Skull Fist – Head öf the Pack

 “Oldschool Heavy Metal in Reinkultur, der authentischer kaum sein kann“

Artist: Skull Fist

Album: Head öf the Pack

Spiellänge: 43:05 Minuten

Genre: Heavy Metal

Release: 26.08.2011

Label: NoiseArt Records – a division of Rock The Nation

Link: http://www.myspace.com/skullfisted

Klingt wie: Angel Witch, Helloween (in ihrer Frühphase); Einflüsse von Iron Maiden, Saxon aber auch Riot erkennbar

Bandmitglieder:

Jackie Slaughter – Gitarre / Gesang
Jonny Nesta – Gitarre
Casey Slade – Bass
Jake – Schlagzeug

Trackliste:

  1. Head of the Pack
  2. Ride the Beast
  3. Commanding the Night
  4. Get fisted
  5. Cold Night
  6. Tear Down the Wall
  7. Commit to Rock
  8. Ride on
  9. Like a Fox
  10. No False Metal
  11. Attack Attack

Head öf the Pack ist nach der bereits 2006 erschienenen Promo No False Metal und der diesjährigen Heavier Than Metal-EP das Longplayer-Debüt des kanadischen Quartetts um Frontmann Jackie Slaughter. Nachdem nicht nur die EP sondern auch die Live-Auftritte von Skull Fist bejubelt wurden, sodass sich die Band auch außerhalb des Undergrounds einen gewissen Status erspielte, war ich sehr gespannt auf die neue Scheibe und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Bereits der Opener und Titeltrack Head of the Pack lässt es so richtig krachen. Man hört der Stimme von Mr. Slaughter ihr junges Alter zwar noch an, sodass sie anfänglich etwas unreif herüber kommt, aber die extrem hohe Singstimme des Frontmanns, die technisch sehr sauber eingesetzt wird, die treibenden Leadgitarren und natürlich das gelungen akzentuierte Drumming, geben die klare Marschrichtung des Albums zurück in die Achtziger Jahre vor.

Das sich anschließende Ride the Beast wartet zunächst mit einem gesprochenen, düster anmutenden Intro auf. Allerdings wird dies gleich durch einen eingängigen Gitarrensound, fordernde Drums und die charismatische Stimme des Frontmanns abgelöst, sodass eine solide Heavy Metal-Nummer entsteht.

Commanding the Night ist eine straight daherkommende Mid Tempo-Nummer, aus der sich leicht ein Hit entwickeln könnte. Die Gitarrenparts sind mitreißend und technisch einwandfrei und auch die Drums werden rhythmisch perfekt eingesetzt, allerdings bleibt deren Sound etwas scheppernd. Dies untermauert zwar das im Underground beliebte Garagenimage, könnte aber meines Erachtens doch etwas sauberer ausfallen.

Das folgende Get Fisted setzt, was die spielerische Versiertheit angeht, erstmals neue Akzente. Bei dem Song handelt es sich um eine Hochgeschwindigkeitsattacke im Heavy/Thrash-Bereich. In Bezug auf die textliche Interpretation ist sich hier allerdings jeder selbst der Nächste, obwohl sich allein schon beim Titel des Stückes der jugendliche Humor der jungen Kanadier zeigt.

Bei der nächsten Nummer packen die Jungs von Skull Fist glatt noch eine Schippe oben drauf. Cold Night entwickelt sich sofort zu einem Speed Metal-Nackenbrecher par excellence. Jedoch klingen die Drums – bei allem spielerischen Können – produktionsbedingt auch hier arg scheppernd.

Das eher flott daherkommende Tear Down the Wall beweist schon beim zweiten Hören Ohrwurmcharakter, auch wenn hier im Vergleich zu den ersten Stücken der Scheibe keine neuen Akzente gesetzt werden.

Dagegen zeigen die Nordamerikaner in Commit To Rock erneut ihr technisches Talent und den Facettenreichtum ihres Repertoires. Der Song ist eine sehr eingängige Nummer im Midtempobereich mit eher stampfendem Rhythmus und im sogenannten Poserrock anzusiedeln.

Mit Ride on folgt ein ebenfalls sehr eingängiges Stück im mittleren Tempo. Besonders der Refrain und die ein oder andere instrumentale Passage erinnern stark an die vergangenen Zeiten des Heavy Metal.

Like a Fox kommt wieder deutlich schneller aus den Boxen geblasen. Dabei sind die Einflüsse des New Wave of British Heavy Metal unüberhörbar. Der Song ist insgesamt sehr geradlinig, lässt aber genügend Raum für genial verspielte Gitarrenriffs.

Das darauf folgende No False Metal – nochmals mit einem gesprochenen Intro versehen – könnte sich sehr schnell zur Hymne einer neuen Generation entwickeln. Zwar bedient sich der Text hier jedes Klischees, doch kommt die Nummer bei Skull Fist einfach nur extrem authentisch rüber.

Attacke! Der Schlusstrack des Albums, Attack Attack, könnte genauso gut den Opener geben. Treibende Drums, knackige Riffs, der unverwechselbare Gesang von Jackie Slaughter und ein Refrain zum Mitgrölen runden die Scheibe ab.

Fazit: Skull Fist liefern mit Head öf the Pack ein durchweg gelungenes Debütalbum ab. Dabei zelebrieren sie Oldschool Heavy Metal in Reinkultur, der authentischer kaum sein kann. Die Jungs aus Kanada beweisen auf ihrem neuen Silberling hohes technisches Niveau und schreiberisches Können und setzen neben knackigen Riffs und atemberaubenden Leadgitarren ein rhythmisch nahezu perfektes Drumming ein. Einziges Manko ist das Soundgewand der Drums. Unterm Strich liefern Skull Fist ein geiles Tribut an den Heavy Metal der Achtziger des vergangenen Jahrhunderts, sodass man sich auf die Liveperformance im Rahmen der anstehenden Power of Metal-Tour mit Sabaton und Grave Digger nur freuen kann. Anspieltipps: Head of the Pack, Commanding the Night, Cold Night, Tear Down the Wall und Like a Fox
Christian
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