ROCKHARZ Festival 2016 am 06.07.2016 – 09.07.2016 am Flugplatz, Ballenstedt

“ROCKHARZ Festival 2016 am 06.07.2016 – 09.07.2016 am Flugplatz, Ballenstedt!“

Festivalname: ROCKHARZ Festival 2016

Bands: And Then She Came, Annihilator, ASP, Avantasia, Axxis, Children Of Bodom, Deadlock, Der Weg Einer Freiheit, Dust Bolt, Ensiferum, Enslaved, ENTOMBED A.D., Finntroll, Fleshgod Apocalypse, Gamma Ray, Gloryhammer, Grand Magus, Hackneyed, Harpyie, Heldmaschine, Hämatom, Illdisposed, J.B.O., Kampfar, Knorkator, Kissin Dynamite, Kärbholz, Lost Society, Mors Principium Est, Nitrogods, Omnium Gatherum, Onslaught, Powerwolf, Primordial, Rock Devilz, Saltatio Mortis, Satyricon, Saxon, Shakra, Soilwork, Sonata Arctica, Spiritual Beggars, Subway To Sally, Suicidal Angels, Tankard, Tanzwut, The New Roses, Twilight Force, Versengold und Winterstorm

Ort:
Flugplatz, Ballenstedt

Datum: 06.07.2016 – 09.07.2016

Kosten: 3-Tagestickets: 91,90 € VVK. Tagestickets 54,90 €

Genre: Rock, Gothic, Metal

Veranstalter: VERUGA GmbH

Link: http://www.rockharz-festival.com/

Rockharz 2016 Flyer Stand 04.05.16

Mittwoch:

Bereits einen Tag früher als in der Vergangenheit dürfen die Besucher das Festival Areal des ROCKHARZ Open Air erobern. Die komprimierte Anreise in den letzten Auflagen, die 2015 zu erheblichen Problemen führte, hat der Veranstalter durch ein früheres Öffnen des Campgrounds erfolgreich entzerrt. Am Mittwoch Mittag konnte man ohne große Wartezeiten den Check-In passieren, da viele Besucher den Dienstag genutzt haben.

Mors Principium Est eröffnen den Warm Up-Mittwoch, der als dieser gar nicht mehr geführt werden darf. Auf der Rock Stage warten beim 20. Jubiläum von AFM Records gleich sechs Bands des Labels inklusive der AFM Awards, mit denen ihre Bands, der Veranstalter usw. geehrt werden. Die Finnen Mors Principium Est legen standesgemäß los, ohne übermäßig zu überraschen. Locker versuchen sie, ihren  Melodic Death Metal an den Mann bzw. die Frau zu bringen, aber das Interesse ist noch verhalten, wie fast immer bei einem Opener, der vier Tage Heavy Metal einläutet.

Shakra 2 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Shakra, mit neuem, alten Sänger Mark Fox  am Start, der seit letztem Jahr wieder fest zur Mannschaft gehört, schlagen in die klassische Heavy Metal-Schiene. Die Schweizer, die bereits seit 1990 im Musikgeschäft die Fäden ziehen, passen perfekt auf die AFM Party. Noch recht stürmisch ist es im Harz, der Sound bleibt jedoch da, wo er hin soll, und verfliegt nicht wie bei ihren Vorgängern Mors Principium Est. Das starke aktuelle Werk High Noon bildet die tragende Säule des Gigs, das mit einem Selfie mit den Fans erfolgreich endet.

Da haben es Kissin‘ Dynamite deutlich besser, denn Sonnenschein, kaum noch Wind und bestes Festivalwetter versüßen den jungen Männern aus Tübingen ihre CD-Release-Party zum kommenden Album Generation Goodbye, welches in zwei Tagen das Licht der Welt erblickt. Eine bunte Show aus alten wie neuen Stücken durchzieht die starke Live Performance die mit tosendem Beifall quittiert wird. Einzig und allein das zigfache Anpreisen von Generation Goodbye durch Sänger Hannes Braun zerrt an den Nerven. Songs wie Hashtag Your Life, DNA, Money Sex And Power oder  Ticket To Paradise bleiben hängen.

J.B.O. 1 - RockHarz 2016 - Time For Metal

J.B.O. die pinken Spaß Macher aus unser Republik sorgen für einen mehr als deutlichen Headliner-Status. Der Bereich vor der Bühne wird zum Tollhaus, und die meisten Besucher haben sichtlich gute Laune an alten und neuen Werken, denn wie von ihren Label-Kollegen Kissin‘ Dynamite gibt es ab Freitag die neue J.B.O.-Scheibe 11. Mit der Ansage „Ihr wollt sicher lieber den alten Scheiß hören“ ist der Bann nach nur zwei Stücken gebrochen. Fahren Wir Halt Zu Slayer, Bolle, I Don´t Like Metal schieben das Niveau nach unten, die Stimmung jedoch in die erwünschte andere Richtung. J. B.O. überzeugen zu 100 Prozent und setzten das erste Ausrufezeichen des Festivals. Das Interview mit Hannes Holzmann zum neuen Album 11 findet ihr direkt HIER!

