Soulbound – Addicted To Hell

Im Wandel der Zeit

Artist: Soulbound

Herkunft: Bielefeld, Deutschland

Album: Addicted To Hell

Spiellänge: 42:03 Minuten

Genre: Melodic Industrial Metal, Gothic Metal

Release: 18.09.2020

Label: Metalville/Rough Trade

Link: http://www.soulbound.de/

Bandmitglieder:

Gesang – Johnny Stecker
Gitarre – Johnny Ramirez
Gitarre – Felix Klemisch
Bassgitarre – Jonas Langer
Synthesizer – Patrick Winzler
Schlagzeug – Mario Krause

Tracklist:

  1. Addicted To Hell
  2. March March
  3. Toxic
  4. Fuck You
  5. Undone
  6. Devil
  7. The Beast
  8. Crash And Burn
  9. Tic Toc
  10. Alive
  11. Sucker`s Place
  12. Fire It Up
  13. Unleashed Aporia

Soulbound gehen ihren ganz eigenen Weg, und dieser verschlägt sie immer weiter in die Melodic Industrial Metal bzw. Gothic Metal Schiene. Mit Myllennium steckten sie z.B. 2016 noch in der Alternative Metal Ecke und haben dazu noch Rockeinflüsse zugelassen. Mit dem neuesten Output Addicted To Hell wird es also dunkler und zugleich melodieverhangener. Seit dem 18.09.2020 kann man die neuen dreizehn Werke über Metalville/Rough Trade erwerben. Das Artwork hingegen lässt nicht gleich einen Gothic Industrial Mix erahnen, sondern könnte auch gut von einer Death Metal Band genutzt werden. In den nächsten Zeilen wollen wir einmal begutachten, wie die Entwicklung im Einklang mit der Qualität steht, denn die letzten Alben sind bei uns in der Redaktion allesamt gut angekommen.

Die Ostwestfalen stehen also ab sofort für noch modernere Klänge – das spürt man direkt beim Titeltrack Addicted To Hell. Hörbar dringen Parallelen zu Kissin‘ Dynamite ins Ohr. Damit habe ich nicht gerechnet. Im Gegensatz zur modernen Glam Metal Band drängen Soulbound wie angekündigt in die dunklere Szene und lassen eingängige Riffs auf uns niederprasseln. Mit mehr Wut im Bauch agiert March March und drängt in elektronisch versetzte Regionen. Dass die Produktion von Chris Harms (Lord Of The Lost) geleitet wurde, ist hörbar und drückt dem Album einen charakteristischen Stempel auf. Nach wenigen Minuten bleiben drei Schlagwörter hängen: Belebend, frisch und emotional – auf diese Säulen wurde das Dach der sechs Musiker gesetzt. Nicht weniger spannend: Frontmann Johnny Stecker, der in den letzten Jahren ebenfalls eine positive Entwicklung durchlaufen hat. Noch mehr gefestigt, kann er mit seinen Gesangsfarben den interessierten Hörer fesseln und lässt sich durch die Backvocals nur beflügeln und niemals in den Schatten stellen. Ganz werden die alternativen Wurzeln nicht über Bord geschmissen, und auch alte Fans der Gruppe können mit den neuen Tracks klarkommen, wenn sie auf durch Synthesizer angereicherte Beats stehen.

Einen Käfig, der groß genug wäre, um Soulbound genug Freilauf zu gewähren, gibt es nicht. Fuck You ist Industrial durch und durch und die Breaks innerhalb der Platte sorgen für die gewünschte Abwechslung. Was die Gruppe bestens verstanden hat, ist, Refrains geschickt zu platzieren. Zwar wird man diese in den nächsten Wochen nur selten live hören, aber irgendwann geht es auch auf den Bühnen dieser Welt weiter – und dann muss man z. B. auf Festivals schnell neue Ohren erreichen. Dafür haben sowohl The Beast oder Sucker`s Place ein hohes Potenzial. Was mich ab und an stört, sind die leisen und verzerrten Vocals, da Johnny Stecker ansonsten zu 100 Prozent überzeugen kann und sich dadurch selber minimal schwächt. Dass die Musik von explosiven Momenten lebt, ist klar – aber dann doch lieber nur mit den Instrumenten gegen null fahren, um dann die Regler hochzupushen. Nörgeln auf hohem Niveau, würdet ihr jetzt sagen – und das stimmt, keine Frage. Addicted To Hell bleibt ein gelungener Silberling, der die Band in ihrer Entwicklung in das Lager führt, in dem sie sich hörbar sehr wohlfühlen.

Soulbound – Addicted To Hell
Fazit
Engagiert und ambitioniert wollen Soulbound den Erfolg - und diesen kann und möchte man ihnen mit Addicted To Hell gar nicht absprechen. Die Abgründe der menschlichen Psyche musikalisch einzufangen und zu untermalen, ist stets kein einfaches Unterfangen. Die Lyrics behandeln emotionale Themen wie zwanghafte Selbstzerstörung, Narzissmus oder den Kampf gegen Depressionen. Damit werden die neue und auch ansatzweise die alte Zielgruppe zufriedengestellt und dürften mit dem Album bestens bedient werden!

Anspieltipps: Addicted To Hell, March March und Devil
Rene W.
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