Party.San Open Air 2011 vom 11.08.2011 – 13.08.2011

Datum: 11.08.2011 – 13.08.2011
Festival Standort: Schlotheim – Flugplatz Obermehler

Bands: TRIPTYKON, WATAIN, ABORTED, BYFROST, DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT, DECAPITATED, DEW SCENTED, NEGURA BUNGET, MORBID ANGEL, 1349, ABSU, BELPHEGOR, DESULTORY, ENSIFERUM, MELECHESH, PRIMORDIAL, PUTERAEON, SKELETONWITCH, URGEHAL, AT THE GATES, CLITEATER, DAWN OF DISEASE, ENSLAVED, EXHUMED, HAIL OF BULLETS, HEIDEVOLK, MORGOTH, NACHTMYSTIUM, PANZERCHRIST, TAAKE, WITCHBURNER, TRUPPENSTURM

Partysan Open Air 2011 3-Tages-Festivalticket
Kosten: 49,90 €
Infos unter: http://www.party-san.de

Nach dem Regen-Chaos 2010 ist das Party.San Metal Open Air von seiner angetrauten Stätte Bad Berka nach Schlotheim zum Flugplatz Obermehler umgezogen, um dort auch bei schlechterem Wetter für bessere Festivalbedienungen zu sorgen. Dieses wird auch direkt bei der Anreise sichtbar. Der Flugplatz(Campground) ist großflächig ausgelegt und verfügt über ein ausgedehntes Entwässerungsnetz,sodass eine Schlammschlacht wie im Vorjahr verhindert wird. Zudem bestehen auch die Grünflächen aus festem Material, welches nur kleine Probleme beim Zelt aufbauen beschert. Aber man kann sicher sein, dass dieses nicht mehr weg geweht wird, wenn das Zelt fest verankert ist. Die Festivalarena ist mit dem Campground identisch. Die Bühne wurde so platziert, dass die Metalheads bis zum Mischturm auf der Landbahn stehen können. So kann man der Gefahr einer direkten Schlammschlacht vor der Bühne aus dem Weg gehen.


Donnerstag – 11.08.2011:

Am frühen Donnerstag Abend ist es dann soweit. Nachdem Ketzer letztes Jahr den Startschuss gegeben haben, übernehmen dieses Jahr die Norweger Byfrost das Zepter. Allerdings gibt es erneut direkt zu Beginn wieder Wetter technische Probleme. Das Dach der Bühne ist durch eine starke Windböhe halb abgerissen und ragt bedrohlich von oben auf die Bühne herunter. Man kann von Glück reden, dass das Festival noch nicht begonnen hat und sich somit auch niemand verletzen konnte. Kurzerhand wurde das Partyzelt, welches den ausgelassenen After Show Partys dient, notdürftig umgebaut und gewährleistete den Festival Betrieb. Etwas merkwürdig muss es vielen Besuchern schon gehen, als sie Byfrost auf der kleinen Bühne im Zelt sehen.

Ebenso lassen sich Byfrost nicht von der ungünstigen Situation abschrecken. Mit schnörkellosem Black`n`Roll stimmen sie die Party.San Gänger auf ein ereignisreiches Wochenende ein. Die ersten Interessierten verweilen vor der Bühne und lassen sich zum zaghaften Kopfschütteln anregen.

Den zweiten Gang auf die kleine Zeltbühne wagen die deutschen Trash Metaler Dew Scented um Frontmann Leif Jensen, der noch einmal ganz in Ruhe erklärt, was am Nachmittag passiert ist und verspricht, dass allen daran gelegen ist, das Beste aus der Situation zu machen. Das lassen sich die Metalheads nicht zwei Mal sagen. Mit hartem Sound und aggressiven Texten startet das Quintett ihr Programm. Laut und brutal lautet das Motto. Das gut halbvoll gefüllte Zelt nimmt die Band gewohnt gut auf und man kann schon ein wenig vom Party.San-Feeling spüren.