Onslaught 1 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Onslaught wollen ebenfalls AFM Geburtstag feiern, dafür kommen die britischen Thrasher extra von der Brexit-Insel, um ihren kernigen Sound zusammenzurühren. Ich persönlich habe die Haudegen in den letzten Jahren nicht allzu oft gesehen und bin daher von der Leistung begeistert. Direkt in die Fresse wird in der Old School-Küche von Onslaught ein feines Süppchen gekocht. Songs wie Let There Be Death und Flame Of The Antichrist kommen gut an, den Abschluss findet die Show mit weiteren derben Krachern und mit der Stimmengealt von Sy Keeler, der bestens aufgelegt durch den Abend röhrt.

Das neue Signing im Hause AFM Records hört auf den Namen Asenblut und schließt die Warm-Up-Party mit Sänger Tim Schmidt, den wir mit seiner Gruppe und dem persönlichen Projekt Halbgottschmiede seit Jahren verfolgen. Von einer Newcomer-Band zu gestandenen Pagan-Recken herangewachsen haben die Deutschen den Plattendeal mehr als verdient, und so schicken Asenblut die zufriedenen Besucher in ihre Schlafgemächer.

Donnerstag:

Den Anfang und erneuten Startschuss machen die Rocker The New Roses, die unter der Flagge von Napalm Records segeln. Mit dem besten Guten-Morgen-Hard Rock ermuntern die vier Musiker aus Wiesbaden ihre Anhänger, diese klatschen gewillt die Hände im Takt zusammen und ermöglichen auf Anhieb einen ansprechenden Start in einen sonnigen Nachmittag.

The New Roses 1 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Wildes Gegrowle liefern Hackneyed, die im Oktober dieses Jahres die Segel streichen. Auf ihrer Abschiedssession zerlegen sie in diversen bösen Shouts die Location des Flughafengeländes in Ballenstedt. Die herangewachsenen jungen Death Metal-Männer werden den Erwartungen gerecht. Als müde Nummer darf die letzte Reise der fünf Schlächter nicht gesehen werden. Bis in die letzte Haarspitze motiviert soll der Weg vernünftig zuEnde gebracht werden. Deathultion und andere Songs durch graben den Acker an der Teufelsmauer, wo wohl der ein oder andere Protaganist mit einer anderen Gruppe in der Zukunft für vibrierende Trommelfelle sorgen wird.

Deadlock haben keine einfachen zwei Jahre durchlebt. Im Jahr 2014 verließ Gründungsmitglied und Schlagzeuger Tobias Graf die Band, und nach nur wenigen Monaten erlag er einer schweren Krankheit. Sängerin Margie Gerlitz, die Sabine Scherer ersetzt, wirkt noch recht statisch. Ansonsten ist die Band gut aufgelegt, auch Drummer Werner Riedl überzeugt in allen Belangen. Die größten Akzente setzen wie in der Vergangenheit die beiden markantesten Gesichter von Deadlock, nämlich John Gahlert am Mikrophon und Ferdinand Rewicki an der Gitarre. Eine solide Show, nur in der nächsten Zeit muss Margie Gerlitz auf den Brettern lockerer werden.

Deadlock 3 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Grand Magus servieren lupenreinen Hard Rock / Heavy Metal aus schwedischen Händen. Das neuste grandiose Werk Sword Songs im Kopf, und schon erklimmt das Trio die Stage. I, The Jury, Varangian, Steel Versus Steel und Triumph And Power, um nur ein paar Nummern zu nennen, vergolden die 40 Minuten voller Grand Magus Power. Live geht die Metal Maschinerie immer, ohne auch nur kleinste Abstriche zu vollziehen. Erst mit Sonnenbrillen dann mit direkten Blickkontakt zu ihren Jüngern gibt es keinen Grund, an den Schweden herumzumäkeln.

Illdisposed und ihr Frontmann Bo Summer in Deutschland, das kann nur urkomisch werden, was zumindest die Ansagen betrifft. Bo mit seinem mehr oder weniger guten Deutsch haut bekanntlich gerne einen oder mehrere Klopper raus. Nach Your Darkest Sun stellt er fest, dass sie gerade erst angekommen und noch völlig nüchtern sind. Mit der These, dass Dänen aus Dänemark kommen, bekommt Herr Summer zudem den Award in Sachen Geographie. Scheinbar hat er einen Clown gefrühstückt, die Ansagen reißen nicht ab. Egal, Week Is You God dröhnt aus den Boxen, und bei I Child Is Missing zappelt das Tanzbein.

Illdisposed 3 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Was passiert, wenn man Hard Rock, Stoner und Metal kombiniert, zeigen Spiritual Beggars. In ihrer Zunft nicht alleine unterwegs, ist es gar nicht einmal einfach, alle drei Genres in eine Einheit zu bringen. Die Headbanger im Ostharz riechen fix die Finte aus Schweden, das Resultat ist eine überschaubare, jedoch herzliche Unterstüzung. Michael Amott an der Gitarre sollten einige von unter anderem Arch Enemey kennen, dazu noch Apollo Papathanasio am Mikrophon, Ludwig Witt hinter der Schießbude sowie Sharlee D’Angelo am Bass und Per Wiberg an den Tasten. Eine bereits runde Sache mit etwas Luft nach oben.

Mit Midas In Reverse geht es im Hause Entomend A.D. gleich hoch her. Auf dem Metal Hammer Paradise im letzten Jahr dünnhäutig und ohne großen Druck stehen die Death Metaler beim ROCKHARZ besser da. Living Dead treibt die Nackenmuskeln an den Siedepunkt, Revel In Flesh reisst gerade verschlossene Wunden ohne Charme erneut auf, während Left Hand Path und Supposed To Rot den Gnadenst0ß versetzen. Bei dem warmen Sommertag bleibt die Interaktion weiter auf kleinerer Flamme, das kühle Bier und schattige Plätzchen werden handgemachter Musik auf Grund der Hitzeschlaggefahr sichtbar vorgezogen.

