Death Reich – Disharmony

Freudebringende Disharmonie!

Artist: Death Reich

Herkunft: Schweden

Album: Disharmony

Spiellänge: 31:54 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 17.03.2023

Label: Non Serviam Records

Link: https://www.facebook.com/profile.php?id=100049182050948

Bandmitglieder:

Gesang – Johnny Lehto
Gitarre – Christer Bergqvist
Gitarre – Robert Babic
Bassgitarre – Robert Axelsson
Schlagzeug – Jonas Blom

Tracklist:

1. Disharmony
2. World War
3. In Serpents Skin
4. Dissimulation
5. Hysteria
6. Oblivion
7. Suffocation
8. Fall Of Kings
9. Vermin
10. Atrocity
11. The Death Of The Peace Of Westphalian

Die Schweden von Death Reich haben Ende 2022 eine ziemlich geile EP auf den Markt geworfen (hier geht zu meinem Review). Die schon etwas älteren Herren haben sich noch einmal zurückgezogen, neue Songs geschrieben und nun endlich ihr erstes Full Length Album rausgebracht. Never chage a winning team, kann man da nur sagen. Das Quintett ist noch zusammen und man arbeitet weiterhin mit Non Serviam Records zusammen. Ich bin gespannt. Von der EP wurde kein Song übernommen.

Disharmony hält dann auch gleich, was es verspricht, obwohl es lediglich ein Intro darstellt, welches aber mit den Drumschlägen und dem langsamen Aufbau sehr bedrohlich daherkommt. Die 144 Sekunden sind sehr dramatisch und angsteinflößend und könnten für einen Horrorfilm verwendet werden. Inklusive Nachrichtensprecher und Mönchgebete am Ende. Man kann erwarten, dass danach die Hölle ausbricht.

Und so ist es dann auch. World War schießt aus allen Rohren und der Weg, den die Burschen auf der EP eingeschlagen haben, wird konsequent fortgesetzt. Burner. Hier gibt es eigentlich keine Pause. Nur straight forward. Kurz wird mal die Gitarre vorweggeschickt. Auch Soli dürfen mitspielen, aber ansonsten geht es nur geradeaus und komplett auf die Zwölf. Ja, genauso mag ich Death Metal. Keine Zeit für irgendwelche Spielereien und nach 140 Sekunden ist der Spaß auch schon zu Ende.

Auch bei In Serpents Skin wird der Knüppel nicht in den Sack gesteckt, sondern darf ordentlich agieren. Hier nehmen sie aber das Tempo mal raus und bauen einen Midtempogroove mit ein, welcher sich gewaschen hat. Ansonsten hauen sie alles kaputt und dann überrascht man mit einem melodischen Solo. Sehr geil. Vorspieler folgen, ein kurzes Break und dann wieder die totale Attacke. Ja, und noch einmal ja! Wer jetzt denkt, das ist alles stumpf, irrt sich gewaltig. Die Riffs sind sehr geil und können absolut etwas.

So ist es auch bei Dissimulation. Ein kurzer, old schooliger Anfang. Ein bisschen verspielt. Death Metal der alten Schule. Dann hat man aber schnell genug davon und greift wieder an. Langeweile kommt zu keiner Sekunde auf, denn ein feiner Midtempopart wird mit eingebaut und groovt gewaltig. Die coolen Vorspieler werden wieder rausgeholt und Attacke. Dabei agiert die Gitarre ein wenig höher. Diese höhere Gitarre wird auch für ein Solo verwendet. Dann groovt man noch einmal und haut am Ende alles kurz und klein. Ich bin durchaus begeistert und genieße diese Intensität.

Songs wie Hysteria, Suffocation oder Vermin setzen diese Marschrichtung gnadenlos fort und man wird einfach überrollt und freut sich. Man steht wieder auf, um dann erneut überrollt zu werden. Gefangene können andere machen, da haben Death Reich keine Zeit und keinen Platz für. Die Protagonisten haben schon einige Jahre auf dem Buckel und dieses hört man an allen Ecken und Kanten. Dieses old schoolige ist fest verankert. Das Mitwirken in Bands wie Grief Of Emerald oder Runemagick hat sicherlich nicht geschadet.

Wie gesagt, das Ganze ist weit entfernt davon, einfach nur stumpfes Geknüppel zu sein. Die Gitarrenarbeit bei Obilivion zum Beispiel ist erste Sahne. Dieses macht es eben aus. Schwierige Dinge einfach aussehen zu lassen, ist eine Kunst, keine Frage. Ist hier gelungen.

Bei Fall Of Kings zum Beispiel wird wieder deutlich gemacht, wie einfach Death Metal sein kann. Langsam setzt man die Maschine in Gang. Ein schleppender Anfang, damit es nicht zu langweilig wird. Dann voll auf die Zwölf. Kurzes Break. Vorspieler und dann wieder Attacke mit einem thrashigen Riff, welches in ein Solo umgewandelt wird. Die betonende Gesangseinlage ist einfach nur stark. Danach gibt es dann noch einmal die volle Attacke. Herrlich. Fall, Fall, Fall Of Kings kann man herrlich mitbrüllen.

Mit Atrocity hat man mal einen Song am Start, der die Fünf-Minuten-Grenze überschreitet. Aber keine Sorge, ausruhen ist auch hier nicht angesagt. Klaro, hat man mehr schleppende und abwechselnde Momente dabei, aber im Grunde ist das Teil natürlich absolut impulsiv und fix. Ach ja, gefällt mir einfach sehr gut.

Neben den musikalischen Fähigkeiten muss man unbedingt noch das Gebrülle von Johnny Lehto loben. Passt wie die Faust aufs Auge, obwohl die da ja eigentlich keiner haben will, hehe. Sehr intensiv und aggressiv.

Mit The Death Of The Peace Of Westphalian beendet man dieses Machwerk dann so, wie man es begonnen hat. Mit einem Outro, welches ebenfalls für einen Film verwendet werden könnte.

Death Reich konnten das Niveau ihrer EP halten und sogar noch ausbauen. Sehr geiles Death Metal Album. Freudebringende Disharmonie – sofern man auf Death Metal abfährt!

Death Reich – Disharmony
Fazit
Gradlinig, schnell, aggressiv, old schoolig und an einigen Stellen groovig - so könnte man den Death Metal der Band Death Reich beschreiben. Oder einfach nur - GEIL! Ich fahre darauf ab. Voll auf die Zwölf, mit einem Händchen für Abwechslung. Der Sänger ist großartig und der Sound drückt ohne Ende. Ach ja, das macht einfach nur Laune. Kaufen!

Anspieltipps: Dissimulation und Fall Of Kings
Michael E.
9.3
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9.6
9.3
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