Blackfinger – When Colors Fade Away

                                                      „Von der Schönheit verblassender Farben“

Artist: Blackfinger

Herkunft: Pittsburgh (USA)

Album:  When Colors Fade Away

Genre: Doom Metal

Spiellänge: 38:40

Release: 15.09.2017

Label: M-Theory (Membran)

link: https://www.facebook.com/pg/blackfingermusic/events/

Bandmitglieder:

Vocals – Eric Wagner
Guitar – Matthew Tuite
Guitar – Terry Weston
Bass – Matthew Cross
Drums – David Snyder

Tracklist:

  1. When Colors Fade Away
  2. Can I Get A Whitness
  3. All My Sorrow
  4. My Old Soul
  5. Afternow
  6. Crossing The River Turmoil
  7. Beside Still Water
  8. Waiting For The Sun
  9. Till we meet Again

Da ist er wieder, dieser Eric Wagner. Der charismatische Frontman der Kult-Doom-Legende Trouble, der sich 2008 von seiner Band Trouble verabschiedete und dann einige Zeit praktisch nicht mehr präsent zu sein schien. Wieder zurück, verzückt er die Musikwelt mit seiner neuen Band Blackfinger, die ebenfalls großartigen Doom zum Besten gibt. Das erste selbst betitelte Album wurde 2014 veröffentlicht. Jetzt, 3 Jahre später, erscheint Eric Wagner wieder mit Blackfinger und liefert mit dem Album When Colors Fade Away erneut ein Mega Album ab, das aus meiner Sicht zum Klassiker werden könnte.

Neu beim Album When Colors Fade Away ist das Lineup. Das hat er komplett ausgewechselt. Die einzige Konstante ist Eric Wagner und halt auch der Musikstil. Feiner, morbider und melancholischer Doom auf höchstem Niveau.

Gleich das erste Stück When Colors Fade Away ist ein richtiger Hammer. Sehr melancholisch und düster. Die Story wird mit einer fast süßen suizidären Ausstrahlung erzählt. In seiner Stimme und der musikalischen Begleitung spiegelt sich die Schönheit der Melancholie im Ganzen.

Der zweite Song Can I Get Witness überrascht dann mit einem lässigen Schlagzeuggroove und kommt insgesamt mit positiveren Tönen daher. All My Sorrow wirkt dann wieder düster und bedrohlich. Die Stimme dazu von Eric Wagner ist einfach nur wunderbar morbide. Da sträuben sich die Nackenhaare. In der Mitte erfährt das Stück einen wunderbaren Brake und Eric Wagners Stimme fleht:
“Hush little babies, don’t you cry/You know your daddy was born to die/All my troubles will soon be gone.”

My Old Soul spiegelt sich dann beim nächsten Song unmittelbar in seiner Stimme wieder, die in neue Tiefen abwärtsführt.

Insgesamt ist das Album ein Gang durch Höhen und Tiefen. Erklimmen von Bergen und Abstürzen in Täler. Eric Wagner ist ein wunderbarer Erzähler, der von seiner Band Blackfinger genial in seiner Stimmung durch Höhen und Tiefen begleitet wird. Eric Wagner hat eine einzigartige und unter Hunderten Sängern wiedererkennbare Stimme.

Die Songs sind immer stark düster und doomlastig, erhalten hin und wieder auch einen psychedelischen oder rockigen Touch. Waiting For The Sun ist zum Beispiel so ein Song mit psychedelischen, fast hippiehaftem Touch und sphärischen Gitarren im Hintergrund. Um es schon vorwegzunehmen: er ist kein Doors Cover. Till We Meet Again hat dann wieder einen leicht treibenden rockigen Einfluss. Den hat auch Afternow. Noch etwas schriller gesungen, dann würde er gut zu Led Zeppelin passen, auch mit seinem geilen Gitarrensolo. Diesen Song kann ich zigmal nacheinander hören. Aber eigentlich nicht nur diesen Song, sondern die ganze Scheibe. Eric Wagner hat hier ein starkes Stück Doom hingelegt.

Die Lyrics sind ebenso düster wie die meisten Songs, die sich der Schwere und der Gefühlslage des Doom verpflichtet fühlen. Ab und an erreichen ein paar Sonnenstrahlen die Tiefen der Songs und lassen die verblassenden Farben erneut in ihrer Schönheit erstrahlen.

Fazit: Ein Hammer dieses Album, das dich durch alle Höhen und Tiefen zieht. Eric Wagner ist es mit seiner Band Blackfinger gelungen, einen Doom-Klassiker zu kreieren. Es zeugt von der Süße der Melancholie. Da muss man aufpassen, dass man nicht drin gefangen bleibt. Nach mehrmaligem Hören lässt dieses Album dich nicht mehr los. Im Gegensatz zum Titel verblasst es nicht. Es wird immer intensiver. Einziges Manko. Mit knapp 39 Minuten recht kurz, zumal für eine Doom Scheibe! Anspieltipps: 1.When Colors Fade Away. My Old Soul, Afternow
Juergen S.
9.9
Leserwertung0 Bewertungen
0
9.9
Weitere Beiträge
Pink Floyd – The Later Years, 1987-2019