Septicflesh - Modern Primitive
Quelle: FB Septicflesh

Septicflesh – Modern Primitive

Ein orchestrales Masterpiece

Artist: Septicflesh

Herkunft: Athen, Griechenland

Album: Modern Primitive

Spiellänge: 38:42 Minuten

Genre: Atmospheric Death Metal

Release: 20.05.2022

Label: Nuclear Blast Records

Link: https://www.septicflesh.com/

Bandmitglieder:

Gesang und Bassgitarre – Siros Antoniou
Backgroundgesang und Gitarre – Sotiris Vayenas
Gitarre – Christos Antoniou
Schlagzeug – Kerim „Krimh“ Lechner

Tracklist:

  1. The Collector
  2. Hierophant
  3. Self-Eater
  4. Neuromancer
  5. Coming Storm
  6. A Desert Throne
  7. Modern Primitives
  8. Psychohistroy
  9. A Dreadful Muse
  10. Salvation (Bonustrack)
  11. The 14th Part (Bonustrack)
  12. Coming Storm (Orchester-Version / Bonustrack)

Septicflesh - Modern Primitive

Das elfte Album von Septicflesh kommt Mitte Mai 2022 raus. Nach fünf Jahren kräftiger Überlegungen und harter Arbeit liegt Modern Primitive bald in den Regalen, wofür Nuclear Blast Records verantwortlich ist! Die vergangenen Jahre wurden auf jeden Fall genutzt und es wurden viele Gedanken und Ideen gesammelt, um das Album durch die Decke gehen zu lassen. Allein, wenn man sich die orchestralen Elemente anschaut, kann das Album nicht innerhalb von nur zwei Jahren aufgenommen worden sein – das würde nicht funktionieren! Septicflesh wollten ihrem Namen wieder alle Ehre machen und ich denke, das haben die Griechen erneut erreicht.

Das Intro von The Collector ist phänomenal! Ich bin ein unglaublich großer Fan von Orchester, und dass Septicflesh mit solchen großen Werken klarkommen, haben sie unzählige Male bewiesen – und auch hier hat es wieder unfassbar gut funktioniert. Ebenso überrascht bin ich von der erzeugten Atmosphäre, welche meines Erachtens noch symphonischer ist als bei den letzten Alben – also stimmungstechnisch wurde hier noch mal eine Schippe draufgelegt! Hierophant ist der neue Anubis auf dieser Platte und ich habe mich direkt in den Track verliebt – mehr muss man dem, glaube ich, nicht beifügen.

A Desert Throne ist dann mein nächstes Highlight auf Modern Primitive! Wüsste ich es nicht besser, dann spiegeln die Streicher hier eine Melodie aus dem alten Ägypten wider, welches sich auf einem Schlachtzug befindet. Geniale Umsetzung der orchestralen Elemente und dazu kommt ja dann noch die ganze Septicflesh-Besatzung. Über die Stimme von Siros Antoniou muss man, denke ich, kaum reden, denn keine Stimme ist so einprägsam wie seine, wenn man das Genre mal betrachtet. Die Stimme des Bösewichtes könnte genauso in einem Videospiel vorkommen und sollte wieder jeden begeistern. Das Mastering holt alles aus der Stimme heraus und lässt den mächtigen dunklen Ritter aufsteigen. Aber auch Krimh gibt wieder Vollgas und seine Erfahrungen, Konzepte dürfen erneut bei Septicflesh Platz nehmen. Die knochenbrechenden Rhythmen stehen hier an erster Stelle und bereiten eine einfach nur natürliche Freude den Drums zu lauschen, welche nicht von dieser Welt sind. Zu manchen Passagen fragt man sich wirklich, ob es möglich ist, mit drei Pedalen gleichzeitig zu spielen, da es unmöglich erscheint, dieses Tempo mit zwei normalen Pedalen zu performen. Der Oktopus spielt einfach ein Brett nach dem anderen – man ist zunehmend begeistert!

Aber genauso muss man die Arbeit von Sotiris Vayenas und Christos Antoniou loben. Die beiden Gitarristen haben es wieder hinbekommen, mystisch Atmosphäre zu kreieren, welche sich dem Orchester anpassen, was ich mit als größte Herausforderung sehe. Rhythmus, Bass oder Gesang können (muss aber nicht sein), relativ einfach in ein Orchester eingebunden werden, aber Riffs, welche hervorstechen und sich nicht mit dem Charakter des Sets streiten, sind schwieriger und erfordert ein hohes Maß an Talent, Wissen und Können. Die Riffs bauen sich nach und nach auf und am Ende steht einem ein Golem aus purem Obsidian gegenüber, aus dem die Finsternis strahlt.

Septicflesh haben absolut abgeliefert und man erwartet zusammengefasst ein Werk der Teufel, und das ist auch so! Teuflisch gut sind die Komposition und die musikalische Durchführung der Texte. Traditionell gibt es ruhigere und absolut gehirnzerfleischende Songs, die die Balance halten. Man wird nicht überfordert, obwohl man anfängt zu hinterfragen und zu analysieren – da kommt man bei der Masse an Elementen nicht herum. Modern Primitive ist aber nicht überfüllt, die einzelnen Teile führen fließend ineinander über und die Atmosphäre ist schon musicalreif, allein die wechselnden Farben der Platte reichen, um daraus eine geniale Spannungskurve zu erzeugen, aber den Gedankengang soll jeder für sich selbst anstellen.

Septicflesh - Modern Primitive
Septicflesh – Modern Primitive
Fazit
Was soll man großartig sagen? Die Griechen haben sich selbst wieder übertroffen und die Orchestereinlagen machen dieses Album wirklich zu etwas sehr Besonderem. Brutale Parts und schleppende Wüstenatmosphäre machen das Album aus und man verbrennt unter dem musikalischen Werk, welches auf einen strahlt, bis zur Verkohlung.

Anspieltipps: Hierophant, Coming Storm und Psychohistroy
Paul M.
9.5
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