“Nicht wirklich spannend“

Artist: Temnein

Herkunft: Nancy, Frankreich

Album: White Stained Inferno

Spiellänge: 62:57 Minuten

Genre: Melodic Death Metal, Progressive Death Metal

Release: 20.10.2017

Label: Massacre Records

Link: https://www.facebook.com/temnein/

Bandmitglieder:

Gesang – Jocelyn
Gitarre – Florian
Gitarre – James
Bassgitarre – Julien
Schlagzeug – Valentin

Tracklist:

  1. Impending Outbreak
  2. Ataxia
  3. Denying The Threat
  4. Bad Omen
  5. Knowledge As A Burden
  6. White Stained Inferno
  7. Against The Waves
  8. The Seal
  9. Wrong Escape
  10. A Momentary Peace
  11. Dawn Of A New Day

 

Gegründet wurde die Band Temnein im Jahr 2009, und nach der Veröffentlichung eines ersten Demos im Herbst 2010 erschien das Debütalbum 404 B.C. im Januar 2014. Einen Besetzungswechsel am Mikrofon gab es im vergangenen Jahr. Nachdem Jocelyn zur Band gestoßen war, ging man ins Studio, um das zweite Album aufzunehmen. Dieses trägt den Titel White Stained Inferno und wird am 20.10. über Massacre Records veröffentlicht.

Es gibt ja verschiedene Alben, die sich mit schweren Erkrankungen oder Unfällen, die zu längeren Krankenhausaufenthalten und auch lebensbedrohlichen Situationen führen, auseinandersetzen. Auch Temnein schlagen mit White Stained Inferno in diese Kerbe. Ob dieses Album wirklich düsterer und atmosphärischer ist, als 404 B.C. kann ich nicht beurteilen, ich finde es allerdings weder düster noch atmosphärisch. Auch der angekündigte allgemeine Abwechslungsreichtum in den Songs, die wohlgestalteten Gitarrensoli oder die abwechslungsreichen Vocals sind wohl mehr oder weniger an mir vorbeigegangen. Wie es das Progressive Death Metal unter Genre schon vermuten lässt, gibt es natürlich Tempo- und Rhythmuswechsel – von rasend schnell bis gediegenem Midtempo ist so ziemlich alles dabei –, die kann man aber nach spätestens drei Songs genauso vorhersagen, wie alles andere, was da noch kommen mag. Die einzige Abwechslung in den Vocals gibt es zum Beispiel bei Knowledge As A Burden, Wrong Escape oder Dawn Of A New Day, wo dann tatsächlich auch mal – sehr schöne – Clean Vocals zu hören sind. Die Growls von Jocelyn sind weder besonders herausragend noch sonstwie bemerkenswert. Was die wohlgestalteten Gitarrensoli angeht, hätte man die meiner Meinung nach problemlos kürzen können, die ziehen sich manchmal doch ziemlich in die Länge. Dabei sind sie auch selten besonders spektakulär.

So ziehen denn Ataxia und Denying The Threat erst mal an mir vorbei, bei Bad Omen muss ich dann insofern aufhorchen, als das zweistimmige Gitarrenspiel doch sehr nach Insomnium klingt, und sich mir dieser Eindruck noch des Öfteren aufdrängt. Leider sind die Songs selbst nicht so gut, wie die von den Finnen. Was dann noch auf meinem Zettel steht, ist eigentlich nur, dass The Seal tatsächlich mal was abwechslungsreicher rüberkommt und der bereits oben erwähnte Wrong Escape mächtig progressiv ist, soll sagen, mit Tempo- und Rhythmuswechseln bemerkenswert oft um sich schmeißt. Ein Song mit einem sehr ruhigen und wieder mal sehr an Insomnium erinnernden ruhigen Interlude, bei dem es dann mal gitarrentechnisch ohne Strom geht.

Das liest sich jetzt alles nicht gerade begeistert, und das bin ich auch nicht. Es ist aber auch nicht grottenschlecht, sondern schlicht und ergreifend ein Album, das sich einreiht in die lange Schlange der (Progressive) Melodic Death Metal-Alben, die man gut hören kann, die aber, zumindest bei mir, keinen Platz in den Top-10-Alben des Jahres 2017 einnehmen werden.

Zum Song Denying The Threat wurde ein Lyric Video veröffentlicht, das Ihr hier sehen könnt:

Temnein - White Stained Inferno
Fazit: Wie schon oben geschrieben, hätte man das eine oder andere durchaus kürzen können. Die Songs kommen fast alle mit einer Spielzeit zwischen sechs und sieben Minuten daher, da muss man sich schon was ausdenken, um den Hörer bei der Stange zu halten. Gesangs- und spieltechnisch kann man Temnein keinen Vorwurf machen, das ist grundsolide. Mehr aber auch nicht.

Anspieltipps: Knowledge As A Burden, Wrong Escape und Dawn Of A New Day
Heike L.7
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