Die Belgier Arborted bringen mit ihrem Death Grindcore die Hütte kräftig zum Wackeln. Fette Doublebase dominierten die Stücke und lassen durchgehend Zeit für mächtige Riffs. Diese Musik ist nichts für schwache Nerven, denn sie ist schnell und hart. Die gute Bühnenpräsenz sorgt für ordentlich Spaß. Die ohnehin gute Stimmung wird dann noch von Sänger Sven De Caluwe, der mit seinem „Hello, Summer Breeze“ für einen guten Schmunzler sorgt, den ihm aber wohl niemand übel nimmt, aufgepuscht. Ein gelungener Auftritt der belgischen Kombo.

Die Exoten des Tages heißen Negura Bunget, die nach eigenen Aussagen Transilvanian Black Metal zelebrieren. Eine Mischung aus Pagan Metal mit altertümlichen Instrumenten und einem ordentlichen Hauch von Progressiver Atmosphäre zeigt die Band. Besonders die untypischen Klänge, die sie mit verschiedenen traditionellen Instrumenten erzeugen, verzaubern die Zuhörer. Eingenommen von der dunklen Atmosphäre, schwingt man wie in Trance den Kopf. Gerade das Einsetzen eines Holzinstrumentes sorgt für Faszination, da es einen einzigartigen Klang hervorbringt und die Band durch Vielseitigkeit und Ideenreichtum auszeichnet. Negura Bunget gehen wohl als Sieger des Defektes an der Hauptbühne hervor. Dicht gedrängt lauscht die Masse den drückenden Klängen, die im Zelt noch mächtiger erklingen und sich im Freien wohl etwas verlaufen hätten. Ein sehr harmonischer Auftritt, bei dem alles passt und mit dem sie neue Fans von ihrer Musik überzeugen können.

Für die bisher noch leer ausgegangenen Black Metaler betritt die Powerfrau Onielar samt ihren Männern von Darkened Nocturn Slaughtercult die Bühne. Grünes Licht züngelt aus den Fackeln, die auf der Bühne angebracht sind und versprüht gleich zum Anfang einen finsteren Flair, für den die Band aus Dormagen bekannt ist. Blutverschmiert walzt sich die Band durch die hasserfüllten Songs. Onielar kann durch ihren unverwechselbaren Gesang den einzelnen Songs immer wieder neue Facetten geben. Die Band hinterlässt eine tiefschwarze Stimmung, die nach 45 Minuten bereits vorbei ist.

Wer jetzt einen Blick nach draußen wirft, kann erkennen, dass die Bühne bereits heruntergefahren und das Dach montiert wurde. Dennoch wird es für heute Abend nicht mehr reichen und so müssen Co-Headliner und Headliner ebenfalls im Zelt ihre musikalische Darbietung durchführen. Den Anfang machen die Polen von Decapitated, die mit Carnival is Forever ihr brandneues Album im Gepäck haben. Fünf lange Jahre mussten die Fans darauf warten. Sehr energiegeladen beginnt die Technical Death Metal Band und scheint zu der schon späteren Stunde kein bisschen müde zu sein. Gleiches gilt natürlich für die Fans, die sich ins Zelt drängen, um ihre Idole zu sehen. Eng gedrückt stehen sie am Absperrgitter und lassen ihre Haare durch die Luft fliegen, was die polnischen Musiker umso mehr beflügelt. Publikumsnah präsentiert sich die Band und die vielseitige Stimme des Sängers dröhnt durch die Boxen. Spielspaß ist ihnen wahrlich anzumerken. Eine solide Leistung, der bei Nuclear Blast Records unter Vertrag stehenden Band.

