Das Interview mit Bassist Lorenz K. von Traitor zum aktuellen Album Venomizer

Artist: Traitor

Herkunft: Balingen, Deutschland

Genre: Thrash Metal

Release: 13.11.2015

Label: Violent Creek, Soulfood Musik

Link: https://www.facebook.com/TRAITOR-212009865478467/

Traitor - Venomizer

Bandmitglieder:

Gitarre, Gesang– Gerd Hery
Gitarre, Gesang – Matthias Koch
Bassgitarre, Geang – Lorenz Kandolf
Gesang, Schlagzeug – Andreas Mozer

Time For Metal / Rene W.:

Ein kräftiges Moin an Traitor, unseren heutigen Interview Partnern, die auf ein ereignisreiches Jahr 2015 zurückblicken!

Traitor / Lorenz K.:

Hallo René, danke für das Interview. 2015 war wirklich großartig für uns, da hast du Recht!

Time For Metal / Rene W.:

Im März habt ihr euer Debütalbum Thrash Command erneut veröffentlicht, auf das ich als erstes eingehen möchte. Vorab würde ich euch jedoch bitten, ein wenig über die Gründung und eure musikalische Ausrichtung zu berichten.

Traitor / Lorenz K.:

Gerd Hery (Gitarre, Backvoc.) und Andreas Mozer (Drums, Vocals) kennen sich schon aus der Schulzeit und haben bereits 2004 mit Musik angefangen. 2009 hat sich daraus Traitor gebildet. Zu dieser Zeit bin ich auch mit in die Band eingestiegen. 2013 kam Matthias Koch (Gitarre) dazu. So ist die momentane Konstellation, ich hoffe die wird auch beibehalten, hahaha. Musikalisch sind wir ja eindeutig dem Thrash Metal zu zuordnen. Aber wir haben alle einen sehr breiten Musikgeschmack, eigentlich ist fast jedes Gerne vertreten.

Time For Metal / Rene W.:

Wie gerade angesprochen, wurde die Wartezeit auf den zweiten Silberling durch ein Re-Release von Thrash Command verkürzt, das mit einer Bonus DVD versehen wurde. Wie kamt ihr auf diese Idee und welches Feedback habt ihr zur Aktion erhalten?

Traitor / Lorenz K.:

Die Idee ist eigentlich so ganz spontan entstanden. War eher so ein „Jo Jungs, lass den Gig doch aufzeichnen!?“ So ist die ganze Aktion eigentlich ins Leben gerufen worden. Die Reaktion darauf war durchweg positiv. Klar ist die Quali nicht so wie bei überarbeiteten Live-DVDs, aber sie fängt ganz gut den Gig und das „Undergroundfeeling“ ein. Außerdem wollten wir irgendein nettes Extra miteinbauen, bezüglich des Re-Releases. Daher die DVD, das Wendecover und das komplett überarbeitete Booklet.

Time For Metal / Rene W.:

Die Bonus-DVD ist reinster Underground, das spiegelt der Sound schnell wider – genauso wie die Bildqualität. Dennoch ein beachtlicher Schritt, um aufzuzeigen und ein Signal zu setzen, dass man im Thrash Metal nicht alles glattpolieren muss?

Traitor / Lorenz K.:

Also wenn wir da so eine super produzierte DVD rausbekommen hätten, klar wäre geil, aber sowas ist einfach mal wieder eine Geldfrage! Ich habe die DVD weitestgehend geschnitten, Andi und ich haben das DVD-Menü erstellt und das Booklet überarbeitet. Sowas nimmt viel Zeit in Anspruch, vor allem das Schneiden. Dennoch finde ich, dass das ganze Unternehmen und die fertige DVD einiges an „Underground-Charme“ versprüht. Des Weiteren ist es ja auch nur als nettes Extra gedacht und dafür ist es eigentlich recht ordentlich.

Time For Metal / Rene W.:

Außergewöhnlich – und was man bei Bands wie KreatorSodom oder auch Destruction nicht sehen wird – ist die Tatsache, dass Andreas Mozer nicht nur die Felle seines Schlagzeuges malträtiert, sondern auch noch als Hauptgesang das Mikrophon fest im Griff hat. Eine Entscheidung aus der Not heraus oder doch geplant?

Traitor / Lorenz K.:

Aus der Not ist das nicht entstanden. Eher reine Pragmatik, hahaha. Der kann das einfach. Ich kann nicht mal Kaugummi kauen und gleichzeitig laufen, wie er sowas schafft… keine Ahnung. Ist einfach ein krasser Typ. Außerdem hat er eine geile Stimme, passt einfach. Warum also anders machen? Und wie viele Bands mit singendem Drummer kennst du? Ich kann dir jetzt drei nennen, dann müsste ich schon googeln!

Time For Metal / Rene W.:

Bei dem Debüt konntet ihr die ersten Erfahrungen sammeln und diese bei Venomizer einbringen – was hat sich dadurch beim Songwriting oder im Studio verändert?