Annihilator 2 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Annihilator, die bislang technisch anspruchsvollste Gruppe, zementiert einen Klang, der die Asphaltdecke vom Flugplatz zum bröckeln bringt. Metallegende Jeff Walters rockt die kanadische Dampfwalze bei schweißtreibenden Temperaturen, bis das Wasser nur so am Körper herunterrinnt. Suicide Society oder No Way Out offenbaren rassigen Thrash Metal mit gewohnt genialer Gitarrenpower und einem drückenden Sound in einer himmlischen Atmosphäre an der Teufelsmauer im Harz.

Soilwork nutzen die schon gute Stimmung und zaubern das Publikum in eine staubige Wüste. Circle Pits und Crowdsurfing sorgen für die erste extreme Ekstase. Wie im Wahn werden Songs aus allen Epochen angestimmt. Nach den letzten Absagen bleibt die Show im oberen Raster der ehe schon hohen Erwartungen hängen. Die Skandinavier landen eine Punktlandung und versenken mit jedem Track, wie beim Schiffe versenken eine generische Flotte. Verschwitzt und glücklich rauschen sie nach ihrem Auftritt wieder ab, gehen Backstage.

Soilwork 2 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Schwer enttäuscht von Gamma Ray auf ihrer letzten Tour kann es zweifelsohne nur besser werden. I Want Out mit erneuter Reggae-Einlage, und während Welcome und Heaven Can Wait den Anfang bilden, wird parallelel die TV Leinwand eingerichtet, um das EM-Spiel unserer Nationalmannschaft zu übertragen. Kai Hansen, das deutsche Heavy Metal-Urgestein gibt wie immer alles. Sehr viel stärker als auf ihrer Tour kommen Fight oder Send Me A Sign deutlich besser an. Eine klare Steigerung vom neuen Sänger Frank Beck zur Tour vor ein paar Monaten. Das Fazit bleibt dadurch bei Gamma Ray positiver, als zunächst vermutet.

Während ASP die Gothic Welt beglückt, blickt die andere Hälfte gebannt auf die TV Leinwand. Mit dem Pausenpfiff geht unsere Mannschaft in Rückstand, ganz anders ASP, die mit Flammen und Nebelsäulen für Furore sorgen. Die Gesichter beim Fußballvolk werden aber immer länger. In gleißendem Feuerschein kommt der Klassiker Ich Will Brennen ganz delikat daher. Der recht kauzige Frontmann Asp puscht die Jünger, die textsicher Song für Song anstimmen.  Nach mehreren Auftritten beim ROCKHARZ scheint die Chemie zwischen ASP und Besuchern immer inniger zu werden. Die Symbiose aus den dunklen Gedanken der Protagonisten und das aufsaugende Gefühlschaos der Konsumenten bleibt auf höchstem Niveau.

ASP 2 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Saxon starten ihre Session mit der bitteren Niederlage bei der Fußball-EM im Nacken. Von Trübsal ist jedoch nichts zu spüren, mit dem Heavy Metal aus UK kommt man fix auf andere Gedanken. Biff und seine Herren legen alles in ihre Songs und erzeugen eine der besten Tonabmischung des ROCKHARZ 2016. Zum Glück beschränkt der Sänger das Pfeifen ins Mikrophon auf wenige Male. Zu Beginn dominiert Battering Ram, Klassiker wie Heavy Metal Thunder oder Crusader gehen einfach bei jedem Saxon Auftritt. Motorcycle Man und Rock ’n‘ Roll Gypsy sorgen für ein 1a Feeling, bis Princess Of The Night den ersten Headliner des Festival von den Brettern schickt. 75 Minuten verstreichen wie im Flug, das spricht wohl für die Engländer.

Enslaved bringen den nächtlichen Tod über Ballenstedt. Zwar passt die Gruppe nicht so recht zum Billing des Tages, und das Interesse erreicht nur eine kleine Zielgruppe, was die aktiven Mitstreiter aber nicht juckt. Sie ziehen die dunkle Messe aus melodischen Black Metal bei Kompositionen wie Jotunblod, Fenris oder The Crossing ohne Kompromisse durch. Fiese Hasstiraden und ein dichter atmosphärischer Teppich, der bis ins kleinste Detail zelebriert wird, offenbart der perfide Nackenbrecher Return to Yggdrasil. Wem es nicht gefällt, der kann schon mal schlafen gehen, alle anderen huldigen Enslaved, wie sie es verdient haben!

Freitag:

And Then She Came dürfen am Freitag die Bühnenaktivitäten ankurbeln. Sie wurden erst dieses Jahr gegründet und bestehen ausnahmslos aus Musikern der Band Krypteria. Die asiatische Sängerin Ji-In Cho mit perfektem Englisch und Deutsch schlägt in die Schiene von Epica, Delain und Co. Vor der Stage treffen die Frühaufsteher auf Symphonic Metal krachende Keyboard Beats, die von stürmischen Elektroklängen untermalt werden. Eine mega Party angezettelt, jedoch keinen Flächenbrand entzündet, steht der Auftritt unter einem guten Stern. Wie bei ein paar Acts, die schon auf dem ROCKHARZ  gespielt haben, ist Luft nach oben. Liebevoll kommuniziert Sängerin Ji-In Cho mit den Anwesenden, bedankt sich fürs Kommen und wird mit Applaus verabschiedet. Da kann man deutlich mehr falsch machen, mal sehen, wohin die Reise mit der Modern Rock-Formation aus Aachen geht.