Als Headliner steht heute keine andere Band als Triptykon auf dem Programm. Leider können viele Fans die Musik nicht hören, weil einfach nicht genug Platz für alle ist, die Thomas Gabriel Fischer sehen wollen. Der Sänger ist bekannt durch seine Band Celtic Frost, mit der er heute jedoch nicht auftritt. Nach dem verhältnismäßig langen Soundcheck legen sie verheißungsvoll los. Drückender Sound füllt das Zelt und kann eine Gänsehautstimmung erzeugen, die bei mir nicht lange anhält. Zu identisch kommen die Songs herüber. Anfangs wird man eingenommen von der düsteren Stimmung und der Intonation des Sängers, die diese noch untermalt. Jedoch bleibt jeder Song in derselben Machart und so ist es nicht sonderlich abwechslungsreich. Vielleicht liegt es aber auch am schlechteren Sound, der im Zelt etwas gedrückt wirkt und so nicht das ganze Können der Band widerspiegelt. Die Meinung geht wie der Geschmack auseinander und so werden Triptykon von den einen als Helden gefeiert und von den anderen als belanglos abgestuft. Der erste highlightreiche Tag geht zu Ende und macht Lust auf mehr, vor allem mit der Hoffnung darauf, dass sich die Bands auf der eigentlichen Bühne austoben können.


Freitag – 12.08.2011:

Nach einer regenreichen Nacht startet um 13:00 Uhr mit Puteraeon der zweite Festivaltag. Pünktlich betreten Puteraeon auch als erste Band überhaupt die instandgesetzte Bühne. Ihren Old School Death Metal haben die Schweden für die Besucher im Gepäck, die sich langsam vor dem Ort des Geschehens versammeln. Der Sound ist bestechend und an Lautstärke wird ebenfalls wie in den vergangenen Jahren nicht gegeizt. Dass es zu dieser frühen Stunde noch nicht brechend voll ist, verwundert keinen. Dennoch geben sich die Artisten große Mühe bei ihrer Darbietung, welche durch Beifall und erstes Kopfnicken anerkennend aufgenommen wird.

Die deutsche Kappele Truppensturm, die sich dem brutalen War Metal verschrieben hat, legen ein brachiale Härte an den Tag. Stupide und ohne einen Hauch von Kompromissen prügeln sie sich durch ihr Set, welches von prasselndem Drumming angeführt wird. Bei diesem Schauspiel wird auf eine Bühneshow verzichtet. Über die gesamte Spielzeit ist kaum Bewegung zu sehen, was das monotone Gewalze schnell uninteressant werden lässt.

Ganz anders treten da die Nachfolger Urgehal auf, die Black Metal vom Feinsten abliefern und dafür die passende Bühnenpräsenz parat haben. Dieses wollen sich die Black Metal-Anhänger nicht entgehen lassen. Schnell strömt eine gute Schar vor die Bühne, auf der sich Urgehal mit Corpsepaint und anderen Accessoires beladen bewegen. Das lange Intro macht Lust auf mehr und heizt die Stimmung schon zu Beginn an. Die perfekt gesetzten Soli erzeugen Spannung und spiegeln das ganze Können der Band wieder. Auffällig gut drauf sind die Norweger, die diese Stimmung ebenfalls auf das Publikum übertragen können. So wird Satan in jedem Stück kräftig gefeiert, bis sich das 45 minütige Set dem Ende neigt.

Die letztes Jahr kräftig durch Club-Shows durchgestartete Band Skeletonwitch lässt nach kurzer Umbaupause nicht lange auf sich warten. Direkt zu Beginn wird klar, welches Ansehen sich die Gruppe aus Ohio bereits erspielt hat. Vor gut gefüllter Festivalarena geben die Thrash Metaler Vollgas. Abwechslungsreiche Riffs werden ins Publikum gefeuert, die das Haupthaar der Anwesenden ordentlich in Schwung bringen. Harte und brutale Songs gehören zum Repertoire, das durch viele Breaks und die vielseitige Stimme des Frontmannes auffallen und im Gehör bleiben. Skeletonwitch, die einen sehr bodenständigen Auftritt hinlegen, sollte man auf jeden Fall nicht aus den Augen verlieren. Denn an den Amerikanern kann man in Zukunft noch viel Spaß haben!

Kaum beginnen Desultory macht die Himmelspforte die Toren bis zum Anschlag auf. Der heftige Regenschauer dauert fast die komplette Spielzeit an und macht den Auftritt zu einem sehr feuchten Death Metal-Ausflug. Das stört die Fans nicht im Geringsten, da sie sowieso direkt nach der ersten Sekunde vollkommen durchnässt sind. So peitschen klatschnasse Haare kompromisslos durch die Schlotheimer Nachmittagsluft. Erst nach dem letzten Takt halten die Köpfe wieder still.

