Corona-Pandemie: wir lassen Musiker, Bands, Clubs und Veranstalter zu Wort kommen

Part 12: Varus, Call Of The Sirens, Axxis, Traitor/Wulfpäck, Dead Venus

Das Coronavirus lässt die Welt seit einigen Wochen stillstehen, vielleicht nicht so ganz, aber zumindest in der Konzert- und Veranstaltungsbranche fast komplett. Wir haben in letzter Zeit viel geschrieben über die derzeitige Corona-Krise, haben von den Folgen für die gesamte Veranstaltungsbranche berichtet, haben euch über Konzertabsagen und Ersatztermine und Online-Geisterkonzerte auf dem Laufenden gehalten, haben versucht einigen Veranstaltern und Live-Clubs aktiv mit Berichterstattungen zu helfen, und haben Tipps gegeben, wie ihr eure Lieblingsband oder eure bevorzugte Konzert-Location am besten in dieser schweren Zeit unterstützen könnt. Letztendlich sind die meisten von uns aber weder Musiker, noch Veranstalter oder Club-Besitzer, sondern nur ein paar Schreiberlinge, die den Metal leben und lieben. Deshalb wollen wir den Spieß nun einmal umdrehen und andere zu Wort kommen lassen. Wir lassen Musiker, Bands und Veranstalter einmal selbst erzählen, wie sie die Corona-Krise erleben, wie sie die konzertfreie Zeit in der Quarantäne verbringen und wo der Schuh aktuell am meisten drückt.

Wir haben eine Menge Rückmeldungen bekommen, deshalb müssen wir in Etappen veröffentlichen, denn sonst würde es unübersichtlich. Hier die nächsten Stimmen, weitere folgen in den nächsten Tagen:

Konstantin Raab (Varus)

Leider betrifft uns die Corona-Krise gerade in Hinblick auf Liveauftritte. Zwei sind bereits verschoben worden und bei zwei wirklich schönen Open Airs sind wir noch unsicher. Keiner von uns macht das hauptberuflich, also sind wir finanziell nicht betroffen.
Wir hatten auch Glück, dass wir unser neues Album A New Dawn bereits vor dem ganzen Wahnsinn fertiggestellt hatten und uns nun voll auf Content, Promotion und Release konzentrieren können, statt für Konzerte zu proben. Einen richtigen Release-Gig wird es am 27.06. nicht geben, aber wir planen zumindest etwas per Livestream zu machen. Zudem wollen wir unseren Fans auch Musik für die Krise geben. Denn wenn Musik eines kann, dann ist das Aufbauen, Motivieren und Hoffnung geben.

Mit freundlichen Grüßen,

Konstantin Raab // Varus

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Call Of The Sirens

Hier mal kurz, was bei uns aktuell so passiert, bzw. wie uns das Ganze getroffen hat!

Bei Call Of The Sirens war gegen Mai/Juni eigentlich ein Release einer Single geplant! Ob und wie wir das jetzt machen, wissen wir noch nicht so recht, es ist alles etwas undurchsichtig im Moment! Ebenfalls waren über den Sommer einige Open Airs und Konzerte geplant, welche allesamt abgesagt wurden. Die Gagen waren fest für Unkosten wie Studio, Musikvideos usw. eingeplant. Aktuell bleiben wir erst mal auf den Kosten sitzen! Am Besten kann man uns unterstützen, wenn die Leute Merch kaufen, auf das wir extra einen Corona-Rabatt geben! Davon haben die Fans und wir etwas!

Wir treffen uns aktuell leider nur virtuell über Videotelefonie, was ganz gut klappt. Dort schreiben wir Songtexte, tüfteln an unserem Image und versuchen einen Plan zu schmieden, wie wir die Weltherrschaft an uns reißen können, es gab beim parallelen Weinschorle petzen auch schon den einen oder anderen Ausfall. Das Proben ist aktuell ja nicht möglich und ein Musikvideo drehen, was wir ja jetzt vorhatten, funktioniert aktuell auch nicht!

Wenn das Ganze vorbei ist, gibt es die Rückkehr der Todespfälzer aus der Pfalz und sie werden ihren Trash Metal verbreiten, wenn es sein muss, auch mit Haien und Werwölfen im Gepäck!!! Wir haben mega Bock, wenn es wieder losgeht!

Übrigens unter https://callofthesirens.bigcartel.com/ ist unser Shop erreichbar. Dort gibt es mit dem Code Koronagriese 15% Rabatt!

Mit trashigen Grüßen aus der Pfalz

Call Of The Sirens!!!