And The She Came 3 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Dust Bolt haben in den letzten Jahren eine wahnsinnige Entwicklung genommen, das wird heute einmal mehr deutlich. Mit ihrem neuen Album Mass Confusion im Gepäck, welches heute erscheint, legen die Jungs Haare fliegend den Propeller-Modus ein und schalten ihn erst im Backstage wieder aus. Verknotete Haare, verschwitzte Gesichter und eine gelungene Ladung alter und neuer Thrash Nummern sorgt für den ersten Muskelkater des Tages.

Bei Twilight Force kommen Parallelen zu Gloryhammer mehr als deutlich zum Tragen. Dabei wurden beide Gruppen fast zeitgleich gegründet. Twilight Force stehen bereits nach dem Debütalbum Tales of Ancient Prophecies bei Nuclear Blast unter Vertrag, eine sensationelle Entwicklung bei den sechs Musikern, die Heroes Of Mighty Magic im August als Nachfolger ins Rennen schicken. Trotz des frühen Slots und des noch recht geringen Status im Metal Business hat die Kunst der Schweden viele Ohren vorab erreicht und sorgt für zufriedene Gesichter. Eine wahrhaft überraschend starke Vorstellung, die Lust auf Mehr macht!

Suicidal Angels. Der Titeltrack vom neuen Album Division Of Blood lässt keine Zweifel aufkommen, die Griechen bleiben ein heißes Eisen im Thrash Genre. Kleine Circle Pits, die auf trockenem Boden eine staubige Luft zurücklassen, prägen die 35-minütige Show. Etwas zu kurz, wie ich persönlich finde, das liegt wohl an den Sympathien, die über die Jahre zur Formation gebildet wurden. Die griechische Thrash-Konstanze bleibt für mich stabil eine zuverlässige Nummer, die niemals enttäuscht, und die Pommesgabel wird fleißig geschwungen. Beim Track Seed Of Evil startet Nick Melissourgos eine Wall Of Death, während beim abschließenden Apokathilosis fleißig gemosht die letzten Kraftreserven verpulvert werden.

Kampfar 2 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Kampfar legen nach den Griechen brachial nach. Gleich ein Hit zum Start in Form von Ravenheart lässt die Ketten rasseln. Ordentlich besucht, jedoch mit wenig Bewegung hinter den ersten Reihen, pflügen die Norweger durch ihr tiefschwarzes Gemetzel. Die härtesten Klänge brauchen auf dem ROCKHARZ noch Anlaufzeit, da sie erst seit diesem Jahr verstärkt bedient werden. Wie bei Enslaved lassen auch Kampfar ihre Motivation dadurch nicht beeinflussen. Professionell wie zielstrebig mischen sie athmosphärische Härte zusammen.

Nitrogods leben vom Rock ’n‘ Roll. Mit Lipsynch Stars erheben sie ihre Stimme gegen Playback-Einlagen vermeintlicher Popstars, zudem singt das Trio, wie soll es anders sein, gerne über Alkohol. Recht simple Kost wird von den erfahrenen Künstlern gut aufgezogen, die seit ihrer Gründung 2011 genau zwei Silberlinge produzierten. Überschwänglich werden die Nitrogods von Claus Larcher, Henny Walter und Klaus Sperling nicht gefeiert, der Uhrzeit entsprechend standesgemäß. Inklusive einer kleinen Live Jamsession und Bierflaschen-Schlagzeug können die drei Herren überzeugen. Bisschen was Härteres in Richtung Motörhead beherschen sie zudem ebenfalls, was das Ganze noch sympathischer macht.

Der Weg Einer Freiheit 1 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Der Weg Einer Freiheit ziehen eine klar kalte Mauer. Forsch und frostig erzeugen die Musiker aus Würzburg einen Keil zu den anderen Acts. Große Bühnenakrobatik darf nicht erwartet werden, keine aufwendige Pyro-Show oder gar einstudierte Performance. Sänger und Gitarrist Nikita Kamprad steht für schmale Ansagen. Viel lieber lässt er rohe Growls aus den Boxen dringen, die im Dezember in Spanien und Frankreich auf ihrer Tour mit Moonspell zu vernehmen sein werden. Von Eiswanderer über Zum Abschied bis zum abschließenden Zeichen alles ist stimmig aufgezogen.

Ob man nun Coppelius mag oder nicht, ihre Musik geht live immer und macht allen Beteiligten sehr viel Laune. Abermals als Live-Band zu empfehlen, und das nach dem Intro und der Komposition Bitten Danken Petitieren. Die deutlich gestiegene Beteiligung spricht ebenfalls für die völlig verrückte Kammermusik-Formation, die angeschminkt mit witzigen Gesten und Mimiken für keinen Joke zu erwachsen rüberkommen. I Get Used To It, Locked Out oder Reichtum beklatscht die Meute lebhaft. Eine lockere Session nach fünf Stunden Heavy Metal endet mit Risiko, ohne dieses auch nur einmal ansatzweise einzugehen. Ganz sauber vom Herrn Diener und Co heute.