Bei den geschwindigkeitsgeilen Amerikanern von Absu ist alles wieder so, als wäre nichts gewesen. Das ist so typisch für das wechselhafte Wetter an diesem Wochenende. Absu nutzen die Gunst der Stunde und spielen alte sowie neue Stücke und wissen ganz genau, wo das Gaspedal liegt. Die Dampflok – erstmals los gelassen – bietet nur wenig Platz für Abwechslung. Jedoch wird das von den Fans durchweg positiv aufgenommen. Sie glänzen phasenweise durch Abwechslung und zweistimmigen Gesang, der sich gut ins instrumentale Gefüge einfügt. Fließende Übergänge, Tempowechsel und melodische Passagen können stückweise ihr Programm auszeichnen. Ein passabler Auftritt, der mit mehr Highlights noch erfolgreicher ausgefallen wäre.

Der heutige „Exotenposten“ geht an Primordial, die Anfang der 90iger in Irland gegründet wurden. Aushängeschild dieser Band ist Frontmann Alan Averil, der die progressiven Klänge mit seinem einmalig theatralischen Gesang eindrucksvoll untermalt. Da ist auch auf dem Party.San Open Air Gänsehautstimmung angesagt. Alan Averil, der wieder allein durch seine Körperbemalung die Blicke der Anwesenden auf sich ziehen kann, weiß von Anfang an, das Publikum zu begeistern. Zudem sorgt er mit seinem wahnsinnigem Gesang für erstaunte Gesichter und offene Münder. Ein absolut genialer Auftritt der Iren, der mit dem Abschlusssong Empire Falls gekrönt wird.

Da haben Primordial gut vorgelegt. Spannend ist zu sehen, wie Melechesh die gute Stimmung ausnutzen können. Die Israelis, die ihren Wohnsitz bei unseren Nachbarn in Holland haben, versuchen die Party.San-Gänger mit Sumerian Thrashing Black Metal zu begeistern. Schnelle Gitarrenläufe bringen Schwung in die Songs, die durch bombastische Riffs aufgerissen werden. Der Gesang von Ashmedi, der nicht den Geschmack von jedermann trifft, gibt sich viel Mühe. So schlägt der Übersong Grand Gatha wie eine Bombe ein und bildet das Highlight, der durch sehr guten Sound geprägten Show.

Vereinzelte Helmut-Rufe werden laut. Es ist Zeit für die Österreicher von Belphegor, die dieses Jahr bereits einige Festivalauftritte sowie eine gerade endende Tour mit Deicide hinter sich haben. Aber wer Helmut kennt, der weiß ,dass er heiß auf jedes Event ist, um seinen Death Black Metal an die Leute zu bringen. Kaum verwunderlich, dass es vor der Bühne immer voller wird. Als Special steigen während der Show immer wieder Flammen in den späten Abendhimmel, der als optischer Leckerbissen die Stimmung wortwörtlich zum Kochen bringt. „Hail Germany“ donnert Helmut immer wieder mit gewaltiger Stimme in die Menge. Lucifer Incestus und diverse andere Songs sorgen für einen wild headbangenden Mob, der erst mit Bondage Goad Zombie beendet wird!

1349 sind als nächstes an der Reihe. Die Bühne färbt sich im roten Schein der Strahler, als die Band sich zu ihrem Manifest aufmacht. Wie gewohnt zelebrieren die Norweger schnörkelosen Black Metal, der an Kälte nicht übertroffen werden kann. Ravns tiefe Growls zerreißen die Schlotheimer Nacht, die durch Archaons kaltblütiges Gitarrenspiel getragen werden. Eine ansprechende Show, die mit etwas mehr Feuer unter’m Hintern zu einem wahnsinnigen Nackenbrecher hätte werden können.

Bei der vorletzten Band des Abends haben alle Pagan Metal-Begeisterten etwas zu feiern. Die Finnen von Ensiferum sind mit von der Partie und lassen zwischen dem ganzen Geballer, das über den Tag gelaufen ist, Partystimmung aufkommen. Diese kann auch der leichte Nieselregen nicht schmälern, der während der Live-Performance einsetzt. Petri Lindroos und seine Männer spielen gut gelaunt ihre Stücke und freuen sich sichtlich über die ordentliche Beteiligung die ihnen entgegen gebracht wird.

