Sepiroth – Condemned To Suffer

Ein amerikanischer Death Metal Wind weht durch die Tulpenfelder der Niederlande

Artist: Sepiroth

Herkunft: Niederlande

Album: Condemned To Suffer

Spiellänge: 34:03 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 07.06.2021

Label: Petrichor

Link: https://sepiroth.bandcamp.com/album/condemned-to-suffer

Bandmitglieder:

Gesang – Nico Munnik
Gitarre – Christian Both
Gitarre – Vince den Breejen
Bassgitarre – Bruno Bakker
Schlagzeug – Damiën Kerpentier

Tracklist:

  1. 45362971N126375544E
  2. Embedded Defects
  3. Agonizing Subjection
  4. Six Times A Charm
  5. Condemned To Suffer
  6. Destined Between The Eyes
  7. Psuedoscience
  8. Selective Apocalypse
  9. Pulmarary Barotrama
  10. River Of Perdition

Die Combo Sepiroth gibt es auch schon Ewigkeiten, aber irgendwie ist der Name mir nicht untergekommen. Im Jahre 2002 legte man den Grundstein und fing an, die Band aufzubauen, damals noch unter dem Banner Sephiroth. Irgendwie aber nicht so erfolgreich, denn es kamen nur eine EP und ein Demo bei den Bemühungen heraus. Im Jahre 2009 benannte man sich dann um und veröffentlichte das Debütwerk namens Breaking The Codes Of Silence. Sechs Jahre später folgte Album Nummer zwei (Uninvolved) und wieder sechs Jahre später nun Album Nummer drei. Gitarrist Christian und Drummer Damiën, der seit 2018 auch bei Severe Torture die Felle verprügelt, sind die letzten Gründungsmitglieder. Im Jahre 2019 wurde noch einmal neu durchgerüttelt, denn der ehemalige Fumes Of Decay Sänger Nico und der Sick Of Stupidity Basser Bruno wurden neu ins Boot geholt.

Dann hören wir mal rein und los geht es mit dem Song, dessen Namen man live sehr gut brüllen kann. Die Rede ist von 45362971N126375544E. Okay, nach 47 Sekunden ist der Spuk auch vorbei und man stellt fest, es handelt sich um ein Intro, sodass man sich den Namen nicht unbedingt merken muss.

Die Musik der Band sollte man sich aber schon merken, denn die hat es in sich, wie nicht nur der Song Embedded Defects beweist. Ein Suffocation Gedächtnispart gleich zu Beginn stimmt mich als brutal Death Metal Fan schon mal zufriedenstellend. Mit geilem Riffing knallt es schön brutal aus dem Boxen. Ein groovender Part setzt später ein und ein melodisch untersetzter Part folgt. Kurzes Break und danach wird der Blastbeat herausgeholt. Ist das neu? Nee, natürlich nicht, aber die Konstellation macht es eben aus und diese ist echt stark. Trotz des hohen Brutalofaktors klingt man recht abwechslungsreich. Technische Elemente werden natürlich auch verbraten, aber diese stehen nicht im Vordergrund. Geiler Song.

Oh, das geht ja so stark weiter. Agonizing Subjection legt auch los wie die Feuerwehr und wartet mit geilem Riffing und wechselnden Drumelementen auf. Nach 90 Sekunden kommt ein geiler Mittelpart und danach wird wieder voll die Attacke gefahren. Die Betonung des Drummings zu den einzelnen Riffs ist einfach nur geil. Am Ende nimmt man dann das Tempo raus und baut schon fast einen atmosphärischen Part ein. Die Gitarren erklingen langsam und melodisch und darüber oder darunter läuft der Doublebassteppich. Krass. Ab in ein kurzes grooviges Vergnügen und dann wieder volle Attacke. Herrlich.

Sehr groovig kommt Six Times A Charm aus den Boxen gekrochen. Der Song schleppt sich durch die Tulpenländer der Niederlande. Natürlich wird auch hier Fahrt aufgenommen. Der Trommler spielt die schnellen Momente in zwei Geschwindigkeiten. Nach zwei Minuten wird das Tempo ganz rausgenommen und es erfolgt ein Cleansound. Nachdem man sich kurz gewundert hat, nehmen die Burschen wieder Fahrt auf. Mit Uftataklängen und melodischem Gitarrenspiel. Sehr gute Idee. Danach präsentiert man einen drückenden Groovepart, holt dann noch einmal die Kelle raus und ballert alles nieder. So will man den Song aber noch nicht enden lassen. Es muss auch mal ein grooviges Ende geben und so fädet man langsam, langsam aus.

Der Titeltrack Condemned To Suffer kommt mit kurzen Drumsolo, baut sich technisch ein wenig auf, lässt ein Break folgen und startet mit einem Growler und einem Suffocation-Part. Schön schnell geht es zur Sache. Das Riffing ist ausgetüftelt und spielerisch bewegen sie sich auf ganz hohem Niveau. Von der Gitarrenarbeit erinnern sie auch immer wieder an Morbid Angel. Ein fetter Groove folgt und dann ein schleppender Part mit melodischen Einsprengseln. Sehr druckvoll, sehr überzeugend. Da muss man die Haare einfach zu schütteln. Man wechselt noch einmal das Riffing, bleibt aber im aggressiven Midtempo unterwegs. Naja, nicht ganz, denn am Ende muss ja auch noch einmal der Blastbeat seine Rechte bekommen. Knallt.

Und so bringt man die Mühlen zum Stehen und verwendet dazu überwiegend amerikanische Stilmittel. Viele Morbid Angel und Suffocation Zitate werden runtergebetet, aber Sepiroth sind weit davon entfernt, lediglich eine Kopie dieser Bands zu sein. Platz für eigene Ideen ist durchaus vorhanden. Die Burschen haben ein Händchen für gutes Songwriting. Hinzu kommt die fette Produktion. Schön zu hören, dass der Old School Brutal Death Metal immer noch genügend Anhänger hat. Das Material ist mit sehr viel Power und Energie ausgestattet, das Riffing sowohl hektisch als auch durchdacht, die Growls sehr kraftvoll (erinnern mich teilweise an Deadborn) und das Drumming brutal und technisch auf einem sehr hohen Niveau. Macht echt Laune, auch wenn es keine Überraschungen gibt.

Sepiroth – Condemned To Suffer
Fazit
Die Niederländer von Sepiroth klingen auf ihrem dritten Album sehr brutal und dürften jeden Death Metal Fan begeistern, der Bands wie Morbid Angel, Suffocation oder Deadborn mag. Die alte Schule wird hier sehr eindrucksvoll präsentiert. Geht gut ins Ohr.

Anspieltipps: Embedded Defects und Condemned To Suffer
Michael E.
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