Der Pott rockt im Harz. So dürfte die Überschrift über der Show von Axxis lauten, die mit Rock, Hardrock, Heavy Metal bzw. Melodic Metal auf Ohrenfang gehen. Die angeschlagenen Klänge tun keinem weh, treffen bei Veteranen auf offene Lauschlappen und nehmen den Schwung von Coppelius mit, ohne die ganz große Euphorie halten zu können. Kein schlechter Auftritt bei einer Kombo, die seit 1988 ihr Unwesen in unserem Land und darüber hinaus treibt und als Markenzeichen die markante Gesangsfarbe von Bernhard Weiß anführt.

Primordial 1 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Aus Irland kommen nicht nur grandiose Fußballfans, die bei der EM für gute Partys sorgten, nein auch die düsteren Primordial. Partyfeeling kommt bei Frontmann Alan in der Regel nicht auf, außer man steht auf den ergreifenden Mix aus Doom, Pagan und Black Metal. Mit Where The Greater Man Has Fallen ziehen die Irren gleich einen fetten Track an Land. Der brilliante Sänger hat ein geniales Set mit in seinem Gewand versteckt, und es folgen die Klassiker No Grave Deep Enough, Babel’s Tower, As Rome Burns und Empire Falls. Ohne zu übertreiben Weltklasse, und selbst das Wetter spielt mit, denn die Sonne verschwindet für 45 Minuten und hinterlässt einen Ansatz von Weltuntergangsstimmung.

Kärbholz muss man wie alles andere mögen. Ihre Fanbase spricht für die Deutschrocker. Mit der Kombination aus den Bereichen Rock, Punk, Indie sowie Einflüsse aus dem Rock ’n‘ Roll sorgen sie für eine ähnliche Abwechslung, wie Coppelius, an die Stimmung kommen die Männer aus Ruppichteroth aber nicht heran. Im Gegensatz zu den Kammermusikern setzen Kärbholz auf ausschließlich deutschsprachige Stücke, die ernste Themen des Lebens aufgreifen. Freunde von Frei.Wild und Co klatschen zufrieden in die Hände.

Satyricon 4 - RockHarz 2016 - Time For Metal

 

Satyricon zocken ihr immer noch geniales Werk Nemesis Divina. Ganze zwanzig Jahre ist der Silberling jetzt alt, und das einzige, was als sehr schade zu bemerken ist, sind die Lichtverhältnisse, die eindeutig zu hell den Black Metal-Glanz schmälern. Satyr und Frost liefern mit ihren Kollegen eine lupenreine Darbietung der Stücke. Zu The Dawn Of A New Age, Forhekset, Du Som Hater Gud, Transcendental Requiem Of Slaves, Immortality Passion, Nemesis Divina und Mother North braucht man gar nichts mehr zu schreiben. Ein Muss für jeden Anhänger! Abgerundet wird die Huldigung von Nemesis Divina durch weitere bekannte Werke von Satyricon. Missen möchte man Black Crow On A Tombstone, Fuel For Hatred und K.I.N.G. auch beim Album-Geburtstag nicht.

Spaß kennt bei Knorkator keine Grenzen. Wer die Künstler kennt und öfter erleben durfte, weiß, dass immer mit dabei ein Funken Wahrheit und Niveau versteckt ist und für einige feierwütigen Besucher zu tief verborgen liegt. Alter Mann ebnet den Siegeszug in eine Schlacht eines Headliners, denn diesen Status haben Knorkator auf dem ROCKHARZ mit unzähligen epischen Auftritten zurecht erlangt. Böse, Ich Hasse Musik und Wir Werden Alle Sterben kocht die Stimmung hoch. Zwei junge Damen werden mit ihren Rollstühlen gen Bühne getragen. Großes Kompliment an alle Beteiligten. Noch größer die Geste von Knorkator, die beiden für den Rest des Auftritts auf die Bühne zu holen. All That She Wants geht wie Ma Baker immer.

Knorkator 3 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Mittelalter-Freunde aufgepasst, die erfolgreichen Chartstürmer Saltatio Mortis wollen Euch begeistern! Willkommen In Der Weihnachtszeit verpasst zwar die Jahreszeit um ein paar Monate, passt vom Inhalt aber perfekt ins Konzept des Abends. Wachstum Über Alles muss man ebenfalls mögen, für meinen Geschmack waren mir die alten Saltatio Mortis lieber. Der Erfolg der letzten Jahre spricht eindeutig gegen meine Meinung, und das ist wohl gut so. Früher War Alles Besser spielt kleinen Nörglern das Ass in die Ärmel, und mit Rattenfänger, Eulenspiegel und dem Spielmannschwur gibt es ordentlichen Stoff auf die Ohren. Ein Auftritt, der keinen Fan vergrault hat, eher im Gegenteil.

Avantasia starten direkt mit Mystery Of A Blood Red Rose, ein Song vom aktuellen Album Ghostlights, welcher durch den Antritt beim Vorentscheid des Eurovision Song Contest belächelt wurde, im Endeffekt aber eine sehr gelungene Hard Rock-Nummer mit Alltaugstauglichkeit ist. Der Titeltrack Ghostlights lässt nicht lange auf sich warten, und Tobi schlägt zudem mit seinen Heavy Metals-Stars The Great Mystery, Farewell oder Avantasia los. Viel Zeit zum Sabbeln bleibt nicht, um im straffen Zeitplan nicht unterzugehen. In gigantischen 12o Minuten ackert der Hauptheadliner 2016 durch das fünfzehn Track starke Set. Die erfolgreichste Single Lost In Space darf, wie der letzte Lebenshauch Sign Of The Cross / The Seven Angels, nicht fehlen.