Nach dem Auftritt der Finnen, beginnt es wiedermal wie aus Eimern zu gießen. Besonders tragisch, da der Hauptheadliner Morbid Angel jetzt an der Reihe ist. Dicht gedrängt im Partyzelt hoffen die Metalheads, dass es aufhört zu regnen oder zumindest weniger wird. So wird sich beim Umbau für Morbid Angel etwas mehr Zeit gelassen, sodass die Amerikaner nicht ganz vor leeren Rängen spielen müssen. Etwas weniger kommt dann doch von oben, aber immer noch im Regnen beginnt die Show, auf die heute etliche wegen des schlechten Wetter verzichten. Schade, denn die Death Metaler spielen einen klasse Sound, der die tantzfreudigen Fans für das miese Wetter entschädigt. Frontmann David Vincent bedankt sich mehrfach bei den treuen Fans und lässt mit grandioser Leistung Taten sprechen. Wer sich Morbid Angel am Ende des zweiten Festivaltages nicht angesehen hat, hat wirklich etwas verpasst und sollte dieses bei nächster Gelegenheit nachholen.


Samstag – 13.08.2011:

Den heutigen Beginn macht die vermutlich unbekannteste Band Dawn of Disease aus Osnabrück, die bei NoiseArt Records unter Vertrag stehen und vom Party.San die Möglichkeit bekommen haben, ihren Death Metal vor großem Publikum vorbringen zu dürfen. Erstaunlich viel ist bereits vor der Bühne los, was auch an dem guten Wetter liegen kann, aber die Leistung der Norddeutschen nicht schmälern soll. Denn diese erwischen heute eine prächtigen Tag und zeigen, dass auch die kleineren regionalen Bands etwas auf dem Kasten haben. Ein Ausrufezeichen für die deutsche Underground Szene, die leider so oft nicht beachtet wird!

Es bleibt weiter nordisch. Unsere Nachbarn aus Holland betreten in Form von Cliteater das Schlotheimer Schlachtfest. Ein Leckerbissen für alle Gore- und Porngrind-Fanatiker, die sich das Schauspiel pünktlich zum Mittagessen nicht entgehen lassen. Schön voll wird es bei Songs wie z.B. Eat Clit Or Die oder Porn Of The Dead vor der Bühne. So werden die Jungs auch nach Verlassen der Stage nochmal zurück geholt, um eine Zugabe nachzulegen.

Weiter geht’s mit Witchburner, die ordentlich einheizen wollen. Die deutsche Thrash Metal-Band startet brutal und schnell in den frühen Nachmittag und dürfte wohl die letzten Schlafmützen wachschütteln. So beginnt es rasant und der Spaß auf der Bühne ist ihnen anzumerken – sie bringen Stimmung mit ihren dunklen Texten und den abwechslungsreichen instrumentalen Parts. Die Fans schwingen die Köpfe und gröhlen Textpassagen mit. Vorallem beim Song Hexenhammer tobt das Publikum. Melodisch und doch äusserst aggressiv geht die Band zu Werke und hinterlässt ein zufriedenes Partyvolk.

Überraschend ist auch die gute Leistung der Dänen von Panzerchrist, die mit Kriegslärm die Schaustätte betreten und genauso wieder verlassen. Gitarrist Lasse Bak verteilt grinsend ein paar Bier an die Fans und lässt sich auch bei seinen Soli zu interessanten Grimassen hinreißen. Einziger kleiner Negativpunkt ist der Gesang von Magnus, der nicht ganz so kraftvoll sondern eher etwas zu leise ausfällt.

