Apophis – Excess

Ein Dampfhammer, der seit dreißig Jahren regiert

Artist: Apophis

Herkunft: Deutschland

Album: Excess

Spiellänge: 45:42 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 03.09.2021

Label: Massacre Records

Link: https://de-de.facebook.com/people/Apophis/100039586913073/

Bandmitglieder:

Gesang – Bernd Kombrink
Gitarre – Roger Kirchner
Gitarre – Fabian Guschlbaue
Bassgitarre – Guntram Berger
Schlagzeug – Erik Stegmaier

Tracklist:

  1. Excess
  2. The End Of The Path
  3. Every Single Stab
  4. Metamorphosis
  5. Forgive Yourself
  6. Dust In The Sand
  7. The Show Is Over
  8. Temptations

Apophis aus Aalen dürften vor allem jedem deutschen Death Metal Lunatic ein Begriff sein. Seit 1990 lärmen sie jetzt bereits herum. Bis 1998 ging es irgendwie steil bergauf mit der Combo und man konnte drei Alben veröffentlichen. 2005 folgte das vierte Album namens I Am Your Blindness und dann wurde es ein wenig ruhig um die Band. Gitarrist Roger ist 2009 nach England gezogen und dieses machte das Proben natürlich ein wenig problematischer. Einige Konzerte wurden trotzdem gespielt. So richtig ruhig wurde es dann zwischen 2014 und 2017. Davor kamen schon Bernd, Markus und Fabian vom Dawn Of Dreams und Mental Amputation in die Band. Markus wurde 2020 durch den Inner Earth Basser Guntram ersetzt und nun hat man es tatsächlich geschafft, Album Nummer fünf zu veröffentlichen. Ursprünglich sollte das Album bei Transcending Obscurity Records erscheinen, aber da der gute Kunal aufgrund der Corona-Lage nicht alle Veröffentlichungen durchziehen konnte, gab er die Band wieder frei und Massacre Records nutzte die Gunst der Stunden und schlug zu. Here we go!

Excess legt schön old schoolig los. Ein drückender Midtempo-Part kommt absolut lecker und man wechselt sogar in einen Uptempo-Part hinüber, um dann mit einem melodischen Lead zu glänzen. Dieses Riff bleibt sofort hängen und wird weiter ausgebaut. Schön groovig. Fetzt. Die tiefen Growls von Bernd klingen einfach nur geil. Man nimmt wieder Fahrt auf, liefert erneut ein geiles Riff ab und bringt erneut die Geschichte mit dem melodischen Lead. Langsame Stakkato-Elemente folgen und Bernd singt da quasi tief und verständlich rüber. Kommt sehr elegant. Der Song wird wieder aufgebaut, mit Vorspieler und dann wird noch einmal Gummi gegeben. Ein melodisches Solo folgt, wird ausgearbeitet und in die Länge gezogen. Kommt gut. Mit ruhigen und atmosphärischen Klängen fährt man fort und liefert einen fetten melodischen Part ab. Der Refrain wird noch einmal wiederholt. Die Stimme zeigt sich hier sehr variabel.

The End Of The Path legt mit geilen Vorspielern los und fährt dann die melodische Schiene. Bei diesem lang gezogenen melodischen Riff kommen einem sofort Amon Amarth in den Sinn, auch stimmlich erinnert mich Bernd ein wenig an Johann Hegg. Das Drumming geht auch in die Richtung und so bietet man jetzt schon einen Kontrast zum ersten Song.

In einem Krankenhaus und mit einer Herzrhythmusgeschichte arbeitet man bei Every Single Stab. Der Gesang setzt kurz vorher ein. So etwas kommt immer gut. Im Midtempo arbeitende Doublebass ist immer ein Gewinner. Die nachfolgende Melodie ist auch stark und der folgende Groovepart drückt. Die Melodie kommt noch einmal zum Tragen. Das nachfolgende Riffing ist technisch auf hohem Niveau. Fett. Ein verspieltes Solo muss natürlich auch noch mit rein. In Sechs-Minuten-Liedern kann man natürlich vieles unterbringen, das ist klar.

Freunde der schnellen Geschwindigkeit oder des brutalen Sektors waren Apophis ja noch nie. Auf diesem Album ist es natürlich nicht anders. Dafür gehen sie immer sehr abwechslungsreich zu Werke.

Nach einem romantischen Anfang entpuppt sich z.B. Dust In The Sand schon fast als tanzbar. Natürlich übertreiben, aber musikalisch kann man das Teil schon fast in die Death ’n‘ Roll Schiene stecken, allerdings mit geilen Melodien und fettem Refrainpart.

Bei The Show Is Over klingen sie auch schon wieder anders. Nach ein paar Sekunden denkt man, man wäre in Schweden. Diese typische, schwedische Uftata ist zu hören und natürlich dazu das passende Riffing. Nun noch der HM2-Sound, dann wären wir in Stockholm. Diesen haben sie ja natürlich nicht, brauchen sie aber auch nicht, denn der selbst produzierte Sound klingt fett und nach alter Schule. Außerdem hat der gute Dan Swäno das Teil noch gemastert. Mehr muss man dazu wohl nicht sagen, oder? Natürlich klingt das hier irgendwie ausgeliehen, macht aber Laune. Der groovende Midtempo-Stampfer, besonders aufgrund des Drummings, kommt sehr gut und das melodische Lead setzt sich fest. Cooles Teil. Mich als Schwedenfan haben sie damit natürlich sofort in der Tasche. In der Mitte klingen sie ein wenig modern, passt aber gut zum Gesamtbild. Das Tempo wird ganz herausgenommen und ein atmosphärischer Cleanpart mit eingebaut, ergänzt mit einem feinen Solo und ein nicht typischen schwedisches Ende. Geiles Brett.

Tja, was soll man sagen, Apophis haben echt ein gutes Album abgeliefert. Für Freunde des Grooves und der Härte. Ein Dampfhammer, der seit dreißig Jahren regiert.

Apophis – Excess
Fazit
Apophis liefern auf ihrem fünften Album genau das ab, was man von ihnen erwarten konnte. Old schooligen Death Metal, angereichert mit einem modernen Soundgewand. Besonders Freunde des Grooves sollte das Material überzeugen können. Der Vorteil ist, dass man die Band nie zuordnen kann und man so sehr abwechslungsreich klingt. Ich hätte mir ein wenig mehr Uptempo oder Highspeedparts gewünscht, aber davon war nicht auszugehen. Excess ist aber trotzdem ein Album, was gut ins Ohr geht.

Anspieltipps: Excess und The Show Is Over
Michal E.
7.8
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5
7.8
Punkte
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