Avantasia 1 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Den After Headliner-Slot ergattern nach Avantasia die zielstrebigen Fleshgod Apokalypse. Aufstrebend und ohne eine Möglichkeit auszulassen, ihre Kunst an den Mann bzw. die Frau zu bringen, nutzen die Römer die Spielzeit von kurz nach ein Uhr nachts bis kurz vor zwei, um neue Interessierte zu gewinnen. Wie schon bei Shows von Moonspell und Co stehen Fleshgod Apokalypse alles andere als im Regen. Gravity, The Fool oder The Forsaking werden blendend angenommen. Die Reihen sind deutlich gelichtet und verzeichnen Lücken, die zu der Uhrzeit aber normal sind und nicht an den Italienern liegen.

Samstag:

Rockdevilz mit  Sänger von Faust Die Rockoper legen einen soliden und schnörkelosen Rock-Auftritt hin. Nette Cover greifen in schlichtes Songwriting. Das kaum einer auf die Band wartet und zudem kein Frühaufsteher einen Blick riskiert, lässt die Bewegungen der Band erstarren, es passiert einfach nichts auf der Bühne. Sichtlich enttäuscht von den wenigen Rockern fällt es der Gruppe schwer, ernsthaft auf den Putz zu hauen. Als schwere Enttäuschung einen Auftritt abzustrafen, ist immer nicht leicht mit dem Gewissen zu vereinbaren, bei Rockdevilz bleibt einem nichts anderes übrig, das sollte heute auf dem ROCKHARZ einfach nicht sein.

Rockdevilz 2 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Viel besser machen es da Lost Society, denen das gesteigerte Interesse in die Karten spielt. In den letzten Monaten unter Nuclear Blast blühen die Finnen immer mehr auf. Das aktuelle Album Braindead darf als sehr stark eingestuft werden, und von diesem gibt es gleich ein paar Titel aufs Trommelfell. Die Show in Ballenstedt schweißtreibend flink und voller Powerriffs im Stil der frühen neunziger US Thrash Metal Salven. Only (My) Death Is Certain, N.W.L. oder Overdosed Brain gehen ohne Probleme.

Winterstorm ergattern den Slot von Draconian, die wegen Problemen bei der Einreise absagen müssen. Diese Umstände stören die deutschen Metaler aus Bayreuth nicht. Vor gut besuchter Kulisse lassen Sie keine Wünsche der Besucher offen und das als spontaner Ersatz! Für den Veranstalter und die Band ist die Booking-Entscheidung ein Glücksgriff, vielleicht dürfen Winterstorm nächstes Jahr planmäßig noch mal an der Teufelsmauer vorbeischauen und ihren Mix aus Power Metal, Epic Metal, Folk Metal und Viking Metal zelebrieren.

Harpyie 2 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Harpyie aus Ostwestfalen legen deutschsprachigen Mittelalter Rock/Metal in die Waagschale. Mit Geige und Drehleier ausgestattet machen Lo und Mechthild Hexengeige schon was her. Richtig zünden können die Exoten nicht, was auf der anderen Seite nicht bedeuten soll, dass ihre Fans keinen Spaß haben, nur ernsthaft zwingend kommen die Stücke nicht aus den Boxen. Die Musik kommt bei allen Subway To Sally– und Saltatio Mortis-Fans ohne Verzögerung an, darüber hinaus müssen direkt Abstriche gemacht werden.

Des einen Freud, des anderen Leid. Heldmaschine passt nicht jedem in den Kram, sie machen ihren Job jedoch ohne Abstriche genauso gut, wie auf ihrem aktuellen Silberling Lügen. Das Konzept aus einem rockigen Neue Deutsche Härte ist eben nichts Neues, die Umsetzung von Sänger René Anlauff nicht altbacken. Collateral und Wer Einmal Lügt darf das breit gefächerte Publikum wie eine hungrige Horde Wölfe aufnehmen. Eine Sause, die ihre Grenzen kennt und im oberen Mittelfeld ankert.

Omnium Gatherum 1 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Omnium Gatherum aus dem Land der tausend Seen. Zwei weiße Gitarren arbeiten sich in einem dichten Melodienteppich des Melodic Death Metal voran. Das Keyboard ist dominant, ohne zu übertreiben. Sonnenschein und die keifenden Shouts passt zwar nicht perfekt zusammen, bei ein paar Schäfchenwolken lässt sich Sänger Jukka Pelkonen bei ein bis drei Bier aber gut aushalten. Gerstensaft gibt es zudem für 2,70 + Pfand, und die anderen Getränke wie Speisen haben ein gutes Niveau und liegen im normalen Festivalpreisraster.