Bernhard Weiss (Axxis)

Ja, bei uns ist es so, wir haben Anfang des Jahres angefangen, ein paar Konzertchen zu machen, 70.000 Tons Of Metal … u.s.w. Wir haben jetzt noch ein paar Festivals gehabt, das Alpenflair Festival und das Rock Hard Festival und noch zwei, drei kleinere Festivals im Sauerland und so …, alles ist ausgefallen, alles steht auf Stand by, was uns natürlich die Gagen wegbrechen lässt. Doch hatten wir noch das Glück, nicht allzu viele Konzerte zu machen und vor allem keine eigene Tournee, sondern nur ein paar Festivals, weil wir eigentlich `ne Platte produzieren wollten für 2021. Die Plattenproduktion haben wir jetzt jedoch unterbrochen, weil wir jetzt eben diese Corona-Situation haben und wie ihr vielleicht wisst, haben wir dann Virus Of A Modern Time aufgenommen, weil wir gedacht haben, die Songs haben wir 2006 im Landestheater Schwaben mit dem Prometheus Brain Project behandelt und all das, was wir damals gesponnen haben, ist jetzt wirklich eingetreten. Boats Of Hope ist da drauf, ein Song, der über die Boote singt oder spricht, die europäische Grenzgebiete überfluten werden … und so weiter und so fort. Genau das ist eingetreten und jetzt, Virus Of A Modern Time ist auch eingetreten. Das war für uns echt Wahnsinn und da haben wir gedacht, das müssen wir jetzt eigentlich rausbringen. War dafür gar nicht gedacht, aber ich hab dann noch mal frisch eingesungen, die Paybacks sind aber immer noch vom Theater gewesen, weil wir haben damals die Sache beim Theater per Playback …, ähm, ja …, also, wir konnten die Band nicht spielen lassen, deshalb mussten wir zu Playbacks greifen und ich hab dann einfach live dazu gesungen, als ich im Theater aufgetreten bin.

Ja, ansonsten muss ich sagen, macht das Land Nordrhein Westfalen eigentlich einen ganz guten Job, wir haben die Soforthilfe auch erhalten. Manche Sachen haben wir zugestimmt gekriegt, also die haben gesagt, es ist genehmigt, aber das Geld wird noch nicht überwiesen. Die GEMA hat kleine Beträge überwiesen, die GVL, es gab die Orchesterstiftung, die hat kleinere Beträge gemacht …, das drehte sich dann alles um so Beträge wie 250,- € / 500,- €, aber die tun natürlich jetzt ganz gut, weil wir so einigermaßen ein paar Sachen bezahlen können, die jetzt so anstehen.

Das Hauptproblem ist allerdings die Frage nach der Zukunft. Die Frage ist, wann geht es wieder los, wann können wir Gas geben. Wenn das Virus noch zwei, drei Monate eine Quarantäne für alle verursacht, dann wird es langsam knapp, aber ich glaub, nicht nur für uns, sondern für viele andere auch. Deshalb muss man da jetzt so langsam gucken, wie wir da jetzt die Kurve kriegen. Wir haben glücklicherweise gut gewirtschaftet, wir sind kein Unternehmen, das viel Kredite aufnimmt, oder von einem Kredit zum anderen lebt. Wir haben alles immer selbst finanziert und das Tonstudio und alles abbezahlt. Von daher ist das alles eine sehr solide Planung, die wir machen, und von daher sind wir jetzt im Moment glücklicherweise nicht ganz so extrem davon betroffen, aber im Laufe der Zeit wird das natürlich immer schlimmer werden und dann ist es gut, wenn das Land Nordrhein Westfalen dann ein bisschen Geld den Künstlern gibt. Bayern, die kriegen ja, glaube ich, 1000,- € im Monat automatisch, auch zum Leben, das ist beim Land Nordrhein Westfalen so noch nicht der Fall. Naja, warten wir mal ab, wie es wird.

Ansonsten hoffe ich natürlich noch, dass wir am 03.10. in Lünen im Lükaz spielen können, das ist ein Konzert, was wir noch gemacht haben, was wir traditionell versuchen jedes Jahr zu machen. Tja, und das Lükaz hat auch so ein bisschen so Probleme, weil da ein Brand jetzt war. Und jetzt haben sie gerade erst wieder alles aufgebaut und jetzt kommt die Corona-Sache dazu, von daher hoffe ich, dass wir am 03.10. in Lünen im Lükaz dann wieder volles Haus haben werden und die Leute dann mal ihren ganzen Frust da rauslassen können. Wir auch, im Übrigen.

