Rival Sons – Hollow Bones

“Retro und doch wieder nicht“

Artist: Rival Sons

Herkunft: Long Beach, Southern California, Vereinigte Staaten von Amerika

Album: Hollow Bones

Spiellänge: 37:02 Minuten

Genre: Rock´n´Roll, Rock

Release: 10.06.2016

Label: Earache / ADA-Warner Music

Link: https://www.facebook.com/rivalsons und http://www.rivalsons.com/

Produktion: LCS Studios, Nashville von Dave Cobb

Bandmitglieder:

Gesang – Jay Buchanan
Gitarre – Scott Holiday
Bassgitarre – Dave Beste
Schlagzeug – Michael Miley

Tracklist:

  1. Hollow Bones Pt. 1
  2. Tied Up
  3. Thundering Voices
  4. Baby Boy
  5. Pretty Face
  6. Fade Out
  7. Black Coffee
  8. Hollow Bones Pt. 2
  9. All That I Want

RIVAL SONS - HOLLOW BONES

 

Die im Jahr 2008 gegründete Band Rival Sons ist bislang komplett vorbeigegangen. Ich hätte sie allerdings wahrscheinlich sowieso entdeckt, wenn ich ihr neustes Album Hollow Bones, das seit dem 10.06. zu erwerben ist, in einer der CD- bzw. Platten-Regale im Fachgeschäft meines Vertrauens gesehen hätte. Zu auffällig ist das Cover gehalten, nämlich so ganz anders, als man das von Albumcovern einer Rock-Band erwartet. Das Motiv, das im Übrigen den Titel Rainsong trägt und von Storm Thorgerson erschaffen wurde, erschließt sich mir überhaupt nicht, aber allein wegen des Surrealen würde ich es mir sogar als großes Bild an die Wand hängen! Jetzt aber mal zu dem, was sich hinter dem Cover verbirgt, nämlich die Musik.

Gleich beim ersten Track Hollow Bones Pt. 1 habe ich das Gefühl, ganz tief in die Vergangenheit abzutauchen und doch eine moderne Produktion zu hören. Hier kann man eigentlich nur sofort an die Helden der vergangenen Dekaden, wie Led Zeppelin oder Deep Purple denken. Der Gesang von Jay Buchanan ist aber mal richtig gut und lässt sofort Robert Plant vor meinem geistigen Auge auftauchen. Dazu die klasse Arbeit der Saitenfraktion, teilweise krass genial verzerrt, die immer wieder von den Trommelfellattacken von Michael Miley vorwärts getrieben oder auch mal eingebremst wird.

Was dann folgt, sind acht Songs, die auf dem Fundament des klassischen Rock ein Haus mit im Grunde nur einem Zimmer bauen, und das heißt Blues. Dann gibt es noch ein paar kleinere Nebenräume, einen davon könnte man fast als Psychedelic bezeichnen (zu hören zum Beispiel bei Pretty Face), und dann wären da auch noch einige Quadratmeter für richtig deftigen Garagerock. Und dann gibt es tatsächlich zum Ende hin noch mal richtig Zuckerguss in die Ohren geträufelt, die Ballade All That I Want vermittelt mit seinen Steelguitars aber mal richtiges Hawaii-Feeling. Ohne einen Sänger wie Jay Buchanan würde das wahrscheinlich nicht so gut funktionieren, er ist so etwas wie die Torte, worauf dann der dicke Sahneklecks in Form der Instrumentalfraktion geklatscht wird. Die Kirsche ganz oben auf dem Sahneklecks bildet der Produzent, der diesen ganze Sound hervorragend in Szene gesetzt und für die richtige Mischung gesorgt hat.

Die Europatournee der Männer aus den Vereinigten Staaten ist mittlerweile fast rum, es gibt noch einige Festivalauftritte. Im August und September ist man dann in der Heimat unterwegs und spielt noch mal eine größere Anzahl an Shows.

Fazit: Zu diesem Album bin ich gekommen, wie die berühmte Jungfrau zum Kinde. Ich bin wahrscheinlich vom kompletten TFM-Team diejenige, die am wenigsten geeignet ist, dieses Review zu schreiben, denn ich werde mit meiner Bewertung dem Können und den Fertigkeiten der Band wahrscheinlich überhaupt nicht ansatzweise gerecht. Weder kenne ich die vorherigen Alben oder die Geschichte von Rival Sons noch höre ich diese Musik normalerweise. Auch nach diesem Review wird sich daran nicht viel ändern, aber wer sich in diesem Genre heimisch fühlt, kann bei diesem Album sicherlich bedenkenlos zugreifen.

Anspieltipps: Thundering Voices und Hollow Bones Pt. 2
Heike L.
7.5
Leser Bewertung1 Bewertung
10
7.5
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