Unsere Lieblingshessen im Thrash Metal-Zirkus, Tankard, starten um 15:30 Uhr mit Zombie Attack. Frontmann Gerre packt direkt sein Sixpack aus dem ROCKHARZ Artist Shirt und präsentiert seine Schwungmasse. The Morning After dürfte dem ein oder anderen Besucher an diesem Wochenende bekannt vorkommen. Bereits das fünfte Mal rocken Tankard das Festival. Rules For Fuels und Rapid Fire pushen die Meute gekonnt auf. Die Hessen und das Festival in Ballenstedt ergeben ein klasse Traumpaar. Gerre und seine drei Kollegen könnten hier wohl jede Auflage ausgelassen gefeiert werden. Zu A Girl Calls Cervesa und Empty Tankard klatscht der Sänger sich fröhlich auf die nass geschwitzte Wampe. Mehr Tankard Feeling geht nicht!

Gloryhammer 3 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Bei Gloryhammer ist es abermals sehr gut besucht. Bei den Senkrechtstarter, die vor zwei Jahren für Furore sorgten, sieht es heute nicht anders aus. Legend Of The Astral Hammer und Hail To Crail schlagen bereits früh mit Rise Of The Chaos Wizards wie eine Bombe ein. Man kann die Power Metal-Krieger nur hassen oder lieben. Zweitere Gruppe ist zahlreich erschienen, um die epischen Stücke abzufeiern. Die für heute gewählten Tracks sind eine Crème de la Crème des Gloryhammer Repertoires. The Hollywood Hootsman, Angus McFife, Universe on Fire, The Unicorn Invasion Of Dundee und The National Anthem Of Unst sind allesamt heiße Party Hits und machen Laune auf eine ausgiebige Show in einem Club. Ein Bier-Trink-Battle, bei dem der Sieger zum Schluss gekrönt wird, bildet den Schlusspunkt der großen Sause. Abschließend bleibt einmal mehr festzustellen, egal wie locker die Nummern und das Songwriting der Band aufgezogen ist, Gloryhammer wissen, wie man eine Party feiert, und Sänger Thomas Winkler ist einer der stärksten Power Metal-Sänger der Neuzeit. Jetzt fehlt nur noch eine Tour als Support von Sabaton, und der Band steht eine ebenso glorreiche Zukunft bevor!

Hämatom 3 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Ein Sprung in ein ganz anderes Lager erfolgt mit Hämatom. Das neuste Werk hätte für meinen Geschmack kerniger eingespielt werden können. Live zeigen die Musiker jedoch, warum sie einen recht hohen Stellenwert in der Szene innehaben. Wir sind Gott geht Live zehn Mal besser als auf Platte. Selbst gesanglich ist Nord viel stärker, da kommt die Frage auf, ob bei der Produktion des Albums was schief gelaufen oder ein anderes Studio ein besseres Ergebniss erzielt hätte. Aus uns unerklärlichen Gründen fangen Hämatom ca 10-12 Minuten zu spät an, und das, wo durch die zwei abwechselnd bespielten Hauptbühnen genug Zeit zum Umbau und Soundcheck war. Trotz der Bitte aller Fans und der Musiker, die versäumte Zeit wird, wie auf allen Festivals, knallhart nach hinten raus gestrichen. Für Auge Um Auge bleibt noch Zeit in der geschrumpften Spielzeit von gerade einmal etwas über 30 Minuten.

Aus Helsinki mit Folk Metal der härteren Gangart angereist, haben Finntroll keine Zeitprobleme. Pünktlich um 17:55 Uhr startet die Reise in alte wie neuere Kompositionen der Skandinavier. Dem ganz großen Humppa-Spaß darf seit mehr als einem Jahrzehnt hinterher getrauert werden. Den Mittelweg aus melodischen Black Metal-Stücken und den alten und geliebten Werken, wie Trollhammaren, findet man nach dem Break ohne einen Hauch von Unstimmigkeiten. Ein geschlossenes Team mit optischen Vorzügen kann auf dem ROCKHARZ neue Fans einfangen.

Finntroll 1 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Für Freunde des Genres folgt der nächste Folk Act direkt im Anschluss. Ensiferum, die Pagan Metal und feine Melodic Death Metal-Akzente vereinen, liefern ein souveränes Feuerwerk ab. Konstant gut wie auf den Studioalben habe ich noch nie eine schlechte oder gar lustlose Performance der Finnen miterlebt. Im Dezember geht es mit Iced Earth, Kataklysm und Unearth auf Tour, das muss direkt im Kalender vermerkt werden. Die Highlights bilden From Afar, Token Of Time, In My Sword I Trust und Iron bei einem gelungenen Sound und bei besten Sommerwetter.

Sonata Artica und Festival Gigs passen nicht immer gut zusammen, aus der Vergangenheit erinnere ich mich des öfteren an einen extrem schwachen Sound, wie auf dem Wacken oder Metalfest, zurück. Wirklich laut ziehen die Progressive Melodic Metaler die Hymnen nicht auf, aber zumindest ist es nicht derart leise, dass man die Lust an den Balladen verliert. Die Auswahl der Setlist überzeugt wiederum zu 100%. Full Moon, Tallulah, Kingdom For A Heart oder I Have A Right kann man zweifelsohne jeden Tag hören. Andächtiges Mitklatschen bzw.  -singen machen die ruhigen Klänge zu einer gelungenen Abwechslung der härteren Vocals des Abends.

