The Necromancers Union – Flesh Of The Dead

Die Wiederauferstehung des Doom aus einer Kreuzung aus Billy Idol und Andrew Eldritch

Artist: The Necromancers Union

Herkunft: Ontario, Kanada

Album: Flesh Of The Dead

Spiellänge: 40:37 Minuten

Genre: Gothic Rock

Release: 19.11.2021

Label: Petrichor

Link: https://thenecrounion.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug – Daniel Belasco

Schlagzeug bei Clowns Of Death – Cristian Carver
Gesang bei Crossing The Line – Larry Swiercz

Tracklist:

  1. Flesh Of The Dead
  2. The Ghosts Inside You
  3. Into Darkness
  4. The Undead
  5. Crossing The Line
  6. Clowns Of Death
  7. Shadows
  8. Pit And Pendulum

Der Name The Necromancers Union, zu deutsch „Die Vereinigung der Totenbeschwörer“, ist mir mal wieder total unbekannt, als ich vor unserem virtuellen Plattenregal der Redaktion stehe. Gereizt haben mich die Genrebeschreibung „Gothic Rock“ und … das Cover.

Quelle: 2021 The Necromancers Union

Erst einmal auf Spurensuche. Das Projekt The Necromancers Union wurde gegründet von dem Kanadier Daniel George Mackie alias The Ghost Of Daniel Belasco alias Daniel Glass Apple Bonzai. Seine Leidenschaft für Horrorfilme, 80er Gothic Rock und New School Post-Punk waren die Hauptinspirationen für dieses Projekt. Er nimmt, bis auf einige wenige Parts, seine selbst geschriebenen und gespielten Lieder auf. Er produziert und mastert sie selbst und veröffentlicht 2019 in der Pandemie zwei EPs. Nur digital und komplett in Eigenregie. Auf diese EPs wird Anfang 2020 das Label Petrichor aufmerksam und beschloss, Daniel für eine zukünftige Zusammenarbeit zu verpflichten. Beide EPs wurden neu aufgenommen und ein zusätzlicher Track hinzugefügt, um auf dem Album acht Songs mit ansprechender Länge zu haben.

Als ich zum ersten Mal die Platte abspiele, trifft mich fast ein Schlag. Stimmlich irgendwo zwischen Andrew Eldritch von Sisters Of Mercy und Billy Idol, nimmt mich die Musik sofort mit. Ist es ein neuer Soundtrack für einen Quentin Tarantino-Film? Fast alle Songs beginnen mit filmähnlichen Soundschnipseln und führen in Songs allerfeinstem Doom-Rock der 80er-Jahre ein.

Die Songs sind meist schmissig. Von Totenbeschwörung kann hier nicht die Rede sein. Bei den Songs mit Hitcharakter wie bei Crossing The Line oder Clowns Of Death fangen die Beine wieder an zu zucken. Das Horror-Filmfeeling lebt allerdings in Songs wie The Undead oder Shadows. Fans der beiden oben angesprochenen, aber auch Fans von Danzig oder The Damned werden sich bei dem Song Into Darkness mitgenommen fühlen. Nach einem düsteren Start nimmt der Song Stimmung und Tempo auf, um dann wieder in doomigen Grooves zu versinken. Bärenstark.

Wem dieses Album gefällt, sollte sich mal bei Spotify umschauen. So ungern ich für diesen Streamingdienst Werbung mache, empfiehlt sich aber dazu noch eine Singleveröffentlichung mit zwei Songs, die nicht auf dem Album sind. Hier handelt es sich um das Ramones-Cover Pet Sematary und Alice, ein Song von Sisters Of Mercy, der in dieser neuen Version weiteren Drive bekommt. Hier ist die Stimmenähnlichkeit zu Eldrich überdeutlich. Wenn man wie ich nur die digitale Variante hat, eignen sich die beiden Songs hervorragend als abschließende Bonussongs.

Das Cover entstammt dem Designer und Illustrator Luis Sendón, der schon unzählige Bands und Veranstalter unterstützt hat. Neben den üblichen Plattformen zum Stream und Download ist das Album auf CD und nun bei vielen Vertriebspartnern auch auf Vinyl erschienen. Hier habe ich unter anderem bei Napalm Records, Ausgaben in black, neon green und Purple/black splatter gefunden.

The Necromancers Union – Flesh Of The Dead
Fazit
Eine Zeitreise zurück in die Achtziger. Ich fühle mich in eine Zeitkapsel gesteckt. Wenn man bedenkt, dass die Songs von einem Herrn alleine geschrieben, eingespielt, aufgenommen und produziert sind, überraschen die Qualität und Vielfalt.

Anspieltipps: Crossing The Line, Into Darkness oder Clowns Of Death
Norbert C.
8.5
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