Presented by TFM.rocks: Knorkator – Zweck Ist Widerstandslos – am 07.03.2020 live im JUZ in Andernach

Deutschlands Meiste Band der Welt redet Klartext und vieles mehr im JUZ in Andernach

Bands: Knorkator

Ort: JUZ Andernach, Stadionstr. 88, 56626 Andernach

Datum: 07.03.2020

Kosten: 25 € VVK, 30 € AK

Genre: Rock, Fun Metal, Neue Deutsche Härte

Besucher: ca. 666 Besucher (ausverkauft)

Veranstalter: A Chance For Metal www.acfm.info

Link: https://www.facebook.com/events/379053429556947/

Setlist:

  1. Absolution
  2. Du Nich
  3. Es kotzt Mich An
  4. Ein Wunsch
  5. Revolution
  6. Am Arsch
  7. Alter Mann
  8. Eigentum
  9. Buchstabensuppe
  10. Ring My Bell (Anita Ward cover)
  11. All That She Wants (Ace of Base cover)
  12. Ich Bin Der Boss
  13. Klartext
  14. Hardcore
  15. Ich Hasse Musik
  16. Krieg
  17. Rette Sich Wer Kann
  18. Böse
  19. Weg Nach Unten
  20. Für Meine Fans
  21. Wir Werden Alle Sterben
  22. Verflucht Und Zugenäht (Zugabe)
  23. Zähneputzen, Pullern Und Ab Ins Bett (Zugabe)
  24. Zu Kurz (Zugabe)
  25. Warum (Zugabe)

Knorkator – Deutschlands Meiste Band Der Welt – geht auf Tour und kommt nicht nach Andernach? Richtig: Das gibt es nicht! Auch bei ihrer aktuellen Tour Zweck Ist Widerstandslos kommen die Berliner in die Metal Metropole nach Andernach und werden heute Abend die heilige Halle des Metals im JUZ erschüttern!

Das JUZ in Andernach ist mittlerweile so was, wie der Hausclub der schrillen Band geworden. Sie lassen es sich nicht nehmen bei ihren Touren dort einzukehren. Das honorieren die Andernacher Fans heute natürlich wieder mit vollem Haus.

Pünktlich angekommen, sehen wir schon die lange Schlange vor dem Eingang und es ist natürlich wieder extrem voll. Wir müssen noch etwas warten, bis die Show von Knorkator beginnt. Auf der Bühne ist ein großer Bildschirm, der das wartende Publikum mit verschiedenen sogenannten Shred Videos (bekannte Videos mit schrägen Tönen) auf die Show einstimmt. Ganz besonders schräg ist das letzte Video vor dem Auftritt der Band. Ein klassisches Orchester mit Chor, welches so schräg ist, dass auch ich mir Ohrstöpsel in die Ohren machen muss. Das ist ja nicht mehr zum Aushalten. Ob es sich hierbei um das selbst ernannte schlechteste Orchester der Welt, das Portsmouth Sinfonia, handelt, weiß ich nicht! Aber das ist so schlecht und daneben, dass es schon wieder gut ist, aber kaum zu ertragen halt.

Im September 2019 hat Knorkators jüngstes musikalisches Baby Zweck Ist Widerstandslos das Licht der Welt erblickt und dies wird mit einer umfangreichen Tour (Oktober 2020 bis April 2020) promotet. Bis auf wenige Ausnahmen wird fast das komplette Album in das über zweistündige Programm eingebettet.

Direkt zu Konzertbeginn erteilt Stumpen, der eigentlich die Musik so hasst, dem feierwütigen Andernacher Publikum die Absolution, die Du Nich (lieber Leser) natürlich nicht erhältst. Und klar Es Kotz Mich An. Stumpen und Alf Ator geben im Wechsel bekannt, was sie alles denn so ankotzt. Und schwuppdiwupp haben wir mit Es Kotzt Mich An bereits kurzweilig die ersten drei Songs hinter uns, die Alf Ator und Stumpen in einem glitzernden roten Paillettenfummel auf der Bühne vorbringen. Stumpen prügelt mit einer Schaumstoffkeule erfolgreich auf die Fans in der ersten Reihe ein.