Nach dem Geschredder gibt für die Pagan Metal-Fans wieder Grund zu jubeln: die Band Heidevolk aus Holland macht sich warm und begibt sich nach kurzer Umbaupause auf die Party.San-Bretter. Mit holländischen Lyrics klingen sie immer wieder ungewöhlich, bringen aber einen enormen Hörspaß mit sich. So lassen sich selbst die Black und Death Metal Fans zum Klatschen und Mitgrölen hinreißen. Die Männer von Heidevolk sind heute besonders locker drauf. Auch wenn sie wissen, dass sie mit ihrer Musik nicht ganz ins Billing passen, bringen sie immer wieder sympathische Sprüche mit ein, die alle Anwesenden positiv aufnehmen.

Danach sorgen Exhumed für einen Lacher, denn diese sind an die alte Pary.San Open Air-Stätte nach Bad Berka gefahren und müssen so später spielen, weil sie es nicht mehr rechtzeitig nach Schlotheim schaffen. Schnell spricht sich diese Neuigkeit herum und so haben Taake trotz früherer Spielzeit all ihre Fans vor der Bühne versammelt. Die Norweger zelebrieren ihren True Norwegian Black Metal. Frontann Hoest macht von Anfang an einen guten Eindruck und zeigt mehrfach stolz die Norwegische Flagge, mit der er auch die Bühne betritt. Das besondere Highlight der Party.San-Show ist das GG Allin-Cover „Die When You Die„, das wirklich gelungen ist!

Nach der Irrfahrt können Exhumed, die quasi nur mit Taake getauscht wurden, um die Running Order nicht noch weiter zu verschieben, spielen. In der Abendsonne drehen die Amerikaner die Regler auf Anschlag und entschuldigen sich noch mal für ihr zu Spätkommen. Brutaler Death Metal scheppert aus den Boxen, der zweistimmige Gesang schmettert aus der Anlage – so muss eine Death Metal-Walze klingen! Nach einer viel zu kurzen Spielzeit ist der Death Metal-Spuk bereits vorbei, da die Fahrt nach Bad Berka Exhumed auch etwas an Spielzeit geraubt hat.

Als nächstes kommen die Black Metal-Fans wieder auf ihre Kosten. Nachtmystium steht in den Startlöchern, um die Fans zum Bangen zu animieren. Die Band begibt sich in Positon und schon erklingen die ersten melodischen Töne aus den Boxen. Der cleane Gesang des Sängers Blake Judd untermalt die seichten Passagen, aber er kann auch aufdrehen und in harten Scream erklingen lassen. Weicher Black Metal mit Keyboard unterstützt nimmt die Aggressionen etwas heraus, gibt der Leistung aber keinen Abbruch. Ein sehr schöner Auftritt der Amerikaner, der viel Bangen und Gegröhle mit sich brachte.

Schon fast zu Hause muss sich Martin Van Drunen fühlen, der schon mehrfach auf dem Party.San Open Air aufgetreten ist. Diesmal steht er mit Hail Of Bullets auf der Bühne und ist gut gelaunt wie eh und je. Selbst für eine kleine Ostfriesland-Erwähnung in einer seiner Ansage ist Zeit. Musikalisch ist der Weg ganz klar gesteckt: Death Metal, Death Metal und nochmals Death Metal. Die ausgewogene Songauswahl mit unter anderm Berlin und Tokyo Napalm Holocaust steht dem Holländer gut zu Gesicht. Zudem wird – wie am Vortage – den Metalheads bei Belphegor kräftig Feuer unter’m Hintern gemacht!

Nun wird wieder zu Satan gebetet. Die aufwendige Show von Watain wird vorbereitet und so stehen eine Menge Kerzen inklusive Kerzenhalter auf der Bühne. In dunklem Licht wirkt das Arrangement gespenstisch und mystisch zugleich. Die Black Metal-Band aus Schweden hat viele Anhänger auf dem Festival und so sind viele Jubelrufe zu vernehmen. Harter satanischer Sound erklingt aus den Boxen und das Trio rockt ordentlich die Bühne. Die kurzen Gebetshaltungen von Frontmann Erik symbolisieren klar seine Einstellung. Das Ganze wirkt wie ein großes Ritual und gipfelt in einigen Pyroeffekten. Harte Riffs und der vielseiteige Gesang zeichnen die Band aus und machen sie so erfolgreich. Es ist immer wieder ein Highlight, ihre Show auf Festivalbühnen zu sehen. Man wird von der greifbaren Athmosphäre und der Düsternis ihrer Songs mitgerissen: ein Erlebnis ganz besonderer Art für Ohren und Augen!

