Absorption – Enveloping Womb Of Astrigent Void

Smert Metal aus Moskau

Artist: Absorption

Herkunft: Russland

Album: Enveloping Womb Of Astrigent Void

Spiellänge: 33:20 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 30.09.2021

Label: Talheim Records

Link: https://absrptn.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre und Bassgitarre – Mortician
Schlagzeug – Necropatolog

Tracklist:

  1. Graven Screams In The Stones Engulfed By Darkness
  2. Dismal Disappearance
  3. Mental Secretion
  4. Irreversible Cruelty
  5. Miasmas Of Boiling Ashes

Absorption kamen zum ersten Mal im Januar 2017 in Moskau zusammen. Drei Menschen, die Schlagzeug und Gitarre spielten und gesungen haben. Innerhalb eines Jahres kam ein Bassist dazu, wechselte nach einiger Zeit aber zum Posten des zweiten Gitarristen und übernahm den Gesang. Der erste Sänger konnte seinen Hauptjob und die
Bandmitgliedschaft nicht in Einklang bringen und verließ diese. Er verblieb jedoch im Hintergrund als Autor der
Texte, des Hauptthemas, welches eine abstrakte Beschreibung des Todes in seinen verschiedenen Erscheinungsformen und Wegen ist.

Im Jahre 2018 erschien ein Demo und 2019 ließ man eine Split mit Odockh folgen. Mittlerweile ist man auch nur noch zu zweit unterwegs und konnte einen Deal mit Talheim Records ergattern.

Es dauerte ungefähr zwei Jahre, um die Aufnahmen und Veröffentlichung des Debütalbums Enveloping Womb Of Astringent Void vorzubereiten. Das Recording, Mixing und Mastering wurden im CDM Records Studio im September 2020 durchgeführt. Das Ergebnis liegt nun hier vor.

Graven Screams In The Stones Engulfed By Darkness marschiert von Anfang an los. Death Metal steht auf der Agenda. Es geht um eine morbide Grundstimmung. Das Drumming knüppelt ordentlich vor sich hin, die Riffs sind lang gezogen und gehen schon beinahe in die blackige Richtung, wenn sie einen anderen Gitarrensound hätten. Kommt schon sehr intensiv. Die Growls klingen fett und passen wirklich hervorragend. Teilweise klingt das Ganze nicht ausgewogen, aber dafür sehr angsteinflößend. Schaut man sich mal ein Livevideo an, wird man sehen, dass diese beiden Typen und die Frau recht harmlos aussehen. Beim reinen Zuhören bekommt man es aber mit hasserfüllten Emotionen zu tun und dieses ist auch gut so. Dafür ist Musik ja auch da. Chaos und Zerstörung machen sich breit, aber mir ist das teilweise zu wild, weil die Riffs mich nicht so packen. Trotzdem klingt es sehr intensiv. Ist mir mit 6:37 Minuten auch zu lang und mir teilweise zu disharmonisch.

Dismal Disappearance kommt da schon geiler aus den Boxen. Sehr fettes Riffing begleitet diesen Song. Mit knappen fünf Minuten und ständigen Tempowechseln macht dieser Laune und der dunkle Gesamtsound der Produktion passt sehr geil. Dieser Moment mit der ganzen schnellen Uftata kommt total fett und hier geht man richtig abwechslungsreich zu Werke. Dieser fast schon melodische Midtempopart killt total und das nachfolgende Stakkato-Riffing passt gerade auch in dieser Kombination optimal.

Mental Secretion kommt am Anfang düster und melancholisch herüber. Ein schön trauriges Lead unterstützt diese Ausdrucksweise, und so ergibt man sich eigentlich traurig und depressiv seinem Schicksal, bis man dann irgendwann die Parts verändert und schneller wird. Ist der kürzeste Song auf dem Album und kann mich vor allem mit dem Riffing überzeugen. Ja, davon würde ich gerne mehr hören.

Irreversible Cruelty. Der Song stammt noch vom ersten Demo und kommt sehr fett aus den Boxen gekrochen. Auch hier startet man recht verhalten. Langsam erhebt man sich aus den Katakomben und hat wieder diese traurig-schönen Momente mit an Bord. Der Song wird langsam aufgebaut und verändert sich. Diese melancholische Melodie erinnert mich an die guten, alten My Dying Bride Songs. Ist aber nur für einen kurzen Ausblick, denn ansonsten sind sie echt anders unterwegs. Man lässt nach zwei Minuten ausfäden, ballert einem dann gewaltig einen um den Latz und kommt wieder mit disharmonischen Parts. Auch wieder so ein starker Tobak.

Miasmas Of Boiling Ashes beendet dann das 33-minütige Werk. Man beginnt auch sehr düster und beklemmend. Atmosphärisch und dystopisch geht man zu Werke. Schnell und zerstörerisch knallt es aus den Boxen, so, als wären die Höhlenmenschen auf Speed unterwegs, um Beute zu jagen. Nach der Eingewöhnungsphase holt man aber mal zur Erholung aus und schleppt sich langsam und morbid durch die Gewölbe Moskaus. Sehr intensiv, weil man ein recht rockiges Riff verwendet, welches nach Black Sabbath klingt, aber death metallisch gespielt wird. Es erfolgt ein Break und man baut den Song langsam wieder auf. Eine dunkle Wolke schwebt über diesen Part. Schon sehr zermürbend. Die Growls passen sich der dunklen Gesamtstruktur an. So kriecht man immer weiter und weiter und nimmt den Zuhörer mit auf eine sehr düstere Reise. Der Part setzt sich in den Gehörgängen fest und vernichtet dort so einiges. Nach einem erneuten Break holt man dann wieder die Keule raus und knüppelt alles kurz und klein. Begleitet von morbiden Leads und einem atmosphärischen Sound. Das Tempo wird noch einmal variiert und nach neun Minuten ist der Spaß quasi zu Ende. Starker Tobak. Kein Song, den man eben so nebenher hören kann, das ist klar.

Gutes Debüt, auch wenn ich der Reise nicht immer folgen kann.

Absorption – Enveloping Womb Of Astrigent Void
Fazit
Absorption aus Moskau bezeichnen ihren Stil als Smert Metal. Smert ist russisch und bedeutet so viel wie Tod. Ihre Art des Death Metals ist teilweise sehr düster, melancholisch und an einigen Stellen hypnotischen. Mal schleppt man sich langsam vorwärts, mal ballert man alles kurz und klein. Die dunkle Produktion erledigt dann den Rest. An einigen Stellen ist es mir persönlich aber zu chaotisch.

Anspieltipps: Dismal Disappearance und Mental Secretion
Michael E.
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