Brannthorde – Die Letzte Aller Wahrheiten (EP)

In zehn Minuten zurück in die europäische Black Metal Landschaft

Artist: Brannthorde

Herkunft: Schwarzwald, Deutschland

Album: Die Letzte Aller Wahrheiten (EP)

Spiellänge: 09:29 Minuten

Genre: Black Metal

Release: 19.04.2019

Label: ASTAT Entertainment / Silent Pendulum Records

Link: https://www.facebook.com/Brannthorde/

Bandmitglieder:

Gesang – Giuliano Barbieri
Gitarre – Roman Hilser
Schlagzeug – Michael Kadnar

Tracklist:

  1. Die Letzte Aller Wahrheiten
  2. Gierig Für Immer

Auf Teufel Komm Raus war das erste und bislang letzte Album der deutschen Black Metal Kombo Brannthorde, die dieses noch als Duo eingespielt hat. Jetzt, gut vier Jahre später, legen die Jungs aus dem dunklen Schwarzwald als Trio nach und bringen ihre zweite EP nach 2013 heraus. Neben Roman Hilser (Fuck You And Die) und Giuliano Barbieri (ehemals Der Weg Einer Freiheit, Fuck You And Die) gesellt sich nun auch Michael Kadnar (Downfall Of Gaia, The Number Twelve Likes You) zur Band. Die Letzte Aller Wahrheiten beinhaltet genau zwei Songs, die auf gut zehn Minuten Spielzeit kommen und seit letztem Freitag allen Interessierten über ASTAT Entertainment / Silent Pendulum Records zugänglich gemacht wurde.

Düster mit keifenden Growls kommt Giuliano Barbieri schnell aus dem Quark. Bei der Geschwindigkeit liegen Brannthorde in einem gesunden Mittelmaß. Eine übermäßige Raserei wird gerne zugelassen, dominiert die Scheibe aber nicht zwingend. Doom oder Progressive Elemente fallen ganz weg und nur zu gerne kommen drückende Riffs aus der Anlage, die zwischen einem stampfenden Manifest und klirrenden Ketten variieren. Wütend – so kann man die Männer wunderbar beschreiben, die auf den beiden Songs nicht vorhaben auch nur einen Gefangenen zu machen. Angetrieben von diesem Urtrieb sollte man ihnen nicht unbedingt über den Weg laufen. Kompromisslos drückt die Double Base, während Roman Hilser die Saiten seiner Gitarren schreddert, um seinem Kollegen hinter den Fellen den Rücken frei zu halten. Dieser Hass zieht sich bis in Gierig Für Immer. Roh, kühl und völlig abstumpft, wird der Stoff aus den Kanonen gefeuert. Da kommt jetzt die Frage auf: Welche Zielgruppe wird erreicht? Durch die deutschen Lyrics natürlich das Lager für Black Metal – in der heimischen Sprache das sollte trotzdem international keine Probleme geben, da dieses Genre wohl sprachtechnisch die toleranteste ist. Die andere dürfte das europäische Publikum sein, wo man Gruppen wie Marduk und Co. ruhig nennen darf. Beide Titel haben ihre Vorzüge – über mehr als gelungen kommen sie meiner Meinung nach jedoch nicht hinaus. Man mag sie gerne anspielen, für Dauerbrenner reicht es trotzdem nicht im Ansatz, da sich Brannthorde eher im Mittelfeld einsortieren mit einem aggressiven Blick nach oben.

Fazit
Mir fehlt etwas Abwechslung an Brannthorde im Jahre 2019. Man kann das jetzt noch nicht mal an einem oder an beiden Werken festmachen, die alles andere als eintönig eingespielt wurden. Vielmehr macht es das Konzept, was nur wenig Höhepunkte innerhalb einer Komposition zulässt. Das Brechstangenmodel kann man gut wählen und öffnet schnell Türen. Hat man erst mal Schaum vorm Mund, kann man diesen aber schnell wieder wegwischen und findet sich blitzartig in einem festen Korsett wieder, das einen erdrückt und die Knüppelschläge durch das dicke Leder in die dünne menschliche Haut gerbt. Das Potenzial ist da - in einem gesamten Album kommen die beiden Stücke vielleicht sogar besser zur Geltung, so bleibt wildes Gehacke, was in seiner emotionalen Schieflage über das Ziel hinausschießt.

René W.6.8
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6.8
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