Agincourt – Angels in Mons

“Der Sieg ist unser!“

Artist: Agincourt

Album: Angels Of Mons

Spiellänge: 49:26 Minuten

Genre: Heavy Metal

Release: 15.11.2011

Label: High Roller Records

Link: http://www.agincourtmusic.com/

Klingt wie: Ithaca, Sunforest

Bandmitglieder:

Gesang/Gitarre – Richard E. Toy
Gitarre – Paul Anderson
Bass – Russ Weaver
Schlagzeug – Steve Riley

Trackliste:

  1. Edge Of Paradise
  2. Going Insane
  3. Captured King
  4. Breakdown
  5. Come With Me
  6. This Life
  7. Fool No More
  8. Queen Of The Night
  9. Promised Land
  10. Agincourt

Die englische Band Agincourt dürfte der älteren Generation sicherlich ein Begriff sein. In den frühen 90er Jahren waren sie international sehr erfolgreich und konnten viele Menschen begeistern. Als jedoch die Grunge-Szene verstärkt aufkam, lösten sie sich auf. Elf Jahre nach der offiziellen Trennung fanden sich einige Mitglieder wieder zusammen und ließen die Band neu aufleben. Seit dieser Zeit versucht die Truppe, an alte Erfolge anzuknüpfen und präsentierte so im Frühjahr diesen Jahres das neue Album Angels Of Mons.

Viel Kreativität steckt im Cover, welches in gelbes Licht getaucht ist und eine Schlachtszene zeigt. Es dürfte sich hierbei um einen frühen Krieg im Mittelalter handeln, der unter englischer Flagge geführt wurde, da über dem Kampfgetümmel die Göttin Fortuna mit eben dieser Flagge schwebt. Auch weisen die Holzkarren, auf denen die Kanonen transportiert wurden, exakt drauf hin. Textlich knüpft das Quartett daran an und so handeln die Songs von Schlachten um Könige und Ländereien.

Musikalisch wird auf sehr hohem Niveau gearbeitet. Es werden die Polymetrik und Polyrythmik bedient, die ein brillantes Klangerlebnis hervorbringen. Die Riffs sind trotz Einfachheit sehr abwechslungsreich und geben den Songs Wiedererkennungswert. Die angenehme und wohlklingende Stimme des Frontmannes Richard passt hervorragend zu der komplexen Percussion. Die Intonation geht nicht in extreme Höhen, sondern ist eher sehr gefühlvoll und kleidet die Messages in musikalisches Gewand. Ein Beispiel dafür ist der Song Captured King, in dem man den Wunsch nach Freiheit deutlich spürt. Das vielseitige Spiel der Stimme kann demnach die verschiedensten Emotionen hervorrufen. Die Mehrstimmigkeit im Refrain verstärkt die Impressionen zusehends und sorgt für eine Intensivierung. Das Tempo ist in den meisten Tracks sehr rasch und bringt einfach gute Laune. Das Schlagzeug hat einen wichtigen Platz, da es den Grundtakt vorgibt und mit den starken Blastbeats hervorsticht. Der Hörer bleibt immer aktiv dabei, auch wenn die Machart deutlich erkennbar ist.

Jeder Titel für sich klingt einzigartig und hebt sich durch unterschiedliche Mittel hervor. Sei es durch ein Solo oder durch eine Veränderung im Gesang. Ein gutes Beispiel dafür ist Come With Me, welcher sogar beide Attribute vereint. Ein sehr dramatischer Song, der durch die harten Riffs und die flehende Stimme seinen Charakter erhält.

Den wechselnden Emotionen erliegt jeder und man fühlt die Songs. Ein sehr ruhiges Stück ist This Life, welches tief ins Herz dringt. Ruhigerer Gitarrensound und die Hervorhebung des Gesangs tragen dennoch Kraft und Energie in sich. Die Steigerung der Spannung ist spürbar und die Polyrhythmik kommt enorm zum Tragen. Auch kommen Geigen und ein Klavier zum Einsatz, die ein wenig Klassik hineinbringen und zum Träumen anregen.

Fazit: Es war definitiv die richtige Entscheidung, Agincourt neues Leben einzuhauchen. Mit dem neuen Album haben sie einen Kracher gelandet, der vor technischem Know-How und enorm hoher Qualität strotzt. Die Vielseitigkeit und stetige Abwechslung machen einfach Spaß und haben einen positiven Grundcharakter, der sich auf den Hörer überträgt. Das perfekte Zusammenspiel aller Instrumente und die grandiose Stimme bilden ein faszinierendes Gesamtwerk. Langweile oder Eintönigkeit wird man hier mit Sicherheit nicht finden, stattdessen aber enorme Spielfreude. Man merkt eindeutig, dass die Engländer ihre Musik leben und ganz in ihr aufgehen. Anpieltipps: Captured King, This Life
Nadine S.
10
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