Ansonsten bleibt gesund und munter und vielleicht sehen wir uns ja bald mal wieder.

Bis dann, Tschüss

Bernhard (Axxis)

Lorenz Kandolf (Traitor/Wulfpäck)

Ich glaube, Traitor und Wulfpäck geht es nicht besonders anders, als den anderen Bands, Veranstaltern oder allgemein Menschen, die in der Kulturbranche tätig sind. Alle Livetermine sind natürlich bis September abgesagt worden, wie es danach aussieht, weiß man natürlich auch nicht. Dennoch sind wir aktiv und sitzen nicht nur auf der faulen Haut.

Mit Wulfpäck haben wir einen neuen Drummer gefunden, den Marco Herzog aka. Mazog. Hier konzentrieren wir uns auf das zweite Album und allgemein den weiteren Verlauf der Band, da wir jetzt wieder vollständig aufgestellt sind und als komplette Band agieren können. Bei Traitor läuft es so ähnlich. Wir arbeiten an unserem neuen Album, schicken uns Songideen zu und bearbeiten diese. Durch die eigenen Homestudios ist das ganz gut möglich und man kann dennoch recht produktiv sein, trotz der Einschränkungen. Durch das Wegfallen aller Liveaktivitäten haben sowohl Traitor, als auch Wulfpäck natürlich immense finanzielle Einbußen. Die beste Unterstützung, die Ihr uns als Band zukommen lassen könnt, ist Merchandise zu erwerben, die Songs zu streamen, die Musik anderen Freunden zu präsentieren und hin und wieder mal auf der Homepage/Facebook/Instagram-Seite vorbeizugucken. Es gibt viele Aktionen, welche von den verschiedensten Bands auf die Beine gestellt worden sind, die auch unterstützen!

Wir hoffen alle auf eine schnelle Lösung! Aber bis dahin sollte jeder Rücksicht nehmen, seinen Mitmenschen helfen, nicht bagatellisieren, aber auch nicht übertreiben! Wir schaffen das und dann sehen wir uns alle 2021 und können hoffentlich gemeinsam über das Jahr 2020 lachen!

In diesem Sinne, seid nett zueinander, guckt bei euren Lieblingsbands, Venues, Bars und Clubs vorbei (natürlich nur digital oder to-go) and keep your hands clean and your mind dirty!

Cheers und LG,

Lorenz mit Traitor & Wulfpäck

Seraina Telli (Dead Venus)

Was alle Bands und Künstler momentan sicherlich am härtesten trifft, sind die ganzen Konzertabsagen. Hinzu kommt, dass niemand weiß, wie es weitergeht und auch Konzerte und Touren, die „nur“ verschoben werden, können nur sehr schwer geplant werden. Gerade für kleinere Bands und Veranstalter ist es sehr schwer zu planen, weil, wie es halt so ist, die größeren zuerst kommen. Zusammengefasst kann man sagen, dass mit den ausfallenden Konzerten unser Kerngeschäft zusammengebrochen ist, in Anbetracht, dass seit der Digitalisierung der Musik nur die wenigsten Bands vom Tonträgerverkauf profitieren.

Obwohl wir gerade nicht wissen, wann wir das nächste Mal auf der Bühne stehen werden, ob mit Dead Venus, oder einem unserer anderen Projekte und Jobs, sind wir positiv eingestellt. Wir nutzen die Situation, um an neuem Songmaterial zu arbeiten. Das Wichtigste im Moment für alle, nicht nur für uns Musiker, ist, produktiv und auch kreativ zu bleiben. Und wenn es um Kreativität geht, sind Künstler vielleicht sogar einmal eine Nasenlänge voraus, da es zu unserem Alltag gehört, erfinderisch zu sein 😉 Daher sag ich nur: Lasst euch nicht unterkriegen & Rock on!

Was ihr tun könnt, um uns zu unterstützen:
Besucht uns auch auf Facebook, Instagram & unserer Website deadvenus.com, sowie unseren Shop mit dem aktuellen Merchandise.
Hört unser Album und nehmt es auf eure Spotify Playlists: https://open.spotify.com/artist/5Wfoqq1hergaFHXW3114pq
Kommentiert die Videos auf unserem YouTube Channel: https://www.youtube.com/channel/UCj1CPUSdPKKJVeIXo5_KVhQ
Bewertet unser Album Bird Of Paradise auf Amazon.com und CeDe.ch

Seraina (Dead Venus)

Podcast
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