Artist: Vogelfrey
Herkunft: Hamburg, Deutschland
Album: Make Mittelalter Great Again
Spiellänge: 43:05 Minuten
Genre: Mittelalter Rock
Release: 14.11.2025
Label: Metalville
Link: https://vogelfrey.de/releases/make-mittelalter-great-again
Bandmitglieder:
Gesang – Jannik Schmidt
Gitarre – Dennis Walkusch
Bass – Christopher Plünnecke
Cello – Johanna Heesch
Violine – Alexander Suck
Schlagzeug – Dominik Christiansen
Tracklist:
- Make Mittelalter Great
- Nein, Mann!
- Alle Sagen Das
- Trollwut
- Nacht Über Leben
- How Much Is The Fish?
- Gott Mensch
- Mittelalter Dance Metal
- Dr. Met
- Kloppt Euch Doch
- Dunkelheit
Mittelalter trifft Moderne – und das mit einer Wucht, die man so schnell nicht vergisst. Mit ihrem siebten Studioalbum Make Mittelalter Great Again meldet sich die Hamburger Folk-Metal-Band Vogelfrey eindrucksvoll zurück und präsentiert ein Werk, das nicht nur musikalisch neue Wege geht, sondern auch thematisch den Nerv der Zeit treffen möchte. Schon der Titel lässt erahnen, dass hier mit Ironie und Augenzwinkern gearbeitet wird – und genau das ist es, was dieses Album so besonders macht.
Die Band bleibt ihrer Linie treu. Mittelalterliche Instrumentierung mit Metal-Riffs zu kombinieren, geht aber diesmal noch einen Schritt weiter: Vogelfrey erschaffen mit Make Mittelalter Great Again ein neues Genre: den Mittelalter-Dance-Metal. Was zunächst wie ein Scherz klingt, entpuppt sich als ernst gemeinte musikalische Vision. Elektronische Beats, brachiale Gitarren und virtuose Geigenmelodien verschmelzen zu einem Sound, der sowohl zum Feiern als auch zum Nachdenken einlädt.
Und diese Vision wird direkt im Opener und Titeltrack Make Mittelalter Great Again zur Realität. Unterstützt von Tim „Tetzel“ Schmidt (Asenblut), wird hier direkt ein Statement gesetzt: Gesellschaftskritik, verpackt in ein musikalisches Gewitter. Es folgen Songs wie Nein, Mann! und Alle Sagen Das, die mit prominenten Gastbeiträgen (u.a. Ferris MC) überraschen und die genretypischen Grenzen sprengen. Insbesondere Alle Sagen Das ist ein eingängiger Song mit einer wichtigen Botschaft. Leider wird die Harmonie des Songs durch eine – meiner Ansicht nach – unpassende Rap-Einlage mit unnötiger Politisierung gestört. Weiterhin hervorzuheben ist How Much Is The Fish? – eine augenzwinkernde Hommage an Scooter, die zeigt, wie humorvoll und selbstironisch Vogelfrey mit Popkultur umgehen können.
Trollwut und Dr. Met liefern die gewohnt kraftvollen Hymnen, die Fans der Band lieben, während Nacht Über Leben und Dunkelheit auch düstere, nachdenkliche Töne anschlagen. Die Produktion ist druckvoll und klar, die Arrangements abwechslungsreich und durchdacht. Besonders die Geige von Alexander Suck und das Cello von Johanna Heesch verleihen dem Album eine klangliche Tiefe, die weit über das hinausgeht, was man von Mittelalter-Metal erwartet.
Textlich bewegt sich das Album zwischen Satire und Ernsthaftigkeit. Vogelfrey gelingt es, aktuelle gesellschaftliche Themen mit mittelalterlichen Bildern zu verknüpfen, ohne ins Lächerliche abzurutschen. Die Sprache ist modern, frech, pointiert und teilweise genreuntypisch, sodass sie eine Art Frischzellentherapie für das Genre darstellt.