 Damit ist auch die Zeit der Fotografen im Graben bereits vorbei. Es wäre Ein Wunsch (so der nächste Songtitel) gewesen, in den Fotograben zu gelangen. Von wegen Graben, denn da kommen Fotografen erst gar nicht rein. Das geht leider nicht, denn der junge Mann auf der rechten Seite (von der Bühne aus gesehen), bei dem man ohne große Probleme hätte rein kommen können, beharrte darauf, dass der Einlass für die Fotografen auf der anderen Seite bei seinem Kollegen wäre. Da ist aber beim besten Willen kein Durchkommen. Auch das gemeinsame Bemühen der beiden Securitykräfte kann die Absperrung nicht bewegen. So wird halt von der Seite geknipst. Vielen dank hier an die tollen Fans, die mich zum Fotografieren direkt vorne an die Absperrung des Fotograbens gelassen haben. Ich denke, es sind trotzdem einige gute Schnappschüsse dabei herausgekommen.

Neben den Hauptakteuren und Frontmännern Alf Ator und Stumpen machen die Männer an den Saiten und im Hintergrund eine hervorragende Arbeit. Buzz Dee ist für die tollen Gitarrenklänge zuständig, während am Bass Rajko Gohlke und am Schlagzeug Nick Arargua (der Sohn des DDR-Kultgeiger Georgi Gogow, der dürfte wohl jedem von der Plattenaufnahme von CityAm Fenster bekannt sein).

Zwischendurch gilt es eine Buchstabensuppe (so der Songtitel), die am Flipchart durch Alf Ator aufgelöst wird.

Irgendwann hat sich Stumpen dann auch wieder seines feinen Zwirns, den er zu Beginn noch getragen hat, entledigt und macht sich an verschiedene derbe Späße. So werden zum Beispiel zwei weibliche „Keyboardständerinnen“ gesucht und die sind erwartungsgemäß auch schnell gefunden. Die beiden Mädels knien nebeneinander auf der Bühne und haben ein auf Jet-Helmen montiertes Keyboard auf dem Kopf. Dazu intoniert Stumpen Ich Hasse Musik. Passend dazu kann ich nur sagen: Ich liebe Knorkator und ihren Wahnsinn!

Nach den beiden genialen Covernummern Ring My Bell (Anita Ward) und All That She Wants (Ace Of Base), die in der Version von Knorkator eine herrliche Eigenständigkeit haben, zeigt uns Stumpen direkt mal, wieso er der Boss ist – auf jeden Fall intoniert er Ich Bin Der Boss.

Und ja zum Ende hin gibt es den Hit Wir Werden Alle Sterben, passend zur aktuellen Coronavirus Epidemie. Zwei Tage später macht übrigens das Schulzentrum in Andernach dicht. Ob die Knorkator zu wörtlich genommen haben?

Damit aber noch nicht genug, denn es gibt noch Zugaben Verflucht Und Zugenäht! Jetzt Aber Zähneputzen, Pullern Und Ab Ins Bett, aber nein denn das ist Zu Kurz, aber Warum? Mit Warum lassen uns Knorkator hier stehen. Die Frage ist: Warum ist jetzt Schluss? Klare Antwort: Die Jungs von Knorkator haben über zwei Stunden voller Energie hier alles gegeben und irgendwann muss mal Schluss sein, auch wenn es noch so schön ist!

Fazit: Der Zweck war Widerstandslos hier im JUZ in Andernach. Knorkator haben weit mehr als geliefert. Ein Spektakel sondergleichen. Knorkator sind immer wieder eine beknackte Macht. Auch ich Alter Mann finde das ziemlich Hardcore und werde immer wieder dabei sein, wenn die Berliner Knorkator in der Metal Metropole Mittelrhein erscheinen.

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