Artist: Asgard
Herkunft: Trient, Italien
Album: Ragnarøkkr
Spiellänge: 62:56 Minuten
Genre: Progressive Metal, Progressive Rock, Folk Metal
Release: 15.05.2020
Label: Pride & Joy Music
Link: www.facebook.com/AsgardFolkProgMetal
Bandmitglieder:
Gesang – Franco Violo
Gitarre – Andrea Gottoli
Bassgitarre – Paolo Scandolo
Keyboard, Flöte und Backgroundgesang – Albert Ambrosi
Schlagzeug und Percussion – Kikko Rebeschini Sambugaro
Tracklist:
- Trance-Preparation
- Rituals
- The Night Of The Wild-Boar
- Visions
- Kali-Yuga
- Shaman
- Battle
- Der Tod
- Danse Macabre
- Anrufung
- Ragnarøkkr
Das Wort „Asgard“ ist mir, die ich keine ausgewiesene Mythologie-Expertin bin, trotzdem natürlich ein Begriff. Sei es aus der Musik (Amon Amarth), aus dem TV (Thor) oder auch schlicht und ergreifend aus Kreuzworträtseln. Von der Band Asgard habe ich bislang noch nichts gehört, obwohl sie tatsächlich schon im Jahr 1986 gegründet wurde und bislang fünf Alben veröffentlicht hat. Das sechste Album Ragnarøkkr soll am 15.05.2020 über Pride & Joy Music erscheinen und kann zumindest schon mal mit einem ziemlich interessanten Cover aufwarten. Da gibt es einiges zu gucken.
Zu Trance-Preparation gab es das erste Video, und daraufhin habe ich mir dieses Album auch zum Review gegriffen. Dieser krasse Mix zwischen Keyboard-Ekstase à la Deep Purple und den Folk Metal-Parts mit dem tollen Gesang hat was und spricht für die Kreativität und die Experimentierfreude von Asgard.
Was hier noch ganz gut aufgeht – Trance-Preparation ist aber auch nur knapp drei Minuten lang – wird über das gesamte Album gesehen doch teilweise ziemlich anstrengend. Manchmal habe ich tatsächlich den Eindruck, da gibt es Rhythmus- und Tempowechsel nach dem Motto „zwei Minuten sind rum, jetzt mal was anderes ausprobieren“. Vieles passt, um es mal vorsichtig zu sagen, nicht wirklich zueinander, so z. B. gleich in The Night Of The Wild-Boar. Der Song ist knapp fünf Minuten lang, und mein Blick fällt schon leicht verzweifelt auf die Spielzeit des nächsten Songs; Visions kommt mit fast acht Minuten daher, und ist damit noch nicht mal der Längste des Albums. Mit dem wollen mich Asgard vielleicht ein wenig milde stimmen, denn die Progressivität wird hier nicht so überspitzt.
Der Rest des Albums pendelt dann für mich zwischen Hausmannskost und Nouvelle Cuisine, soll sagen, ist entweder so banal, dass es langweilt, oder so übermäßig gespickt mit Tempo- und Rhythmuswechseln, dass es mich ganz persönlich fast schon nervt. Es gibt immer mal wieder wunderbare Passagen, in denen ich hoffe, dass es vielleicht doch noch besser wird. Seien es geile Riffs, schöne Hooklines, großartige Soli, und insgesamt eine durchaus lobenswerte Leistung jedes Einzelnen. Aber manchmal klingt es wirklich wie einfach nur auf Teufel komm raus zusammengefrickelt. Und da hilft es dann auch nichts, dass ich beim deutschen Gesang in Der Tod oder Anrufung, das sogar noch zu den besseren Songs gehört, tatsächlich auch mal lächeln muss.
In der Pressemitteilung vom Label steht „für Fans von Pink Floyd, (frühe) Genesis, Jethro Tull, Rush„, und man muss wohl tatsächlich ein richtiggehender Progressive Rock-Fan sein, um diesem Album von Asgard die entsprechende Würdigung zukommen lassen zu können. Ich habe von den vier genannten Bands eigentlich nur Genesis wirklich ausgiebig gehört – ja, auch die alten Alben – aber im direkten Vergleich ist das Champions League gegen Kreisliga.




