Alestorm – The Thunderfist Chronicles

Mit "The Thunderfist Chronicles" hissen Alestorm erneut die Segel – acht neue Folk-Metal-Hymnen zwischen Suff, Seemannsgarn und schweißtreibender Partyeskalation.

Artist: Alestorm

Herkunft: Perth, Schottland

Album: The Thunderfist Chronicles

Spiellänge: 45:25 Minuten

Genre: Folk Metal

Release: 20.06.2025

Label: Napalm Records

Link: www.alestorm.net

Bandmitglieder:

Gesang, Keyboard – Christopher Bowes
Gitarre – Mate Bodor
Bassgitarre – Gareth Murdock
Keyboard – Elliot Vernon
Schlagzeug – Peter Alcorn

Tracklist:

  1. Hyperion Omniriff
  2. Killed To Death By Piracy
  3. Banana
  4. Frozen Piss 2
  5. The Storm
  6. Mountains Of The Deep
  7. Goblins Ahoy!
  8. Mega-Supreme Treasure Of The Eternal Thunderfist

Drei Jahre nach ihrem siebten Album Seventh Rum Of A Seventh Rum haben Alestorm neues Material für ihre Fans. Die alkoholvernichtenden Folk Metalheads aus Schottland sind immer noch nicht trocken und lassen die Korken weiter kräftig knallen. Mit The Thunderfist Chronicles wird jedoch nicht die letzte schale Pfütze aus der Flasche geschlürft, sondern neues Partymaterial serviert. In 45 Minuten lassen die Männer aus Perth die Korken knallen. Acht neue Werke laden zum Saufgelage ein. Es gibt auch ernstere Passagen, ohne jedoch die gute Grundstimmung zu trüben. Veröffentlicht wurde die Scheibe am 20.06.2025 über Napalm Records. Angeführt wird das Partyvolk wie gewohnt von Christopher Bowes, der seinen Beitrag am Keyboard und Mikrofon leistet.

Nach dem stimmigen Opener Hyperion Omniriff folgt der erste Kracher mit Killed To Death By Piracy. Die moderne Nummer vereint Spaß, Power und typische Alestorm-Attitüde. Piraten, nehmt euch in Acht, die Jungs aus Perth haben wieder was Fettes mitgebracht. Dabei verbiegen sich Christopher und seine Kollegen nicht, die in dieser Konstellation bereits seit zehn Jahren die Weltmeere unsicher machen. Letzter Neuzugang im Bunde, Máté Bodor, feiert nicht nur Jubiläum, sondern kann auch immer mehr seinen Stempel auf die Klangkunst der Seemänner übertragen. Nach der ersten Eskalation folgt Banana. Der Partymodus ist gezündet und lässt kein Tanzbein stillstehen. Moderne Beats werden in folkige Metal Hooks gedreht. Das Ergebnis schmeißt zwar keine Überraschungen in Sachen Songwriting heraus, dafür drehen Alestorm aber auch nicht im eigenen Saft. Trotzt bewährten Handschriften können die fünf Musiker noch neue Kompositionen anbieten, die an penetrant guten Refrains nicht geizen. Mein persönlicher Höhepunkt, Frozen Piss 2, springt technisch in die früheren Jahre und lässt die Muskeln wilder spielen. Nach der Hälfte ist der Kopfnick-Button bereits gedrückt. Zufrieden huscht das Lächeln immer wieder übers Gesicht. Bei Alestorm kann man auch 2025 den Kopf ausschalten, den Alltag vergessen und ordentlich Gerstensaft bechern. Ähnlich old school ist The Storm unterwegs. Das Refraingewitter gipfelt zu diesem Zeitpunkt in einer Ballade. Mountains Of The Deep bringt die Kajüte zum Schaukeln, mit viel Seemannsgarn wäre hier auch Platz für die übergroße gelbe Quietscheente, die seit ein paar Jahren das Markenzeichen der Truppe ist. Viel zu schnell kommen wir schon zum Ende. Goblins Ahoy! geht epischere Wege und sucht trotzdem den Schulterschluss zum Rest der Scheibe. Die ersten 28 Minuten sind geschafft, als der letzte Track Mega-Supreme Treasure Of The Eternal Thunderfist die Anlage zum Glühen bringt. Wer vorab auf die Spielzeit geschaut hat, wird jetzt wissen, dass der Rausschmeißer ganze 17 Minuten kräftig in die Ärsche tritt. Mit einem deutlichen Abdruck auf dem Gesäß bleiben auch beim achten Silberling keine Wünsche unberührt.

Alestorm – The Thunderfist Chronicles
Fazit
Mit Captain Morgan’s Revenge 2008 gestartet war schnell klar, dass einfacher Folk oder Pagan Metal nicht lange überdauern dürfte. Das schwächelnde Genre machten sich Alestorm zur Tugend, um einen einzigartigen Sound zu kreieren, an dem sie mit jedem neuen Werk fleißig feilen. Nicht nur live funktioniert die Sause, sondern eben auch auf Platte. Mitreißend, teils episch und bedacht steht der Spaß weiterhin im Fokus und macht The Thunderfist Chronicles absolut hörenswert und sticht dabei sogar noch ohne Probleme das letzte Album Seventh Rum Of A Seventh Rum aus.

Anspieltipps: Killed To Death By Piracy, Frozen Piss 2 und Goblins Ahoy!
René W.
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