Oceans Ate Alaska – Hikari

“Definitiv ein Mix, der zu überzeugen weiß!“

Artist: Oceans Ate Alaska

Herkunft: England

Album: Hikari

Spiellänge: 33:41 Minuten

Genre: Metalcore, Deathcore, Post Hardcore

Release: 28.07.2017

Label: Fearless Records

Link: http://oceansatealaska.co.uk/

Bandmitglieder:

Gesang – Jake Noakes (seit 2016)
Gitarre – James Kennedy
Gitarre – Adam Zytkiewicz
Bassgitarre – Mike Stanton
Schlagzeug – Chris Turner

Tracklist:

  1. Benzaiten (feat. Alex Teyen)
  2. Sarin
  3. Covert
  4. Hansha
  5. Deadweight
  6. Veridical
  7. Entrapment
  8. Hikari
  9. Birth-Marked
  10. Ukiyo (feat. Josh Manuel)
  11. Escapist

Im Genre Metalcore hat wohl kein anderes Land so viele fantastische Bands zu bieten wie England – ob nun Bring Me The Horizon, Bury Tomorrow oder doch Architects. Die musikalische Qualität und Vielfalt ist jedenfalls sehr groß. Mit Hikari bringt die eher unbekannte britische Gruppe Oceans Ate Alaska nicht nur ihr zweites Album auf den Markt, sondern hat gleich einen neuen Sänger am Mikro und man muss sich dann doch fragen, ob man sich als Band mit dem Trend bewegen muss.
Der Opener Benzaiten zeigt bereits, was der Titel schon vermuten lässt: Das komplette Album ist von der japanischen Kultur inspiriert und spielt mit deren Klangelementen. Ebenso kann Benzaiten gleich mit einem Feature von Black Tongue Sänger Alex Teyen punkten. Auch die typische Kombination von Oceans Ate Alaska, sehr harte, garstige Shouts und Breakdowns mit Clean Gesang zu verknüpfen, liefert bereits der erste Song in voller Fülle ab. Eine Kombination, die vermutlich nicht jedem gefallen wird, jedoch tut der Wechsel im Song selbst ungemein gut, um sich von Shouts und Breakdowns zu “erholen”.
Der zweite Track Sarin lässt sich wenig Zeit für leise japanische Klänge sondern setzt direkt mit harten Riffs und Screams nach, die dann doch sehr an das alte Bring Me The Horizon erinnern – Fans der Gruppe dürften sich also hier sehr gut aufgehoben fühlen. Auch während der Cleans nimmt die schrille Instrumentalität nicht ab und hält ein gewisses Tempo, was ein Gefühl von Chaos verstärkt. Erst in der zweiten Hälfte folgt dann ein ruhiger Zwischenpart. Oceans Ate Alaska beweisen, dass sie sich nicht zwischen Metalcore, Deathcore oder doch Post Hardcore entscheiden wollen – und vielleicht müssen sie das auch gar nicht.
Covert wirkt von Beginn an ein wenig fokussierter als noch sein Vorgänger. Auch schaffen es Oceans Ate Alaska wunderbar mit den Screams zu variieren, was jedem Song eine gewisse Abwechslung verleiht. Covert hatte schon als veröffentlichte Single vor Album Release wunderbar funktioniert und zeigt sich durch die Cleans, Breakdowns und das fokussierte Chaos als einer der stärksten Songs der Platte. Auch das instrumentelle Outro gibt dem Song eine wunderbare Wirkung.
Was darf auf einer abwechslungsreichen Metalcore Platte nicht fehlen? Electro Elemente! Und so fährt Hansha erst mal mit einem kleinen Techno Intro auf, bevor es dann mit etwas mehr Clean und sanfterer Instrumentalität als noch zuvor weitergeht. Erst in der zweiten Hälfte wird hier auch noch einmal gescreamt, was das Zeug hält – eine kleine Achterbahnfahrt, wie immer halt.
Mit Deadweight kehren Oceans Ate Alaska dann zu voller (Laut-) Stärke zurück. Insgesamt hebt sich der Song zwar nicht sonderlich im Album hervor, könnte aber vor allem durch seine vielen Breakdowns und den fast kompletten Verzicht auf Cleans das Publikum live zum Ausrasten bringen.
Veridical kann wohl als instrumentelles Zwischenstück bezeichnet werden, welches wunderbar das Konzept des Albums noch einmal verstärkt – harter, leicht progressiver Metal mit deutlichen Klangelementen und sanften Zügen – und natürlich darf da auch die ordentliche Portion Autotune nicht fehlen.
Der Titeltrack Hikari besitzt wohl das längste und ruhigste Intro, welches zwar noch immer einige Elemente aus der japanischen Kultur besitzt, aber dennoch ganz unterschiedliche Klänge kombiniert. Passend zum Intro startet der Song erst mal mit ruhigem Clean-Gesang und verzichtet in der ersten Hälfte komplett auf Gitarren, bevor diese sowie der Scream zum Chorus wieder zurückkehren.
Der vorletzte Track hat noch einmal ein Feature anzubieten: Hier wird die Band von Issues Schlagzeuger Josh Manuel unterstützt. Ein nettes, kleines Musikstück, welches einfach das Gesamtbild schön untermalt.
Mit Escapist kommt dann auch schon der letzte Track von Oceans Ate Alaskas neuer Platte. Und dieser liefert mit Riffs, Screams und dem typischen, chaotischen Tempo noch einmal alles, was die Briten so zu bieten haben. Escapist gehört zu den stärksten Songs des Albums und würde sich vor allem live wohl auch wunderbar machen.

 

Fazit: Viele Bands gehen mit der Zeit und verändern ihren Sound mehr als häufig. Oceans Ate Alaska bleiben aber ihrem Mix aus Metalcore und Deathcore mit einer guten Portion Autotune und Clean Gesang treu. Das mag sich ein wenig nach 2000er-Jahrzehnt anhören, dagegen spricht aber mal im Grunde nichts. Viel mehr überzeugt die Band mit Abwechslung, instrumentellen Zwischenparts und Features, welche das Ganze noch einmal musikalisch aufwerten. Auch ein kleines Konzept - hier die Inspiration aus der japanischen Kultur - wirkt immer bestärkend und schafft es der Band noch einmal einen komplett eigenen Sound zu geben. Definitiv ein Mix, der zu überzeugen weiß. Da freut man sich schon auf die nächste Liveshow.

Anspieltipps: Escapist, Covert, Hikari
Anabel S.
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