 

Children Of Bodom 2 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Mit Children Of Bodom werde ich persönlich nicht warm. Entweder fällt der Auftritt aus, ein Unwetter zerstört das Feeling oder krankheitsbedingt wird eine Tour gecancelt. Einen hohen Beliebtheitsstatus kann man dem kleinen markanten Gitarrist und Sänger Alexi „Wildchild“ Laiho nicht absprechen. Stücke wie Lake Bodom, I Worship Chaos. Needled 24/7 und Silent Night, Bodom Night bringt die Kundschaft vor dem Photograben zum Kochen. Dominantes Keyboardspiel bringt eine harmonische Grundstimmung in den Melodic Death Metal, dem eine sehr gut besuchte Autogrammstunde voranging. Crowdsurfer lassen der Security die ein oder andere Schweißperle auf die Stirn zaubern. Lobend muss die klasse Arbeit, der lockere Umgang und der Spaß bei der Arbeit des Personals im Photograben ewähnt werden, da dies nicht selbstverständlich ist.

Subway To Sally spielen, wie viele Gruppen, alle Jahre wieder gerne auf dem ROCKHARZ Open Air. Die Fan-Base ist über die Jahrzehnte konstant stark. Heute muss Eric Fish ohne Frau Schmitt auskommen, die durch eine mir unbekannte Kollegin ersetzt wird. Mit lautem Knall beginnt das Intermezzo. Die Performance überzeugt optisch durch Feuer und Flamme. Nach der Akkustic Tour im Frühjahr darf es bei Subway To Sally härter werden. Wie bei Saltatio Mortis braucht man die neusten Werke nicht zwingend. Die alten Klassiker, wie Falscher Heiland oder Henkersbraut, kribbeln am stärksten in der Magengrube. Live gehen die neueren Stücke wie bei Hämatom deutlich besser als auf dem Silberling. Das liegt mitunter daran, dass man Subway To Sally auf der Bühne gar nichts mehr vormachen kann. Schwache Shows bleiben Fehlanzeige! Lobend erwähnen darf man die Interaktion vom Publikum bei Sieben, Veitstanz, Kleid Aus Rosen und natürlich bei dem Evergreen Julia Und Die Räuber.

 

Powerwolf 1 - RockHarz 2016 - Time For Metal

Neidlos muss bzw. darf man anerkennen, dass es bei Powerwolf die wenigsten Festivalgänger auf dem Campground aushalten. Im Umkehrschluss starren so viele Augen auf die Bühne, wie bislang bei noch keiner Band. Hut ab für diese sensationelle Entwicklung der letzten Jahre. Attila Dorn, wie immer gut aufgelegt, reizt die Ansagen bis ins letzte Detail aus. Kann man machen, die Headbanger nehmen es noch gut auf, solange braucht man nichts ändern. Wie man gerne im Volksmund sagt „never change a winning system“. Amen & Attack, Army Of The Night und Sanctified With Dynamite begleiten Feuerbälle und Nebelwolken, die bedrohlich in den Nachthimmel aufsteigen. Power Metal der besten Güteklasse darf 70 Minuten gelauscht, beklatscht und mit kreisenden Köpfen genossen werden. Werewolves Of Armenia, We Drink Your Blood und der standesgemäße Lupus Dei beenden den Spuk.

Schreibt Es Mit Blut singt Tanzwut als vorletzte Gruppe in die Nacht. Im letzten Jahr durch einen Stromausfall um ein vernünftiges Konzert gebracht, legt der Musikgott den Deutschen 2016 keine Steine in den Weg. Ihr Wolltet Spaß ist das Motto, mit Pyro-Effekten untermalt, das die 50 Minuten prägt. Im Herbst gehen die Berliner auf Tour, um ihren Mittelalter Rock mit Alternativen Wurzeln in die Konzerthallen zu bringen. Der Track Meer bringt es auf den Punkt: Wir sind frei wie der Wind und gleiten langsam zum Schluss des Festivals.

Diesen Schlusspunkt schultern Versengold, die um 1 Uhr Nachts wie alle anderen letzten Formationen der anderen Tage mit weniger Zulauf klarkommen müssen. Die Tage vor der Stage verlangen dem Publikum alles ab. Feierwütige gibt es noch genug, und es ist nicht so, dass Versengold wie bei einer Proberaum-Session alleine an der Teufelsmauer gelassen den Kopf in den Sand stecken. Wie Tanzwut geht es für die Bremer im Herbst auf Tour, dazu konnten sie heute noch mehrere Dutzend Mittelalter-Rocker animieren. Viele kennen Versengold noch gar nicht, die defintiv eine Menge Potenzial in ihren Reihen führen. Ein gelungener Abschluss, der die Vorfreude auf die nächsten Festivals und das ROCKHARZ 2017 steigert!

Fazit: Im letzten Jahr konnte man noch über den Anreisestress meckern. Im Jahr 2016 hingegen gibt es mal wieder nichts zu bemängeln. Die Sanitäranlagen werden permanent sauber gehalten, auch die Dixies, die wir gesehen haben, sahen top aus, das geht wirklich viel schlimmer. Der Mix an Bands ist gelungen, auch die Integration vom Black Metal als eine Bereicherung des Open Airs, wobei wir über die Spielzeiten bei Sonnenschein noch mal sprechen können, denn das könnte man eventuell noch einmal überdenken. Von Deutsch Rock, Mittelalter Rock über Heavy Metal bis hin zum Death bzw. Black Metal wurde alles mit klasse Acts bedient. Und mit unter 100 Euro pro Ticket passt das Preis-/Leistungsverhältnis des viertgrößten Metal Festivals in Deutschland!

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