Traitor / Lorenz K.:

Das erste Mal Studio war echt hart. Da war alles super neu und wir wussten nicht was genau auf uns zukommt. Jetzt war es einfacher. Dennoch hat unser Produzent, Vagelis Maranis, uns hart in den Arsch getreten. Der quält einen schon ein bisschen. Aber sowas ist wichtig! Der Kerl probiert wirklich alles aus dir rauszuholen! Geiler Typ und Produzent. Außerdem haben wir wieder bei ihm aufgenommen und konnten uns da so ein bisschen mehr darauf einstellen.

Das Songwriting ist komplexer geworden und härter. Die neuen Lieder klingen brutaler, grooven dennoch mehr und haben einen starken Wiedererkennungswert. Da gibt’s aber noch viel Luft nach oben. Mal gucken was das nächste Album bringt!

Time For Metal / Rene W.:

In einem kleinen Track-by-Track würde ich euch einmal bitten, die Stücke von Venomizer zu durchleuchten.

Traitor / Lorenz K.:

1. Song: Chernobyl (Intro): Allgemein der Reaktor Unfall in Chernobyl.

2. Song: Reactor IV: Knüpft nahtlos an das Intro an und vertieft die Thematik.

3.Song: Torturize: Handelt allgemein von Foltermethoden und orientier sich dabei an dem Film „Cannibal Holocaust“.

4.Song: Toxic Death: Ist eigentlich fiktiv. Generell geht es dort um eine Seuche und deren Auswirkungen auf die Menschheit.

5.Song: Lords of Lust: Die Thematik für diesen Song basiert auf dem Buch Die 120 Tage von Sodom, geschrieben von Marquis de Sade.

6. Song: Venomizer: Eine fiktive Geschichte eines Voodoo Priesters/ Hexers.

7. Song: Teutonic Storm: Teutonic Storm ist praktisch unsere Thrash Metal Hymne an den Teutonen Thrash Metal. Außerdem ist Burkhard Schmitt (Hate Squad) als Gastsänger vertreten.

8. Song: War, Death & Terror: Nimmt die Problematik des Islamischen Staats auf.

9. Song: Chemical Violator: Behandelt kritisch die menschenverachtenden Versuche der Nazis, die an den inhaftierten vollzogen wurden.

10. Song: Hell Hammer – Traitor Part II: Ist eine fiktive Geschichte des Traitors. Dieseknüpft an den Song Traitor von Thrash Command an.

11. Song: Executioner: Handelt von den Hinrichtungen im Mittelalter, aus der Sicht einer Person, die sich so eine Hinrichtung anschaut.

12 Song: Hexenmeister: Ist Venomizer mit deutschen Lyrics. Als Bonus! 😉

Time For Metal / Rene W.:

Bei beiden Platten ist rein optisch schon ein Zusammenhang bzw. Konzept beim Design zu erkennen. Habt ihr die Cover selber entworfen oder wurden diese von einem externen Künstler erstellt?

Traitor / Lorenz K.:

Die Cover hat Andrei Bouzikov (Municipal Waste, Dust Bolt, Toxic Holocaust, Nervosa uvm.) gemalt. Die Idee stammt von uns. Auf dem Frontcover sieht man zu jedem Song einen Hinweis, Als Beispiel den Marquis de Sade. Die Rückseite zeigt die Szene danach… da ist nur alles zu spät!

Time For Metal / Rene W.:

Könnt ihr den Thrash Metal Maniacs, denen eure Klänge aus der Seele sprechen, bereits erste Konzert- oder Festivalshows für 2016 ankündigen oder wird es gar eine größere Tour geben?

Traitor / Lorenz K.:

Es wird auf jeden Fall eine Menge Konzerte geben. Über manche Sachen darf ich leider noch nicht sprechen. Aber es kommen ein paar große und coole Sachen zusammen 😉

Was ich aber verraten darf:

20.02.2016, „Aggressive Noise Feast“ mit Bowtome und Sly Old Dog

23.04.2016, „BeerBängers HMC Festival“ mit Nitrogods, Steelpreacher uvm.

Da kommen auf jeden Fall noch eine Menge Termine dazu. Um auf dem aktuellen Strand zu kommen ist unsere Seite www.traitor-band.de zu empfehlen oder halt per Facebook!

Time For Metal / Rene W.:

Ich bedanke mich für die offenen Worte und wünsche euch alles Gute für die Zukunft. Zudem habt ihr abschließend die Möglichkeit, euch einmal direkt an eure Fans und unsere Leser zu wenden.

Traitor / Lorenz K.:

Danke für euer Interesse, hat Spaß gemacht. Leute, riskiert eine Ohr bei Venomizer, guckt mal auf einer live Show vorbei und macht euch selber ein Bild. Esst euer Gemüse und seid nett zueinander!

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