October Tide – In Splendor Below

Die nächste hässliche Doom Death Fratze aus Avesta

Artist: October Tide

Herkunft: Avesta, Schweden

Album: In Splendor Below

Spiellänge: 43:50 Minuten

Genre: Doom Deah Metal, Melodic Death Metal

Release: 17.05.2019

Label: Agonia Records

Link: https://www.facebook.com/octobertideband/

Bandmitglieder:

Gesang – Alexander Högbom
Gitarre – Fredrik Norrman
Gitarre – Mattias Norrman
Bassgitarre – Johan Jönsegård
Schlagzeug – Jonas Sköld

Tracklist:

  1. I, The Polluter
  2. We Died In October
  3. Ögonblick Av Nåd
  4. Stars Starve Me
  5. Our Famine
  6. Guide My Pulse
  7. Conds
  8. Envy Of The Moon

Das siebte Studioalbum der Schweden October Tide wirft seine hässliche Fratze als schauriger Schatten voraus. Das Doom Death Monster hört auf den Namen In Splendor Below und hält so manche seelischen Abgründe parat. Alexander Högbom röchelt die undurchdringlichen Lyrics, während seine vier Kollegen bedacht sind, einen kalten Sound zu kreieren, der trotzdem Platz für dichte, sogar melodische Atmosphären hat. Verzweifelt, wütend und mit einer guten Portion Hass ziehen die neuen acht Titel tiefe Kornkreise in die karge Landschaft. Abermals, wie beim Vorgänger Winged Waltz mit Agonia Records am Start, darf man über vierzig knüppelharte Minuten erwarten.

I, The Polluter bestätigt schnell die Tendenz – October Tide sind deutlich wütender unterwegs und diese dunklen Emotionen prägen die neuen Stücke ungemein. Der Schaum läuft dem Quintett jedoch keinesfalls aus dem Mund. Alle Schritte wurden gut durchdacht. Das vermittelt das wunderbare und detaillierte Songwriting, das viel Platz für Tiefe und technisch starke Facetten bietet. Langsame, melancholische Passagen greifen in flinkere aber niemals rasende Riffs, denn, egal wie groß der Zorn ist, man verfällt nie in eine blinde Zerstörungswut. Wenn das Tempo in voller Doom Manier nach unten gedreht wird, frieren selbst im Inneren jedes Hauses die Wassermoleküle an der Decke fest, um von dort aus immer größer werdende, tödliche Eiszapfen über dem Hörer zu bilden. Was macht In Splendor Below aus? Es wird noch intelligenter agiert! Der pechschwarze Doom Anstrich ist keine Deko, sondern die gradlinige Ausrichtung, die October Tide bis aufs Messer verfolgt. Herausgeschleudert werden Stücke wie We Died In October oder Stars Starve Me. Was auffällt: Man muss die Kompositionen nicht unnötig dick auffahren – wie In Splendor Below machen gerade genreuntypischere vier bis sechs Minuten Hymnen den Unterschied. Die Gangart bleibt trotzdem den Kollegen von Katatonia, Ghost Brigade, My Dying Bride oder Black Sun Aeon treu. Dabei behalten October Tide ihren eigenen Charme und gelten schon lange nicht mehr als Geheimtipp, was natürlich auch an der Katatonia Vergangenheit liegt. Der schwedische Titel Ögonblick Av Nåd setzt zudem Akzente. In der Landessprache führt Alexander Högbom die Männer jedoch nur durch diesen Track – schade, davon hätte man auch mehr vertragen können. Schwache Momente tun sich keine im zackigen Gebirge auf, kleine Höhepunkte warten wiederum in allen Einspielungen. In Splendor Below kann man ohne Problem als eins der stärksten Werke der Skandinavier bezeichnen.

Fazit
October Tide stehen seit Jahren in einem unerklärlichen Schatten, der die Band irgendwo zwischen den großen Acts und Underground Kapellen in eine Region schiebt, wo sie weiß Gott nicht hingehören. Aufnehmen können sie es mit fast allen Bands des technisch starken Subgenres und trotzdem bleibt der ganz große Wurf verwehrt. Ich muss sagen, ich bin mit den Jungs aus Avesta immer gut gefahren. Die neuen Stücke haben viel Tiefe, transportieren die düsteren Gedanken in jeden noch zu glücklichen Schädel und wissen, wie man langsame Doom Handschriften im tödlichen Death Metal verankert. Wenn nicht jetzt, wann dann, frage ich mich. In Splendor Below ist definitiv der richtige Weg, um noch mal vorne anzugreifen und die verdiente Aufmerksamkeit abzugreifen!

Anspieltipps: We Died In October und Ögonblick Av Nåd
René W.8.2
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