Während der Festivalsaison des Sommers sollte man nicht vergessen, sich auch mal die eine oder andere Neuerscheinung zu Gemüte zu führen. Obwohl recht wenig Zeit, habe ich mir vorgenommen, mir das eine oder andere (vermeintliche) Juwel zwischen den ganzen Konzerten anzuhören und meinen Senf dazuzugeben.
Es ist wieder einmal eine Instrumental-Post-Metal-Band, die mich tief berührt. In diesem Fall sind es die Berliner Rýr mit ihrem dritten Album Dislodged, welches bereits im April dieses Jahres über Moment Of Collapse Records sowohl auf CD als auch auf Vinyl erschienen ist. Zuvor veröffentlichten sie Left Fallow (2019) und Transient (2022).
Rýr wurden 2018 vom Gitarristen Marius Jung gegründet und bestehen aktuell aus ihm, dem Bassisten Florian Fricke sowie dem Schlagzeuger Eric Knoop.
Der Name Rýr ist isländisch und bedeutet so viel wie „unfruchtbar“, „spärlich“ oder „schwach“. Doch diese Bedeutung spiegelt sich keineswegs in ihrer Musik wider. Im Gegenteil: Die Band schafft es meisterhaft, hämmernde Rhythmen und komplexe Riffs mit einer eindringlichen Atmosphäre zu verbinden. Das gelingt ihnen auf Dislodged wirklich ausgezeichnet.
Das dynamische Zusammenspiel der Instrumente wirkt fast wie ein cineastisches Erlebnis. Entrückte, sphärische Atmosphären verschmelzen mit pulsierenden Soundgeflechten. Metallische Härte trifft auf fragile Schönheit, und mitunter entsteht eine doomige, schwergewichtige Stimmung.
Rýr spielten im Frühjahr auf ihrer Tour in Limburg im Kakadu – ganz in meiner Nähe. Leider habe ich es damals verpasst, sie live zu sehen. Das muss ich unbedingt nachholen, wenn sie wieder in der Gegend auftreten.
Hier! geht es für weitere Informationen Rýr – Dislodged in unserem Time For Metal Release-Kalender.



