Crypta – Echoes Of The Soul

Eine internationale Kooperation erschafft ein wütendes Klang-Monster

Artist: Crypta

Herkunft: Brasilien/Niederlande

Album: Echoes Of The Soul

Spiellänge: 41:46 Minuten

Genre: Death Metal / Thrash Metal

Release: 11.06.2021

Label: Napalm Records

Link: https://cryptabrazil.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang und Bassgitarre  – Fernanda Lira
Gitarre – Sonia Anubis
Gitarre – Tainá Bergamaschi
Schlagzeug – Luana Dametto

Tracklist:

  1. Awakening
  2. Starvation
  3. Possessed
  4. Death Arcana
  5. Shadow Within
  6. Under The Black Wings
  7. Kali
  8. Blood Stained Heritage
  9. Dark Night Of The Soul
  10. From The Ashes

Crypta begannen im Jahr 2019 als Nebenprojekt von Fernanda und Luana. Die beiden wollten etwas machen, das mehr Richtung Death Metal geht, als der Thrash-Metal-Stil, den sie mit Nervosa spielten und dafür brauchten sie auch eine Gitarristin. Sonia Anubis aus den Niederlanden wurde gefragt und sie hat gleich zugesagt. Viele werden sich wundern, da Sonia bei der Heavy Metal Combo Burning Witches aktiv war, dass sie auf einmal in einer Death Metal Band zockt. Da Sonia aber vorher schon in einigen niederländischen Death Metal Bands (u.a. Egocide und Sepiroth) gespielt hatte, ergibt das Ganze dann doch einen Sinn. Fernanda, Luana und Nervosa gingen getrennte Wege und so wurde das Projekt zu einer neuen Band, zumal man mit Tainá Bergamaschi auch noch eine passende Gitarristin für sich gewinnen konnte. Anfang des Jahres haben Nervosa mit einem ziemlich starken Werk vorgelegt, nun ziehen Crypta nach.

Mit Awakening legt man mit einem typischen Intro vor und steigt mit Starvation dann so richtig ein. Kurze Drumschläge, ein langes Jauuuuuu und ab in ein schnelles Riffing gepaart mit schnellem Drumming. Die Mischung aus Death Metal und Thrash Metal wird hier ebenfalls konsumiert und es wird voll aufs Ganze gegangen. Die Einflüsse von Nervosa sind klar hörbar, gleich beim Opener, aber es ist schon spürbar, dass sie ein wenig mehr Death Metal Einflüsse verarbeiten wollen und dieses auch machen. Sofort erkennbar ist der giftige Gesang von Fernanda. Der bohrt sich in die Gehörgänge, wandert weiter zum zentralen Nervensystem und setzt sich da fest. Der doppelte Gesang kommt gut, erinnert dann natürlich auch wieder an alte Nervosa, ist ja klar. Ansonsten erinnern sie mich aber total an die Landsmänner von Torture Squad. Die mischen auch Death und Thrash und hatten auch eine ähnliche Stimme parat. Der Song ist schön brutal und gehört mit zu den härtesten auf diesem Album.

Sonia war ja beim Songwriting involviert, aber ob sie bei Possessed federführend war, weiß ich nicht. Zumindest hört man hier einige Ausflüge in den Heavy Metal Bereich, besonders beim Riffing. Zwar nimmt man auch Fahrt auf, aber die heavigen Riffs bestimmen da eher das Tagesgeschehen. Das Solodrumming mit beiläufiger Gitarre und sickem Gesang kommt echt geil. Das melodische Solo geht dann wieder sehr in die heavige Richtung.

Auch bei Blood Stained Heritage schlägt man diese Richtung ein. Das Drumming treibt und ist schön deathig, das Riffing aber nicht lupenrein thrashig oder deathig. Bietet eine gute Auflockerung, obwohl der Song im Ganzen schon aggressiv ist. Hier, wie auf dem ganzen Album, kann man hören, dass das Quartett Wert auf gelungene Melodien legt. Jedoch darf die Härte nicht fehlen. Das Gitarrensolo ist 1A, gibt es nichts zu meckern. Melodisch und verspielt, aber auf den Punkt kommend.

Die anderen Stücke gehen absolut straight forward. Wie gesagt, eine melodische Ausrichtung ist festzustellen, so wie bei Kali. Am Anfang eine Melodie, dann ab ins Uptempo und ein Wechsel in einen Uftata-Part. Thrashige Elemente werden eingebaut, kurze melodische Leads und druckvolle Death Metal Sequenzen. Und immer wieder der coole Ufata-Part. Diese hat man bestimmt schon hundert Mal gehört, aber das ist egal, denn dieser ist absolut bangfreundlich. Der Song ist echt geil. Schockt. Ein wildes Solo darf nicht fehlen, ist klar.

Wenn man bei dem Vergleich bei Nervosa bleiben möchte, muss man schon sagen, dass die vier Damen abwechslungsreicher zu Werke gehen. Under The Black Wings z.B. mit dem dramatischen Kurzintro und dem schleppenden Part zu Beginn. Sehr fett. Die Produktion erledigt irgendwie den Rest und der doppelte Gesang klingt hier sehr evil. Nach einigen Vorspielern gibt man ordentlich Gummi und zaubert wieder ein Uftata-Part aus dem imaginären Hut. Kurzes Solo, Uptempo und dann wieder in den groovigen Part. Klingt sehr ausgetüftelt.

Die recht düsteren Melodien von bei From The Ashes schocken auch total, wobei der Song selber mich nicht so mitnimmt. Der Song klingt ein wenig nach Deicide.

Der Opener und einige andere, gerade beschriebenen Songs können mich schon mitnehmen, aber leider fliegen auch einige Sachen so an mir vorbei, trotzdem ist es ein echt gutes Debütalbum geworden, keine Frage.

Crypta – Echoes Of The Soul
Fazit
Klassischen Death Metal mit viel Thrash Metal, einigen modernen Anleihen und Ausflügen in den Black Metal bieten Crypta auf ihrem Erstwerk. Ziemlich abwechslungsreich, melodisch und aggressiv und einer kranken Stimme versehen. Nicht alles haut mich extrem um, aber ein wirklich gutes Debütalbum.

Anspieltipps: Starvation und Kali
Michael E.
7.8
Leser Bewertung2 Bewertungen
9.1
7.8
Punkte
Podcast
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