Morgoth sind zurück!“, dieses wiederholt Marc Grewe mehrfach und er hat Recht! Nach der Club Show in Bremen, die durchgehend positiv angekommen ist, können sie auf dem Party.San sogar noch eine Schippe drauflegen. Zwar nicht ganz nüchtern, aber nur so vor Kraft strotzend, bewegt sich Marc Grewe auf der Bühne hin und her. Seine immer wieder giftgrün aufleuchtenden Augen erzeugen eine ganz besonderer Aura. Bei Pits of Utumno holt sich Marc Grewe Verstärkung in Form von Sänger Dreier(Purgatory), mit dem er ein wirklich gutes Duett abgibt. Der Old School Death Metal schallt über das Festivalgelände und lässt keinen Nacken locker. Den Schlusspunkt setzt der Klassiker Isolated. Morgoth sind zurück und wie!

Auf den nächsten Auftritt haben viele Party.San-Besucher gewartet.Enslaved mit ihrem Extreme Metal werden als heimliche Headliner gehandelt, die diesem Titel auf jeden Fall mit einen überaus grandiosen Auftritt gerecht werden. Der Sound sprengt alle Grenzen und rein musiklaisch macht den Männern aus Norwegen heute auch keiner was vor. Höchstprofessionell werden die Songs dargeboten. Ebenso gehen die verschiedenen Gesänge nahtlos ineinander über und lassen die gesamte Show zu einem großen Meisterwerk zusammenfließen. Facettenreich kann man das ganze Konzept beschreiben. So werden trotz ihrer Länge, die Songs nie langweilig und man bleibt als Zuschauer gebannt vor der Bühne stehen. Enslaved schaffen es, jeden in ihren Bann zu ziehen und hinterlassen ein unglaubliches Gefühl. Das Quintett aus Bergen hat einfach ein Gespür, das Maß an Härte mit gewaltigen melodischen Riffs zu kreuzen, die jeden einzelnen Track zu einem Erlebnis werden lassen.

Nach dieser überwältigenden Leistung von Enslaved ist abzuwarten wie sich At The Gates schlagen und ob sie nicht als letzter Act des diesjährigen Party.San Open Airs untergehen. Dieses wollen sich die Göteburger nicht nachsagen lassen und beginnen recht energisch mit ihrem Melodic Death Metal-Mix. Wieder fängt es an zu regnen. Die Headliner-Positionen stehen dieses Jahr unter keinem guten Stern, jedenfalls vom Wetter her gesehen. Aber wie bei den anderen Bands lassen sich die Fans und die Band davon nicht beirren und ziehen die Show knallhart in Metal-Manier durch. In tiefem Rot und Grün erleuchtet die Bühne, während die Schweden die Songs auf die begeisterten Metalheads niederprasseln lässt. Da dürfen Songs wie Blinded By Fear, The Burning Darkness und Unto Others nicht fehlen, um die Headliner-Position von At The Gates noch einmal zu unterstreichen.
 


Fazit/Rückblick:

Das diesjährige Party.San zeigt wieder, was das Festival so ausmacht. Knallharte Klänge zu einer enorm guten Stimmung, die auch das wechselhafte Wetter nicht trüben konnte. Aus dem Schaden an der Bühne am ersten Tag wurde das Beste gemacht, womit man der Party.San-Crew und dem Veranstalter noch einmal ein großes Lob aussprechen muss! Sie haben trotz der widrigen Umstände für ein gelunges Festival gesorgt. Das neue Festivalgelände, auf das alle so gespannt waren, hat sich als wahrer Glücksgriff erwiesen. Viel Platz und beste logistische Möglichkeiten ließen den Festivalbesuchern viel Platz zum Partymachen, sodass die gewohnt lockere Party.San-stimmung aufkam. Da kann man sich nur auf das Party.San Open Air 2012 freuen und gespannt sein, welche Leckerbissen uns nächstes Jahr erwarten!

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