Xorsist – Aberrations

24.04.2026 - Death Metal - Hammerheart Records - 38:56 Minuten

In den meisten Hauptstädten dieser Welt pulsiert das Leben und es ist viel los. Viele sind weltoffen, Kulturen treffen aufeinander, vertragen sich gut und kommen gut miteinander klar. Es entstehen viele kleine Szenen mit Auftrittsmöglichkeiten und Künstlern. Aber welche Hauptstadt kann schon von sich behaupten, dass sie einen eigenen Stil innehat? Die Rede ist natürlich von Stockholm und dem Stockholm Death Metal, welcher von Bands wie Dismember und Entombed in den Neunzigern geprägt wurde. Ich bin immer wieder begeistert, wie viele Musiker von dort kommen bzw. aus ganz Schweden, die eben dem Death Metal und Thrash Metal frönen, bedenkt man, dass Schweden mal gerade elf Millionen und Stockholm knapp eine Million Einwohner hat.

Die Band Xorsist schickt sich an, die alten Heroes zu ehren, und verarbeitet den Stil weiter. Im Moment haben ja definitiv Lik die Krone auf, wenn es um neuere Bands aus Stockholm/Schweden geht. Diese jungen Freaks, die ansonsten noch bei Cadaveric oder Perpetual Torment aktiv sind, gibt es jetzt seit 2020, und sie hauten in den Jahren 2022 und 2023 zwei Alben heraus. Man zog sich ein wenig zurück, um ein geiles drittes Album zu produzieren. Dieses hört auf den Namen Aberrations und wurde von Hammerheart Records veröffentlicht.

Am Anfang von Rest Impending hört man gleich, dass die Burschen keine Gefangenen machen wollen. Nach ein bisschen Verzerre von der Klampfe geht man ins typisch schwedische Uptempo und verarbeitet melodische Leads. Gesanglich geht man eher ins dunkle Screaming, gepaart mit einigen Growls. HM2-Sound dazu und kurze Verschleppungen in Form von Geschwindigkeitsverringerungen. Das hat was. Geht gut vorwärts. Schon straight und der Knüppel hat den Sack verlassen, um ordentlich auszuteilen. Nach 150 Sekunden dann aber ein Break, der Bass spielt alleine, Flüstergesang erklingt und ein atmosphärischer, langsamer Part erklingt. So, wie man es eben von Bands wie Dismember oder Entombed kennt. Ziemlich geiles Ding. Das Solo hat schon was und erzeugt ein wenig Gänsehaut. Dann spielt die Klampfe vor und man kündigt den folgenden Ballerpart an, der dann natürlich auch folgt. Geil. Schöner Einstieg ins Album und am Ende wird dann noch einmal die Sau so richtig durch das Dorf getrieben. Absolut aggressiv und mit geilem Riffing versehen. I like it. Diese Screams gehen dann eher in Richtung von Tompa (At The Gates).

Melodisch geht es zu Beginn von Souls To Mourn zu. Ist eingetütet. Im Midtempo und überwiegend growlig geht man zur Sache. Der Gesang wird teilweise gedoppelt. Herrlich. Ziemlich groovig schreitet man voran und baut ein melodisches Lead mit ein. Jawohl, das macht Laune. Das Tempo geht von langsam bis Midtempo, ein kleines Basssolo und ein Solo wurden auch berücksichtigt, ansonsten lebt der Song eben von dieser schleppenden Uftata und dem melodischen Riffing. Da bleibt der Kopf definitiv nicht ruhig.

Mit Draped In Sorrow’s Cloth… holt man dann das Intro nach. Das clean vorgetragene Instrumentalstück beruhigt die sanfte Seele des geneigten Metalheads und kommt schön romantisierend um die Ecke.

Mit einem Mini-Intro geht es dann bei An Elegy Unfolds zur Sache und danach hört und spürt man, dass auch At The Gates einen ordentlichen Einfluss haben. Das thrashige Riffing und gerade die melodischen Parts gehen in die Richtung. Der groovige Faktor ist auch angelehnt an die legendäre Band. Diese Ankündigung, dass nun ein Solo folgt, welches so was von geil ist, macht absolut Laune. Technisch eindrucksvoll, und wer die neue At The Gates Scheibe abfeiert, so wie ich, wird diesen Song abfeiern. Auch von den Vocals her, auch wenn der gute Gustav nicht an den leider verstorbenen Helden Tomas Lindberg herankommt. Kann ja eh keiner, muss man aber ja auch nicht. Die Gesangsleistung von Gustav ist aber echt absolut geil und intensiv.

Hinzu kommt die fette Produktion, die eben klarmacht, dass es sich um ein schwedisches Album handelt und somit nostalgische Schwingungen innehat, aber eben auch klar zu vernehmen ist.

Ich denke, dieses Album wird Xorsist sicherlich ein Stück weiter nach oben bringen.

Während Of Where I Reside zwar gut ist, aber irgendwie an mir vorbeizieht, haut Faceless alles kurz und klein. Dieser Dismember-Vibe am Anfang und das Geknüppel dazu und das nachfolgende, sirenenhafte Solo. Hat was. Ansonsten bleibt man traditionell, und so soll es auch sein.

Oder dieser atmosphärische Anfang bei His Shrouded Gaze, welcher dann in einen schönen Geballerpart übergeht. Hervorragend. Verdammte Axt. Mit jeder Phase spürt man die Stockholm-DNA. Xosrsist versuchen aber auch immer, kleine Gimmicks mit einzubauen, besonders im Bass-Bereich.

...And Ages In Embers ist dann noch einmal so ein verträumter, cleaner Song, der neunzig Sekunden andauert und das Ende mit den Songs Disbelief und Memorial einleitet, die ein wenig schwächer klingen, aber trotzdem knallen.

Ja, das geht alles gut in mein Gehör und ich muss diese Band dieses Jahr noch irgendwie live sehen. Eine Band, die man unbedingt im Auge behalten sollte, denn auch schon der Vorgänger namens The The Somber Steps Of Serenity konnte absolut überzeugen.

Hier geht es für weitere Informationen zu Xorsist – Aberrations in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Xorsist – Aberrations
Fazit zu Aberrations
Aus der faszinierenden Stadt Stockholm stammen diese jungen Burschen von Xorsist. Wenn man da aufwächst und den Hype mitbekommt, muss man ja schwedischen Death Metal zocken. Oder man covert Abba. Zum Glück haben sie den ersten Weg eingeschlagen und man hört und spürt mit jeder Faser auf dem dritten Album die Stockholm-DNA. Allerdings kopiert man nicht nur Bands wie Entombed oder Dismember, sondern nimmt die traditionellen Elemente ins Songwriting mit auf. Diese überwiegen natürlich und das ist auch gut so, aber man hat z. B. auch thrashige Argumente vorzubringen. Das Songwriting hat es in sich, denn man mischt Knüppelsongs mit atmosphärischen, melodischen Passagen. Dieses macht den Stockholm-Sound ja auch ein wenig aus. Der Bass darf immer wieder mal für Überraschungen sorgen, es werden einige Sprachpassagen eingebaut und auch At-The-Gates-Einflüsse sind klar zu hören. Ähnlich wie Lik folgen sie den Rufen der Vergangenheit und fügen gegenwärtige Schreie hinzu. Wer auf Schweden Death Metal abfährt, sollte sich dieses Ding unbedingt zulegen.

Anspieltipps: Rest Impending, Souls To Mourn und Faceless
Michael E.
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