabei erinnert Chris Birx teilweise etwas an Tobias Sammet, als er zum Beispiel erwähnt, dass auch alte Scheiße und neues Zeug gespielt wird. Auch die Tonlage ist zumindest beim gesprochenen Wort passend. Ansonsten ist da kein Vergleich. Laut und roh geht es rotzig, schnell und mit Vehemenz gespielt durch die Songs. So vergeht die Zeit wie im Flug. Im Verlaufe der Stücke, immerhin 16 an der Zahl inklusive der Zugaben, wird auch das Publikum gebremster. Das Pogen fällt weg, dafür nimmt aber der Gesang zu. Gleich vorne an steht eine glühende Verehrerin von 12 Jahren und kann jedes Wort mitsingen. Beachtenswert – und das führt dann später auch zum Abgreifen der Drumsticks. Weitere Nackenbrecher sind dann noch Destroyer und The Damage. Mit dem Medley The New War unter anderem inklusive Rock You Like A Hurricane und TNT endet der reguläre Teil nach gut 80 Minuten. Im Zugabenblock werden dann noch der namensgebende Song Motorjesus und eine Hommage an Motörhead, Iron Fist, gespielt. Dann geht das Licht an.

Die Bambi Galore leert sich recht schnell und die Crew vor Ort kann mit dem Einsammeln der Flaschen und Gläser beginnen. Trotz der wilden Gesellen und der heftigen Bewegung im Saal ist recht wenig zu Bruch gegangen. Der eine oder andere hat leichte bis mittelschwere Gleichgewichtsprobleme. Ob das an den Getränken oder an dem in Mitleidenschaft gezogenen gleichnamigen Sinn liegt, ist nicht ergründet.  Oben am Merch sind noch die Jungs von Ignition anzutreffen und auch Sänger Chris Birx steht noch bereit. Mit Drummer Sidney von Godsnake quatschen wir noch etwas vor der Tür und so wird bereits der nächste Auftritt der Hamburger von uns besucht werden. Dann noch eine schnelle Heimfahrt und der Abend war gelungen.

Fazit: Gutes Essen, heftige Musik und das Time For Metal Chapter North war´s zufrieden.

Bilder von Norbert C., Recherche heute von Maren J. und der Bericht ist von mir.

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