Soul Grinder – Anthems From The Abyss

Zweiter Streich der hanseatischen Death Metal Maschine

Artist: Soul Grinder

Herkunft: Deutschland

Album: Anthems From The Abyss

Spiellänge: 42:16 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 11.11.2022

Label: MDD Records

Link: https://www.soulgrinder.de/

Bandmitglieder:

Gesang und Basgitarre – Mathias Junge
Gitarre und Gesang – Jan Wollny
Schlagzeug – Balrogh

Tracklist:

  1. Anthems From The Abyss
  2. Insidious Resurrection
  3. The Soul’s Mirror
  4. Supreme Enemy
  5. I Am The Silencer
  6. Blood Harvest
  7. From The Nether Realm
  8. The Last Supper
  9. Spirit’s Asylum
  10. Warcurse

Als Mathias und Jan 2018 auf die Idee kamen, endlich mal zusammen Musik zu machen, konnte man nicht erahnen, dass es so gut funktioniert. Gevatter Death Metal sollte ihnen zur Seite stehen. So richtig vorwärts ging es nicht, bis dann ein paar Jahre später Balrogh (auch Asenblut) dazustieß und die Band Soul Grinder gegründet wurde. Seitdem beackert man überwiegend den deutschen Underground und gibt ordentlich Hackengas. Das Trio arbeitet in dieser Konstellation sehr gut zusammen. Basser Mathias kümmert sich um die Texte, die Organisation und um die visuelle Gestaltung, Drummer Balrogh schreibt überwiegend die Songs und kümmert sich um das Soundgewand und Gitarrist Jan fügt auch einige Songs hinzu und führt das Recording durch. Die drei lustigen Zeitgenossen aus Bremen und Rotenburg waren wieder fleißig und nach zwei EPs, einem Album und einer Compilation folgt nun das zweite Album.

Los geht es mit Anthems From The Abyss, dem Namensgeber der CD. Wie gesagt, ist der gute Death Metal im Vordergrund. Druckvoll und groovig geht es zur Sache. Death Metal untypische Klänge zu Beginn erzeugen eine eigene Atmosphäre. Langsam groovt man vor sich hin. Dann Break, Vorspieler und ab die Luzi. So mag ich es. Feines Riffing. Balrogh knüppelt sich die Seele aus dem Leib und der Gesang wird gedoppelt. Kurzer atmosphärischer Zwischenpart und noch einmal Vollgas. Dann wird es mystisch. Sehr fetter Part. Langsam und eindringlich. Dieser wird dann langsam weiter ausgebaut, indem man das Tempo geringfügig erhöht. Auch hier kann mich wieder das druckvolle Drumming begeistern. Nach einigen Vorspielern wird ein fettes Solo ausgepackt und dann noch einmal der Knüppel. Jawohl, so darf und kann man ein Album beginnen. Am Ende bietet man noch einen Mitgrölpart, um dann noch einmal richtig Gummi zu geben.

Richtig Gummi geben sie auch gleich zu Beginn von Insidious Resurrection. Richtig böse wird es immer, wenn der Gesang gedoppelt wird. Hier mischt man sehr gute schnelle Aggressivität mit druckvollem Groove. Ein Mitbangpart darf nicht fehlen. Balrogh malträtiert förmlich die Doublebass. Für alle, die es mittendrin groovig brauchen, ist Soul Grinder ja da. Danach kämpft man im Midtempo weiter und holt dann noch einmal den Blast Beat heraus. Den Songtitel kann man an der einen oder anderen Stelle sehr gut mitschreien.

Die pure Zerstörung gibt es dann bei The Soul’s Mirror. Am Anfang gibt es eine kurze Einleitung und dann wieder das totale Gemetzel. So soll es sein. Wieder wird ein sphärischer Part mit eingebaut, aber man vergisst dabei eben auch nicht, dass die Aggressivität und Brutalität im Vordergrund stehen kann. Dieses melodische Lead, welches nach dem Gemetzel folgt, klingt nur geil. Das fiese Lachen ist auch nicht zu verachten. Ja, das geht gut ins Ohr, bleibt hängen und macht Laune. Geiler Song.

Sehr fettes Riffing, verbunden mit einer guten Eingängigkeit, gibt es zu Beginn von Supreme Enemy. Auch hier schafft man es, den Groove so herüberzubringen, dass er zu keiner Zeit langweilig oder stumpf herüberkommt. Ihren Death Metal mit atmosphärischen Elementen zu verbinden, mögen die Drei gerne. Geiler Vorspieler mit fiesem Geschreie folgt, die Reise geht im gehobenen Midtempo weiter und der Kopf fängt automatisch an zu bangen. Dieser treibende Groove knüpft wieder an, gefolgt von dem atmosphärischen Element. Jo, macht absolut Laune.

Auch das rasante Stück I Am The Silencer kann mich total überzeugen und so geht es bis zum Ende des Albums.

Mein persönliches Highlight ist der fixe Song From The Nether Realm. Pure Gewalt, pure Zerstörung. Hier geht es nur straight forward und immer auf die Zwölf. Natürlich klingt man zu keiner Zeit stumpf. Das Riffing ist echt Mörder und das Drumming von Balrogh nur geil. In der Mitte entspringt nicht nur ein Fluss, sondern auch ein druckvoller Groove. So muss es sein. Der Part wird ausgebaut und mit einem leckeren Solo versehen. Nach einem Break und Solo-Growling gibt es wieder Vollgas. Yepp. Sehr geil.

Für alle, die es auch mal nur druckvoll und chillig mögen und die Mucke einfach rollen muss, hat das dynamische Trio auch etwas im Gepäck. Spirit’s Asylum wird live besonders die bangende Gemeinde erfreuen. Eine reine Groovemaschine mit eingängigem Riffing und Abgehfaktor. Wildes Solo muss natürlich auch sein und darf auf keinen Fall fehlen.

Wer auf Death Metal steht, wird sich dieses Teil unbedingt zulegen müssen!

Soul Grinder – Anthems From The Abyss
Fazit
Das Bremer Death Metal Konglomerat schafft es auch auf seinem zweiten Album wieder, den Fan komplett zu überzeugen. Die Mischung aus Geschwindigkeit, Groove und hymnenhaften Elementen knallt wieder einmal und macht einfach nur Laune. Einige Ausflüge in den Heavy Bereich sind erlaubt, auch thrashige Momente dürfen nicht fehlen. Gutes Songwriting, gepresst in ein geiles Soundgewand. Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft noch viel von diesen Genossen hören werden.

Anspieltipps: The Soul's Mirror und From The Nether Realm
Michael E.
9
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