Texas In July – One Reality

„… das, was man von einer Metalcore-Platte erwartet!“

Artist: Texas In July

Album: One Reality

Spiellänge: 33 Minuten

Genre: Metalcore

Release: 07.10.2011

Label: Equal Vision Records

Link: http://www.myspace.com/texasinjuly

Klingt wie: die ersten beiden Alben von Across The Sun, Donkey Kong und Insomnium

Bandmitglieder:
Gesang – Alex Good
Schlagzeug – Adam Gray
Leadgitarre – Christian Royer
Bassgitarre – Ben Witkowski
Rhythmusgitarre – Chris Davis

Tracklist:

  1. Introduction
  2. Magnolia
  3. 1000 Lies
  4. Dreamer
  5. Dying World
  6. No Greater Love
  7. May
  8. Our Freedom
  9. Cyclops
  10. Pretender
  11. One Reality
  12. Uncivilized (bonus track)

Bei „Texas im Juli“ denke ich an eine Bar inmitten einer wüstenartigen Geisterstadt im schönen Süden der Vereinigten Staaten von Amerika. Das Wetter pendelt sich zwischen 25°C und 35°C ein und die Sonne wird nur selten von einer Wolke bedeckt. Nur, um dem Klischee zu frönen, darf auch der durchs Bild wehende Strohballen nicht fehlen.

Als das Ende des Intros Introduction des Albums der Band Texas in July mich aus meinen Träumen zerrt, wird es echt Zeit, mit den Tagträumen aufzuhören, um euch von einer neuen CD zu berichten.

Hier ist sie nun, die Platte One Reality, die die fünf Musiker aus Lancaster in Pennsylvania für ihre Hörerschaft auf einen Silberling haben pressen lassen. Auf dem CD-Cover ist ein Mann/Junge abgebildet, der vor einer Skyline über dem Meer zu schweben scheint. Die Arme ausgestreckt, den Blick gen Himmel gerichtet, schwebt er über einer Menschenmenge, die mit dem Meer verschmolzen ist und es scheint, als wollte dieser Mob nach ihm greifen. Zusammengefasst schaut das Cover sehr verspielt aus. Selbst nach dem zweiten und dritten Mal Hinsehen meint man, noch ein Detail mehr zu entdecken.

Musikalisch starten Texas In July ihr Album mit dem Lied Magnolia, welches direkt die Härte des Albums zeigt. Nach einer kurzen melodischen Einleitung zeigt das Lied das, was man von einer MetalCore-Platte erwartet: ein Beatdown nach dem anderen, technisch extrem anspruchsvolle Doublebass, geshoutete Stimme und eine sehr rhythmische und schwere Melodik. Was dem Lied etwas die Spannung nimmt, ist das Tempo, was für meinen Geschmack leider etwas zu langsam ist. Doch ich will mal nicht den Tag vor dem Abend loben, es gibt ja noch genug Songs auf dem Album und im Juli sind die Abende ja eh eher lang. 🙂

Mit 1000 Lies wird One Reality um einen waschechten Moshpit-Song bereichert. Der für Wall-Of-Deaths passende Start sorgt für einen raschen Tempoanstieg, der dann mit melodischen Parts verschmilzt. Die Gitarrenriffs klingen beinahe neu, auf jeden Fall fällt mir keine andere Band ein, die genau so klingt. Immer wieder muss ich erneut hinhören, damit ich die Gitarre nicht mit einem Gameboy verwechsle. Respekt!

Dying World würde ich eher der Melodic Death Metal-Szene zuordnen, wenn da nicht schon wieder die echt super klingenden Beatdowns wären.

Mit No Greater Love merkt man doch ein wenig, dass der Ursprung des MetalCore im Hardcore/Punk zu suchen ist, denn der Anfang könnte auch locker von Green Day oder ähnlichen Bands stammen. Zum Glück sorgt das hier für die nötige Abwechslung und peppt das Album ungemein auf und das, ohne dabei störend zu wirken. Somit verschwinden in dem Stück die extrem schweren Töne, um frischen Klängen Platz zu machen. Die Stimme des Sängers Alex Good klingt unverändert tief und rau.

Einen extrem fetten Kontrast bietet das Lied May, welches eher als rein akustisches Zwischenspiel/Interludium zu sehen ist. Unter die anfänglichen Gitarrenklänge mischen sich immer mehr Instrumente, um das Stück als ein gekonntes Gesamtkonzept zu beenden.

Nach den 2:44 Minuten wird der Hörer vom nächsten Song vom Stuhl gerissen. Denn Our Freedom hat mal wieder alles, was ein MetalCore-Fan sich wünscht und das noch zuzüglich einer echt angenehmen und anspruchsvollen Melodik.

Wenn ich jetzt noch von den nächsten Liedern berichte, dann kann ich immer wieder das Selbe sagen: eine für das Genre eher untypische Melodik, die technisch sehr präzise und abwechslungsreich die Lieder bestimmt, trifft auf das wiederum passende Schlagzeug, welches durch die anspruchsvollen Wechsel punktet und als klarer Taktgeber für die unzähligen Beatdowns verantwortlich ist. Die Stimme klingt eher weniger abwechslungsreich aber der Sänger trifft die Töne und shoutet in einer angemessenen Tonlage.

Fazit: Texas In July hauen mich One Reality einfach vom Hocker. Somit möchte ich nicht ausschließen, Fans der Band in naher Zukunft auf einem Konzert in der Menge wiederzusehen. Die Band punktet, wie bereits erwähnt, mit einer sehr guten Mischung aus markanten Klängen in Melodik und Rhythmik. Die einzigen Mankos des Albums sind die etwas eintönige Stimme des Sängers und das Fehlen eines Ohrwurmsongs auf dem Album. Aber das alles kann einen MetalCore-Fan nicht von den acht Punkten abhalten. Was Texas In July dann den neunten Punkt schenkt, ist der einmalige Klang der Gitarre, der einem zwischenzeitig in dem Glauben lässt, keiner Gitarre sondern einem Nintendo-Spiel zuzuhören. Anspieltipps: 1000 Lies, Cyclops & One Reality
Kai R.
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