Dead Bob – Nothing Changes Everything 

21.04.2026 – Punk Rock, Alternative Rock, Progressive Rock – Alternative Tentacles – 33:55 Minuten

Alles wird gut! Nomeansno sind zurück! Wenn die Welt nur so einfach wäre … Ist sie nicht. Aber mit John Wright ist wenigstens ein Drittel der eigenwilligen kanadischen Punk-Rock-Legende seit ein paar Jahren wieder am Start, nachdem er versuchte, Robotern Punk Rock beizubringen. Ein typisches Album Like Life, ein paar vereinzelte Songs und eine euphorische Europa-Tour hat die neue Combo namens Dead Bob bereits auf ihrer Habenseite zu verbuchen. Und nun gibt es Nachschub in Form von acht neuen, wieder mal nicht unbedingt zu erwartenden Songs, firmierend unter dem Titel Nothing Changes Everything. Sehr gute Nachrichten sind das!

Als aus nichts wieder alles wurde

Wie schon Life Like zeigte, Dead Bob sind nicht Nomeansno, nur ein kleines bisschen. Zumindest das jazzig, groovende Schlagzeugspiel Wrights ist wiederzuerkennen. Obendrein sorgen seine erzählende, großväterliche Stimme und der experimentelle Ansatz für Entzückung beim überdrehten Opener Centre Of The Universe. Noch ein Stück näher kommen wir der über alles geliebten Vorgängerband mit Punkrock-A-Rama, das vertrackten Punk Rock mit Gitarren-Dudel-Faktor im Angebot hat. Das Titelstück ist noch einmal eine wohltuende NMN-Reminiszenz mit hibbeligem Drum-Part, dieses Mal inklusive Trompete. Dabei sind alle drei Songs ausgesprochen tanzbar – wie das unverkennbare Coverartwork zeigt, am Rande von allem.

Immer noch eine feste Konstante: 0+2=1

 Dann folgt der Bruch mit der Vergangenheit. Das Keyboard-orientierte Save Me From Myself erinnert eher an eine Mischung aus der Melancholie einer Amie Mann und 80er Post-Punk-Düsternis. Anders, aber doch irgendwie cool. Was sich danach zuerst mit krachigem Industrial-Beat ankündigt, geht in locker flockigen, poppigen Punk Rock über. Im Anschluss offerieren die Kanadier mit It’s Hard to Care eine wilde Achterbahnfahrt aus Two-Tone-Rhythmen, Techno-Trance und Punk Rock, bevor es mit reiner Electronica weitergeht. The Present ist also der abgefahrenste Song im Repertoire, dem zum Ende hin noch ein Schuss schwelgerischer Post Rock hinzugefügt wird. Nachdem sich weit von allen Erwartungen entfernt wurde, kommen Dead Bob zurück zu dem, was wir wollen: fetter Groove mit Drums und Bass, überraschende Einschübe, viele unterschiedliche Chöre und eigenwillig, kritische Texte. Auch No Fun macht irre viel Spaß.

Hier geht es lang für weitere Informationen zu Dead Bob – Nothing Changes Everything in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Dead Bob – Nothing Changes Everything 
Fazit zu Nothing Changes Everything
Mit Dead Bob ist das Leiden ohne Nomeansno in lebenswerten Grenzen zu halten. Dead Bob sind ähnlich, aber doch anders, denn John Wright ist experimentierfreudiger geworden, auch wenn Bruder Bob im Hintergrund ein paar Fäden in der Hand hält. Erwartungen haben bei Nomeansno kaum eine Rolle gespielt. Warum denn jetzt auf einmal? Insofern sind die acht Songs auf Nothing Changes Everything mit demselben Maßstab zu messen. Abwechslung wird großgeschrieben, ebenso wie ein klarer inhaltlicher Standpunkt. Dead Bob machen Musik für Fans und ausschließlich für Fans, nicht für irgendwelche konsumierbaren Trends oder dämlichen Challenges, schon gar nicht für die Industrie. Beim alten Kumpel Jello Biafra auf Alternative Tentacles veröffentlicht, ist das zweite Album wieder ein aufrechter Lichtblick in einer dunklen Zeit. Ein tiefer, entspannter Seufzer.

Anspieltipp: Save Me From Myself und No Fun
Kristian H.
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